Das Glück am Ende des Weges von Fioly Bocca

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel L'Emozione In Ogni Passo, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Wunderlich.

Bibliographische Angaben

  • Milano: Tascabilli Giunti, 2017 unter dem Titel L'Emozione In Ogni Passo.160 Seiten.
  • Reinbek: Wunderlich, 2018.Übersetzt von Suse Vetterlein.ISBN: 978-3805200394.240 Seiten.

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Rezension von Monika Wenger

Hilft eine Pilgerreise, um mit einem grossen Verlust fertig zu werden, beziehungsweise umgehen zu können? Zwei Frauen unterschiedlichen Alters machen sich, unabhängig voneinander, auf eine Reise auf dem Jakobsweg. In einer Pilgerherberge lernen sie sich kennen. Unterwegs treffen sie immer wieder aufeinander. Irgendwie ergibt es sich, dass sie gemeinsam weitergehen und nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft. Vor allem die Jüngere, Alma, erzählt kontinuierlich von ihrer gescheiterten Beziehung zu Bruno. Sie möchte verstehen, weshalb es so weit kommen konnte und hofft, dass sie Bruno am Ende der Reise wird gehen lassen können. Frida, die Ältere, ist schweigsamer und hört in erster Linie Alma zu. Sie möchte keine noch so kleine Erinnerung an ihren Mann verlieren und hat sich auf den Weg gemacht, um Personen zu treffen, mit welchen sie sich über ihren verstorbenen Mann Manuel austauschen kann. Im Aufleben der Vergangenheit und den Gesprächen mit ehemaligen Wegbegleitern erhofft sich Frida, die Nähe zu ihrem Mann auch nach seinem Tod erhalten zu können.

Alma versucht, über ihren Liebeskummer hinwegzukommen. Monate nach dem Ende ihrer Beziehung kämpft sie noch immer mit der Tatsache, dass es nicht geklappt hat. Der Kummer ist unendlich, die Sehnsucht gross. Gescheitert ist der Traum vom gemeinsamen Glück an der Entfernung. Bruno lebt im Piemont, auf dem Land. Hier ist er aufgewachsen, hier hat er seine Wurzeln. Seine Arbeit mit Pferden füllt ihn aus. Ein Wegzug aus seinem Dorf kommt für ihn nicht in Frage. Alma ist in Bologna zuhause. Hier hat sie sich erst vor kurzem den Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllt. Hier hat sie finanzielle Verpflichtungen. Eine Fernbeziehung will vor allem Bruno nicht führen. Erfahrungen in der Vergangenheit haben ihn gelehrt, wie schwierig es ist, eine Liebe auf Distanz zu leben. Er gibt Alma klar zu verstehen, dass seine Wurzeln in seinem Dorf sind, dass er an einem andern Ort verkümmern würde.

Während ihrer gemeinsamen Zeit hat Bruno Alma von seiner Pilgerreise auf dem französischen Jakobsweg erzählt. Wie schön die Reise war. Welche unglaublichen Erfahrungen und Eindrücke er gewonnen hat. Und so unternimmt Alma, als eine Art Trauerbewältigung, die Reise und wandert auf Brunos Spuren auf dem Jakobsweg. Sie hofft, einerseits, ihrem Liebsten auf diese Weise ganz nahe zu sein und andererseits, dass diese Reise ihr hilft, Bruno gehen lassen zu können und sich wieder selbst zu finden.

Auf dieser Pilgerreise begegnet Alma Frida. Frida unternimmt diese Reise, um die Erinnerungen an ihren verstorbenen Ehemann Manuel nicht zu verlieren. Sie besucht ehemalige Freunde und Weggefährten, damit sie sich ihrem Mann nahe fühlen kann. Frida hat Angst, dass ihr am Ende nichts mehr von ihm bleibt und jede Erinnerung verblasst. Sie versucht auf ihre eigene Art und Weise in Gesprächen dem entgegenzuhalten.

Die täglichen Erlebnisse und Erfahrungen sowie die immer tiefgründigeren Gespräche, lassen die beiden Frauen zu Freundinnen werden. Auf der Suche nach neuem Lebenssinn finden sie gegenseitigen Halt und auch Trost. Ob ihr Wunsch nach Stabilität und Akzeptanz ihres Schicksals in Erfüllung geht?

Die Autorin, Fioly Bocca, hat mit diesem Roman eine leise, feinfühlige Geschichte über den Verlust einer grossen Liebe und der Suche nach neuen Lebensinhalten geschrieben. In einer äusserst präzisen, klaren und dennoch zarten Art und Weise erzählt sie über Verlust, Trauer, und Sinnsuche. Über die verschiedenen Wege, welche jeder für sich finden und gehen muss. Wie schön es ist, wenn man auf diesem Weg begleitet wird. Und das Glück am Ende des Weges.

Fioly Bocca studierte Literaturwissenschaften und Verlagswesen. Mit ihrem Debütroman «Das Glück der fast perfekten Tage» gelang ihr in Italien auf Anhieb ein Bestseller. Sie lebt mit ihren zwei Kindern in den malerischen Hügeln von Monferrato unweit von Turin.

Monika Wenger, Mai 2018

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