Der Garten der Düfte von Kirsty Manning

Buchvorstellungund Rezension

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Bibliographische Angaben

    • München: Knaur, .Übersetzt von Sonja Rebernik-Heidegger.ISBN: 3-426-52153-9.480 Seiten.

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    Das meint Belletristik-Couch.de:74

    Rezension von Monika Wenger

    Kupfertöpfe als Verlobungsgeschenk. Wie überraschend und ungewöhnlich. Töpfe, welche vor langer Zeit an einem anderen Ort im Einsatz waren. Pip Arnet erhält sie zur Verlobung mit Jack. Als Biologin ist sie gleichzeitig auch eine leidenschaftliche und experimentierfreudige Köchin und sie will diese Kupferpfannen in ihrer Küche einsetzen. In einem der Töpfe findet sie eine Papierrolle, so gross wie eine Hand, zusammengebunden mit einem braunen Band. Das Papier scheint sehr alt zu sein und ist in französischer Sprache verfasst. Beim Öffnen steigt ihr der Duft von Wermut, Artemisia, in die Nase.

    Château de Boschaud, Mittsommer 1487: Nachdem Artemisia halb verhungert und verdreckt im Kastanienwald von Abt Bellamy aufgelesen wird, findet sie als Waisenkind Zuflucht im Château. Artemisia lernt bei der alten Hildegard die Kunst des Kochens und verdient sich so ihren Unterhalt. Dank des Wohlwollens und der Güte des Abtes lernt sie ausserdem lesen und schreiben. Und sie erwirbt sich grosses Wissen über Heilpflanzen, den Nutzgarten- und den Obstanbau. Je älter der Abt wird, desto mehr spannt er Artemisia auch in der Buchführung des Châteaus ein. Sie schreibt die Rezepte für die Heilmittel des Abtes nieder, damit Hilde-gard diese zubereiten und an die Schlossbewohner verteilen kann. Nach dem Tod des Abtes Bellamy wird Abt Roald aus Limoges dessen Nachfolger. Während Abt Bellamy mit Güte re-gierte, ändert sich das mit dem neuen Abt schlagartig. Ein grosser Teil des Heilmittelgartens wird zerstört und durch Rebstöcke ersetzt. Das Auspeitschen bei nicht Gehorsam gehört fort-an zur Tagesordnung. Den zusätzlichen Unmut vom Abt Roald zieht sich Artemisia zu, als ihr der Chevalier de Boschaud die Aufsicht über die Küchenbücher und die Warenbestellung überträgt. Ein Lichtblick ob all der Arbeit und den Schikanen des Abtes ist der Epicier Andre-as. Sollte alles wie gewünscht klappen, würde er beim Chevalier um die Hand von Artemisia anhalten. Dann wäre sie frei!

    Tasmanien, 2014: Pip Arnet ist Meeresbiologin, lebt in Tasmanien und steht kurz vor ihrem Abschluss als Doktor. Die aufwändigen Forschungsarbeiten haben drei Jahre gedauert und sind nun kurz vor der Fertigstellung. Nebst ihrer Liebe zur Natur, gilt ihre Leidenschaft dem Kochen. In einem Restaurant hilft sie in der Küche aus und kann so Erfahrungen sammeln und sich etwas Geld verdienen. Ihr Verlobter Jack möchte das Weingut seiner Eltern über-nehmen und plant, nach Italien zu reisen, um sich dort neues Wissen über den Weinanbau anzueignen. Leider ist das Timing für die Italienreise für Pip, vor allem in Bezug auf ihre Dok-torarbeit, äusserst ungünstig. Auch möchte Jack die geplante Hochzeit früher stattfinden las-sen. Dies ohne auf Pips bereits jetzt schon engen Terminplan Rücksicht zu nehmen. Sie fühlt sich gedrängt, nicht ernst genommen und sie ist verletzt. Die Hochzeit platzt und Pip nimmt sich eine Auszeit um ihr Leben neu auszurichten. Pip reist nach San Sebastian, ins Basken-land und kann dort als Köchin arbeiten. Das macht ihr unheimlichen Spass und sie kann über ihre Zukunft nachdenken. Als sie die Möglichkeit erhält, in Paris ihre Forschungsarbeiten vo-ranzutreiben und ihre Doktorarbeit abzuschliessen, greift sie zu. Nebenbei verfolgt sie die Spur der alten Papierrolle mit den französischen Rezepten. Pip erfährt mehr über das Alter und die Herkunft des Papiers und macht einen Ausflug zum Château de Boschaud, wo sie Gabrielle kennen lernt.

    Die Rezepte der Köchin Artemisia, welche Pip in ihren Kupfertöpfen findet, bilden das Binde-glied zwischen den verschiedenen Jahrhunderten. Beide Frauen, Artemisia wie auch Pip, lie-ben das Kochen, die Düfte der Kräuter und das Experimentieren. Mit diesen Grundzutaten ist es der Autorin gelungen, einen Roman für die Sinne zu schreiben. Nebst dem Wissen um die Heilkraft und die Wirkung der Kräuter, beschreibt Kirsty Manning auch bildhaft die Zeit des Spätmittelalters und verhilft dem Leser zu interessanten Einblicken in die Meeresbiologie und den Weinbau. Unterhaltsame Wissensvermittlung für alle Sinne.

    Kirsty Manning lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nördlich von Melbourne. Sie liebt, wie die Romanheldinnen, das Gärtnern und das Kochen, sowie den Weinanbau.

    Monika Wenger, Juli 2018

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