Schnellübersicht der aktuellen Belletristik-Couch

Diese Fremdheit in mir von Orhan Pamuk

Belletristisches Buch des Monats Mai: Diese Fremdheit in mir

Mevlut ist Straßenverkäufer in Istanbul und verkauft Joghurt, Eis, Hähnchen mit Pilav oder Boza, seit er mit seinem Vater vom Dorf in die Stadt gezogen ist. Eigentlich sollte Mevlut zur Schule gehen und später studieren, doch die Arbeit als Straßenverkäufer schlägt ihn immer mehr in seinen Bann. Als Mevlut auf der Hochzeit seiner Cousins die jüngere Schwester der Braut sieht, verliebt er sich schlagartig in sie und will sie entführen, wissend, dass ihr Vater der Ehe der beiden nicht zustimmen würde. Drei Jahre lang schreibt er ihr Liebesbriefe nach Anatolien. In der Nacht, in der es endlich so weit ist und er sie aus dem väterlichen Haus entführt, kommt es zu einer fatalen Verwechslung.

Lyrik: Geliehene Landschaften (Marion Poschmann)

Lyrik: Geliehene Landschaften (Marion Poschmann)

Ein alter Mann denkt ans Sterben, schreibt übers Sterben, weil er sterben will, und schreibt dann übers Leben und übers Sterben, bemerkt, dass er wohl doch nicht sterben will, sondern vielmehr leben und schreiben. Der neue Roman von Martin Walser ist eine traurige, schöne Ode, wechselhaft und unterhaltsam, so wie man es von ihm erwartet, manchmal aber auch leicht zu durchschauen. Skandalös, weil jener alte Mann über Suizid schreibt, ist die Sache nicht, auch wenn man den alten Mann ernst nehmen sollte.

Tschernobyl - Rückkehr ins Niemandsland (Natacha Bustos & Francisco Sánchez)

Tschernobyl - Rückkehr ins Niemandsland (Natacha Bustos & Francisco Sánchez)

Ein alter Mann denkt ans Sterben, schreibt übers Sterben, weil er sterben will, und schreibt dann übers Leben und übers Sterben, bemerkt, dass er wohl doch nicht sterben will, sondern vielmehr leben und schreiben. Der neue Roman von Martin Walser ist eine traurige, schöne Ode, wechselhaft und unterhaltsam, so wie man es von ihm erwartet, manchmal aber auch leicht zu durchschauen. Skandalös, weil jener alte Mann über Suizid schreibt, ist die Sache nicht, auch wenn man den alten Mann ernst nehmen sollte.

Weitere aktuelle Besprechungen im Mai auf der Belletristik-Couch:

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind von Jonas Jonasson

Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind (Jonas Jonasson)

Er hat es wieder getan: Der schwedische Autor Jonas Jonasson hat tief in die Kiste des hintergründigen Witzes gegriffen und eine neue Geschichte entwickelt, die skurriler nicht sein könnte. Nach Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand und Die Analphabetin, die rechnen konnte ist dies sein dritter Roman in ähnlicher Richtung. Dass dabei gewisse Ermüdungserscheinungen auftreten, und er da und dort etwas gar stark an der Schraube der humoristischen Phantasie dreht, bleibt da wohl nicht aus. Als Figuren hat der Autor dieses Mal einen Mörder, einen Rezeptionisten und eine Pfarrerin gewählt. Schon diese Zusammenstellung verspricht also eine ungewöhnliche Story. Von Rita Dell'Agnese

Shylock von Howard Jacobson

Shylock (Howard Jacobson)

Der wohlhabende Kunsthändler Simon Strulovitch versucht seine Tochter Beatrice alleine zu erziehen, da seine Frau Kay nach einem Schlaganfall körperlich und geistig behindert ist. Simon besucht das Grab seiner Mutter auf dem Friedhof von Gatley im County Greater Manchester. Dort begegnet er dem von Geldsorgen geplagten Shylock, der seiner toten Frau Leah am Grab Philip Roths Roman "Portnoys Beschwerden" vorliest. Simon nimmt Shylock bei sich als Dauergast auf. Sie diskutieren über jüdische Kunst und Literatur, Geschichte, Unterdrückung und Rache. Wohl fühlt er sich nur mit Shylock, der ihm ähnelt - zwei zornige Juden. Von Almut Oetjen

Kleines Herz, großes Glück von Cristina Alger

Kleines Herz, großes Glück (Cristina Alger)

Seit zwei Jahren ist Charlie Witwer. Seine Frau Mira starb bei einem tragischen Flugzeugabsturz, seitdem ist er mit seinem fünfjährigen Sohn Caleb alleine. Seine Trauer versucht der Anwalt mit Arbeit zu betäuben. Dass er einen Sohn hat, der ihn nach dem Tod der Mutter mehr denn je braucht, bemerkt er gar nicht. Schließlich gibt es da ja Zadie, seine Zwillingsschwester, der er gerne die Erziehung seines Sohnes überlässt. Erst als er seinen Job verliert, ist er gezwungen, endlich die Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen. Aber das ist nicht so einfach: Caleb trägt am liebsten pink und rosa, hat ein morbides Interesse an Naturkatastrophen und würde am liebsten jeden Tag ein rosa Tutu tragen. Von Kathrin Plett

Ein sterbender Mann von Martin Walser

Ein sterbender Mann (Martin Walser)

Ein alter Mann denkt ans Sterben, schreibt übers Sterben, weil er sterben will, und schreibt dann übers Leben und übers Sterben, bemerkt, dass er wohl doch nicht sterben will, sondern vielmehr leben und schreiben. Der neue Roman von Martin Walser ist eine traurige, schöne Ode, wechselhaft und unterhaltsam, so wie man es von ihm erwartet, manchmal aber auch leicht zu durchschauen. Skandalös, weil jener alte Mann über Suizid schreibt, ist die Sache nicht, auch wenn man den alten Mann ernst nehmen sollte. Von Sebastian Riemann

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