Weiße Nächte

Erschienen: Januar 1890

Bibliographische Angaben

  • -: ?, 1848, Titel: 'Белые ночи', Originalsprache
  • Leipzig: Reclam, 1920, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 31, Übersetzt: Konrad Praxmarer, Bemerkung: Erscheinungsjahr geschätzt
  • München: Piper, 1911, Titel: 'Helle Nächte', Übersetzt: Moeller van den Bruck
  • Krefeld: Scherpe, 1947, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 77, Übersetzt: Arthur Luther
  • Leipzig: Greßner & Schramm, 1890, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 112, Bemerkung: Erscheinungsjahr geschätzt
  • Aarau; Frankfurt am Main: Sauerländer, 1960, Seiten: 80, Übersetzt: Johannes von Günther
  • Leipzig: Insel, 1928, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 75, Übersetzt: Hermann Röhl
  • Stuttgart: Reclam, 1969, Seiten: 79, Übersetzt: Johannes von Günther
  • Köln: Electrola, 1967, Seiten: 1, Übersetzt: Walter Andreas Schwarz, Bemerkung: LP
  • München: Orchis, 1923, Seiten: 101, Übersetzt: A. Eliasberg
  • Darmstadt: Winkler, 1930, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 32, Übersetzt: ?
  • Berlin; Weimar: Aufbau, 1977, Seiten: 113, Übersetzt: Georg Schwarz
  • Murrhardt: Schumm, 1979, Seiten: 2, Übersetzt: ?
  • Stuttgart: Reclam, 1981, Seiten: 79, Übersetzt: Johannes von Günther
  • Wien: Age d´Homme, 1983, Seiten: 94, Übersetzt: Eva Hirsch
  • Hanau: Dausien, 1986, Seiten: 155, Übersetzt: Georg Schwarz
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 1991, Titel: 'Helle Nächte', Seiten: 131, Übersetzt: Hermann Röhl
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 2002, Seiten: 109, Übersetzt: Hermann Röhl
  • Unterhaching: Naxos, 2003, Seiten: 3, Übersetzt: Gerd Udo Feller
  • Köln: Anaconda, 2007, Seiten: 96, Übersetzt: Hermann Röhl
  • Berlin: Insel, 2011, Seiten: 109, Übersetzt: Hermann Röhl

Couch-Wertung:

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Daniela Loisl
Herzensschmerzen eines Liebenden

Buch-Rezension von Daniela Loisl Feb 2012

Er geht abends in St. Petersburg spazieren, philosophiert über seine mittlerweile acht Jahre, die er in St. Petersburg lebt. Lässt Geschehnisse Revue passieren, analysiert das Verhalten der Mitmenschen, fühlt sich allein, da er in den langen acht Jahren keine Bekanntschaften geschlossen hat und fühlt sich noch einsamer, als so viele ihm unbekannte Menschen St. Petersburg verlassen, um auf Sommerfrische zu fahren.

Und dann sieht er auf der anderen Straßenseite am Trottoir eine junge Frau schnellen Tempos zielstrebig – vermutlich nach Hause – gehen. Ein nicht gerade vertrauensselig wirkender Mann scheint sich ihr in den Weg zu stellen, aber er überquert die Straße und rettet sie aus der unangenehmen Situation.

Das ist der Auftakt einer sehr innigen und pathetischen Liebesgeschichte. Dostojewski hat mit "Weiße Nächte" eine sehr intensive und gefühlvolle Novelle geschaffen, die wohl für Leser mit rationeller und weniger gefühlvollen Denkweise nicht unbedingt die richtige Lektüre sein wird. Vier doch kurze Nächte begleitet man den jungen Mann, der sich schon bei der ersten Begegnung in die junge Brünette, Nastenka, verliebt. Sie treffen sich jeden Abend, reden miteinander und Nastenka erzählt ihm auch von einem anderen Mann und einem Brief den sie geschrieben haben will. Die Exkurse in das Leben Nastenkas lassen den Leser schon vermuten, was möglicherweise passieren könnte, nur er, der so verliebt in die junge Frau ist, ist blind gegenüber den kleinen und subtilen Hinweisen. Sie gesteht ihm ihre Liebe und auch er öffnet sich letztendlich.

Man muss ihn schon mögen, den sehr intensiven, etwas blumig und süßlich wirkenden Erzählstil Dostojewskis in dieser Geschichte, dessen großes Pathos hier unüberlesbar dominiert. Es geht hier um nichts anderes als um die Gefühle zweier Menschen zueinander, die natürlich auch an die gesellschaftlichen Regeln der damaligen Zeit gebunden sind. Man erfährt über das Leben und die Vergangenheit der beiden Protagonisten nur äußerst wenig, alles ist auf das zwischenmenschliche Gefühl der beiden fokussiert.

Ist "Er", der die Geschichte selbst erzählt, ein einsamer, aber dennoch "normaler" junger Mann, der sich blind und Hals über Kopf verliebt, so erscheint Nastenka zwischen kindlich naivem, etwas egoistisch rücksichtslosem Verhalten und ernst gemeinter Verliebtheit ständig zu schwanken.

Die gerade mal 100 Seiten umfassende Novelle beinhaltet ein reines Auf und Ab an Gefühlen und endet letztendlich in einem emotional explosiven Finale.

Man muss sich auf die Geschichte einlassen, muss sich identifizieren können mit den Figuren, der/die eine oder andere sollte vielleicht zurückdenken an die eigene Jugend, um das intensive Erleben des Gefühls der Verliebten nachempfinden zu können. Erlaubt man sich aber selbst, sich in die Lage der beiden jungen Menschen zu versetzen, so bekommt man eine bezaubernde, aber auch schöne und etwas wehmütig machende Liebesgeschichte erzählt.

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Letzte Kommentare:
11.04.2019 15:59:14
Markus Wildenblanck

Hochemotionale Erzählung über einen jungen Träumer in der Friend Zone

Die weissen Nächte sind die Nächte im Sommer in St. Petersburg, in denen es auf Grund der Nähe zum Polarkreis kaum dunkel wird. Im Rahmen einiger Nächte folgen wir einem jungen Träumer durch die Strassen der Stadt und erleben seine Begegnung mit einem jungen Mädchen. Dostojewski nennt dieses Werk einen empfindsamen Roman, und das trifft es gut. Es ist ein Roman über die Gefühle der Jugend, das Schwärmen, die Leidenschaft, die Selbstzweifel, das Bedürfnis seine Gefühle mitzuteilen und die Gefühle anderer mitgeteilt zu bekommen.

Der junge Mann spricht das Mädchen an, verliebt sich in sie, doch ihr Herz gehört einem anderen, der aber scheinbar nichts von ihr wissen will. Sie vertrauen sich einander an, öffnen sich gegenseitig ihr junges Leben. Doch werden sie am Ende zusammen können. Wird er sie erobern, oder wenigstens einen Kuss erringen? Oder wird er ihr nicht mehr sein als ein Kummerkasten und der "gute Freund"?

Dostojewski ist vielleicht mit Victor Hugo mein liebster Autor des 19. Jahrhunderts. Unzweifelhaft ist er auf jeden Fall ein herausragender Psychologe unter den Schriftstellern dieser Zeit. Die Figuren auch dieser Erzählung sind äusserst feinfühlig und empfindsam geschildert. Man wird richtig mitgenommen, das Rauschhafte der jugendlichen Leidenschaft erfasst einen ebenso wie die Qualen des Abgewiesenwerdens.

Daher kann man dieses Buch, dass auch mit knapp 100 Seiten sehr kurz und sprachlich gut lesbar formuliert ist, jedem wirklich wärmstens empfehlen, insbesondere jungen Lesern. Dieses Buch ist vielleicht Dostojewskis zugänglichstes Werk und besticht auch durch sein auch heute noch für alle jungen Menschen hochaktuelles Thema. Eigtl. ideale Schullektüre, wundere mich mal wieder warum so etwas nicht für den Lehrstoff gewählt wird.

13.04.2015 08:54:22
Kathey18

Da ich von Fjodor Dostojewski zwar vorher schon gehört hatte, mich aber nicht gleich in einen seiner größeren Romane "stürzen" wollte (falls ich enttäuscht worden wäre), nahm ich mir sein Werk "Weiße Nächte" vor.

Und ich muss sagen: ICH BIN BEGEISTERT! Nicht übertrieben! Schon allein seine Fähigkeit, Dinge in einem solch bezaubernden Licht und mit solch feinfühliger Sprache zu beschreiben, hat mich von Anfang an bezaubert. Und da ich vollkommen davon überzeugt bin, dass ein gutes Buch schon auf der ersten Seite fesseln muss, kann ich dieses Werk getrost als Knüller bezeichen, denn es hat mich bereits vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen.

Zu Anfang beschreibt der Protagonist - ein hoffnungsloser Träumer, der glaubt, alle Menschen in seiner Heimatstadt St. Petersburg zu kennen und diese im Vorbeigehen stets in Gedanken grüßt, obgleich er keinen einzigen Freund hat - zum Beispiel seine fantasievolle und amüsierende Bekanntschaft mit den Häusern eben dieser Stadt und wie sie ihm zuwinken, mit ihm sprechen. Eines, sein Lieblingshaus, wird dann eines Tages rosa gestrichen und er beschreibt, wie es ihn bekümmert und dass er es nicht mehr ansehen kann wie vorher.

Dieses ist nur ein kleines bezauberndes Beispiel aus der Gedankenwelt der Hauptperson.

Als er dann jedoch eines Nachts eine Frau kennenlernt, verändert sich seine ganze Welt und sein ganzer Fokus liegt nun auf dieser Frau.

Man erfährt, wie sich seine Gefühlswelt entwickelt und auch, dass er sehr wohl in der Lage ist, menschliche Beziehungen aufzubauen und dass er ein sehr gutes Herz hat. Leider wird er letztendlich schwer enttäuscht, und sein Leben verfällt wieder in den alten Trott, als wäre nie etwas passiert.

Ich will hier nicht verraten, welcher Art diese Enttäuschung gewesen ist, denn das würde zu viel preisgeben.

Ich kann nur sagen, wer sich vorher noch nicht an einen russischen Autoren herangetraut hat und sich vor deren dicken Wälzern (siehe Tolstoi) scheut, der sollte sich einmal diesem großartigen Werk widmen. Der eine oder andere könnte vielleicht eine echte Leidenschaft für diese Art Literatur entwickeln. Zumal ist "Weiße Nächte" nur sehr kurz und sehr flüssig geschrieben, und würde somit nur eine kleine Hürde für den wählerischen Leser darstellen.

WÄRMSTENS ZU EMPFEHLEN!

03.01.2013 20:51:09
jatman

Ich mag Dostojewski sehr. Die weißen Nächte von Dostojewski werden auch sehr gemocht. Von mir eher nicht. Ich kann den Grund nicht besser formulieren, als dies bereits geschehen ist: "Man muss ihn schon mögen, den sehr intensiven, etwas blumig und süßlich wirkenden Erzählstil Dostojewskis in dieser Geschichte, dessen großes Pathos hier unüberlesbar dominiert."
Und diese Einschaätzung verdienen viele seiner "Frühwerke" wie die Weißen Nächte" es auch sind. Er war zu diesem Zeitpunkt noch den spätromatischen Idealen erlegen. Seine Sehnsucht galt Schillers schönem Menschen. Den Stil änderte Dostojewski mit der Zeit. Schillers schönem Menschen blieb er bis an das Lebensende verhaftet. Insofern sollte ein Liebhaber Dostojewskis "großer Werke" folgerichtig die weißen Nächte keinesfalls schmähen. www.dostojewski.eu