Lars Gustafsson

Der Lyriker, Philosoph und Romancier Lars Gustafsson wurde am 17. Mai 1936 in Västerås, Mittelschweden, geboren. Sein Studium der Philosophie an der Universität Uppsala und am Magdelen College in Oxford schloss er 1978 mit einer Arbeit über drei »sprachphilosophische Extremisten« (Friedrich Nietzsche, Alexander Bryan Johnson und Fritz Mauthner) ab.

Bereits mit 21 Jahren veröffentlichte Gustafsson mit Vägvila. Ett mysteriespel på prosa (Wegesrast. Ein Mysterienspiel in Prosa) seinen ersten Roman.

Ab 1960 war Gustafsson Redakteur, von 1965 bis 1972 Chefredakteur der schwedischen Literaturzeitschrift »Bonniers Litterära Magasin«. Danach unternahm er ausgiebige Reisen. An verschiedenen Universitäten, u. a. auch in West-Deutschland, hatte er Gastdozenturen inne. 1972/73 ermöglichte ein Stipendium des DAAD ihm einen zweijährigen Aufenthalt in Berlin.

Gustafsson hatte sich bereits international als Schriftsteller, Literaturkritiker und Wissenschaftler einen Namen gemacht, als er 1982 eine radikale Wende vollzog: Er siedelte in die USA über, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an, heiratete erneut und konvertierte zum Judentum. Bis 2006 lehrte er als Professor Philosophie und Germanistik in Austin/Texas.

2005 war er gemeinsam mit dem Schweizer Philosophen und Schriftsteller Peter Bieri (Pascal Mercier) Dozent der sogenannten Tübinger Poetik-Dozentur.

Für sein umfangreiches Werk, das Prosa, Lyrik, Essays und auch ein paar Theaterstücke umfasst, erhielt Gustafsson zahlreiche Preise, unter anderem den Bellman-Preis der Schwedischen Akademie (1990) und den schwedischen Pilot-Preis (1996) und zuletzt 2009 die Goethe-Medaille.

Lars Gustafsson zählt spätestens seit den Romanen, die später den fünfteiligen Zyklus »Die Risse in der Mauer« bildeten, zu den wichtigsten und bekanntesten Schriftstellen Skandinaviens. Er lebt – zum dritten Mal verheiratet – seit seiner Rückkehr aus den USA in Stockholm.

Romane und Erzählungen von Lars Gustafsson:

  • Risse in der Mauer:
    • (1971) Herr Gustafsson persönlich
      Herr Gustafsson själv
    • (1973) Wollsachen
      Yllet
    • (1975) Das Familientreffen
      Familjefesten
    • (1976) Sigismund. Aus den Erinnerungen eines polnischen Barockfürsten
      Sigismund. Ur en polsk barockfurstes minnen
    • (1978) Der Tod eines Bienenzüchters
      En biodlares död

Weitere deutsche Ausgaben mit Erzählungen:

  • (1968) Bakunins Reise & Thor
    Bakunins rosa & Thorn
  • (1973) Eine Insel in der Nähe von Magora (Erzählungen & Gedichte)
  • (1988) Die Kunst, den November zu überstehen und andere Geschichten
  • (1991) Onkel Knutte und andere Erzählungen
  • (1996) Niemand weiß, was ein Mensch ist
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