Schnellübersicht der aktuellen Belletristik-Couch

Skizze eines Sommers von André Kubizcek

Belletristisches Buch des Monats Dezember: Skizze eines Sommers

Sturmfrei haben. Welcher Jugendliche wünscht sich das nicht? Machen können, was man will, keiner da, der einem sagt: "Räum dein Zimmer auf", "Geh ins Bett!" oder auch "Spätestens um zehn Uhr bist du wieder zuhause!" Wenn dieses "Sturmfrei" sogar über mehrere Tage oder gar Wochen geht, weil die Eltern im Urlaub sind, gibt es wohl kaum etwas besseres. Unzählige Möglichkeiten und Freiheiten warten, die es auszuprobieren und zu nutzen gilt, Freunde können ein- und ausgehen, Mädchenbesuch und Übernachtungen steht nichts im Wege. Genau dieses Glück hat der sechzehnjährige René, der 1985 nach dem Tod der Mutter allein mit seinem Vater in Potsdam lebt, als sein Vater für sieben Wochen zu einer Konferenz in die Schweiz reist...

Lyrik: Lichtveränderung

Lyrik: Lichtveränderung

Viel Romantik steckt in den Zeilen, viel Sehnen nach alten Zeiten, viele schwere Herzen und feuchte Augen. Tom Schulz ist ein Sehnsüchtiger, mit einem melancholischen Seufzer zwischen den Lippen streckt er die Hände aus und will den ewigen Sommer greifen, will die warme Luft und das angenehm kitzelnde Licht, welches zwischen den vollen Bäume und auf dem kühlen See tänzelt, festhalten.

Weitere aktuelle Besprechungen im Dezember auf der Belletristik-Couch:

Das gerettete Kind von Renate Ahrens

Das gerettete Kind (Renate Ahrens)

Irma liegt nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus, liebevoll umsorgt von ihren Zwillingssöhnen und deren Ehefrauen. Nur ihre Tochter Leah will die 86-jährige nicht sehen. Schon seit frühester Kindheit Leahs haben Mutter und Tochter ein gespanntes Verhältnis. Während Irma die Situation mit Leah möglichst verdrängt, leidet Leah darunter, von ihrer Mutter abgelehnt zu werden. Sie ahnt nicht, dass die Härte ihrer Mutter in deren Vergangenheit begraben liegt. Irma war eines der jüdischen Kinder, die von ihren Eltern nach Großbritannien geschickt wurden, um sie dem Zugriff der Nazi zu entziehen. Noch immer trägt Irma die tiefen Verletzungen aus jener Zeit in sich. Von Rita Dell'Agnese

Ein langes Jahr von Eva Schmidt

Ein langes Jahr (Eva Schmidt)

Natürlich können sich die Bewohner des Steckdosenhauses, das so genannt wird, weil die Bewohner angeblich zu gewissen Nachtstunden kostenlos Strom beziehen können, gegenseitig sehen. Im Hochhaus kann man von einem Balkon zum anderen und in die umliegenden Gärten blicken. Man kennt die Nachbarn - vielleicht beim Namen, vielleicht ihre Routine des Zigarette-Rauchens oder ihren Arbeitsrhythmus. Vielleicht hat man sie auch schon einmal getroffen, beim Einkaufen oder als man mit dem Hund spazieren war. Doch viele der Bewohner bleiben für sich und, kommen sie nacheinander zur Sprache, so merkt man, wie viel sie mit ihren eigenen Fragen beschäftigt sind. Sie mögen ihre Ruhe und sind allein. Von Claire Schmartz

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke von Joachim Meyerhoff

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Joachim Meyerhoff)

Eigentlich wollte Joachim ja als Zivi mit vielen attraktiven Schwesternschülerinnen im Schwesternwohnheim wohnen. Als er dann jedoch unerwartet mit Ach und Krach die Aufnahmeprüfung der Otto-Falckenberg-Schule für Schauspielerei besteht, entscheidet er sich um, schließlich bekommt nicht jeder die Chance, einen der begehrten Plätze zu erhalten. Da die Wohnoption im Schwesternwohnheim nun nicht mehr besteht und Wohnraum in München schon immer schwer zu finden war, entschließt er sich, bei seinen Großeltern einzuziehen. Dass das Leben mit den alten Herrschaften nicht ganz einfach wird, war ihm von vornherein klar. Von Kathrin Plett

Nora Webster von Colm Tóibín

Nora Webster (Colm Tóibín)

Nora lebt mit ihren beiden Söhnen in einem kleinen Haus in der irischen Provinz und versucht das Leben einer normalen Familie aufrechtzuerhalten. Sie ist bemüht und besorgt um ihre beiden Söhne, um ihr Wohl und ihre Entwicklung. Der ältere stottert seit einiger Zeit und scheint sich immer mehr von der Welt abzukehren, sein Heil in der Abschottung zu suchen. Unsicher und verstört wirkt er mitunter und Nora sucht verzweifelt nach Mitteln, damit er sich sicher und geborgen fühlt, nicht an Probleme denkt, sich nicht an die Vergangenheit klammert, in der alles besser war und die Familie eine wirkliche Familie war. Sie will die Sorgen von ihm nehmen, weiß jedoch nicht, wie sie das anstellen soll. Sie selbst leidet stark, muss sich zur Sorglosigkeit zwingen. Von Sebastian Riemann

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