Schnellübersicht der aktuellen Belletristik-Couch

Belletristisches Buch des Monats Februar: Wenn das Schlachten vorbei ist

Wenn das Schlachten vorbei ist von T. C. Boyle

Auf den Inseln vor der Küste Südkaliforniens liefern sich die Aktivisten des Tierschutzes einen verbissenen Kampf. Dürfen Ratten zwecks Erhaltung der in Mitleidenschaft gezogenen Arten vergiftet, Schweine abgeschlachtet, Schafe abgeschossen werden, die eine Insel kahl zu fressen drohen? Oder darf überhaupt kein Tier getötet werden? In seinem neuen Roman stellt T.C. Boyle die Frage, ob der Mensch nicht mehr Schaden anrichtet, als dass er Gutes tut, wenn er sich berufen fühlt, die Natur nach seinem Ansinnen zu ordnen.

Michael Ondaatje

Weitere aktuelle Besprechungen im Februar auf der Belletristik-Couch:

Rücken an Rücken (Julia Franck)

Rücken an Rücken von Julia Franck

Ostberlin, Ende der 50er Jahre. Die Geschwister Ella und Thomas wachsen auf sich allein gestellt im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Sie sind einander Liebe und Gedächtnis, Rücken an Rücken loten sie ihr Erwachsenwerden aus. Ihre Unschuld und das Leben selbst stehen dabei auf dem Spiel. Käthe, eine kraftvolle und schroffe Frau, hat sich für das kommunistische Deutschland entschieden. Leidenschaftlich vertritt sie die Erfindung einer neuen Gesellschaft, doch ihr Einsatz fordert Tribut. Im Schatten scheinbarer Liberalität setzen Kälte und Gewalt Ella zu. Während sie mal in Krankheit flieht und mal trotzig aufbegehrt, versucht Thomas sich zu fügen, doch nur schwer erträgt er die Erniedrigungen und flüchtet in die unglückliche Liebe zu Marie. Von Britta Höhne

Menuett (Louis Paul Boon)

Menuett von Louis Paul Boon

Drei Menschen, drei Stimmen, drei Perspektiven. In Louis Paul Boons Roman erzählen ein Mann, seine Frau und ihr Dienstmädchen von sich und ihren Beziehungen zueinander. Eine Geschichte zwischen Provokation, Isolation, heimlichem Belauern und erotischer Anziehung. In Belgien wurde der Roman mit Nabokovs "Lolita" verglichen. Von Rita Dell´Agnese

Winesburg. Ohio (Sherwood Anderson)

Winesburg. Ohio von Sherwood Anderson

Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume bestimmen den Alltag der Menschen in Winesburg. Sherwood Anderson versammelt in der amerikanischen Provinz eine Handvoll kauziger Charaktere in seinen Short Storys, um sie tragisch zu verstricken. Winesburg wird so ein Ort der Verwirrung und Melancholie. Mit diesem Buch ist Sherwood Anderson zum Vorläufer der amerikanischen Moderne geworden und hat Autoren wie Hemingway, Fitzgerald und Faulkner beeinflusst. Von Christine Ammann

Katzentisch (Michael Ondaatje)

Katzentisch von Michael Ondaatje

Wer sitzt schon gerne am Katzentisch, wenn er gerade mit dem Schiff von Colombo nach London fährt? Die drei Freunde Mynah, Ramadhin und Cassius erobern wie blinde Passagiere die Erste Klasse und nehmen an den Schicksalen der anderen Passagiere teil. Ondaatje betört einmal mehr mit exotischen Schauplätzen und einem Schiff, auf dem die Zeit still zu stehen scheint, während sich das Leben der drei Freunde für immer verändert. Die poetische Geschichte eines Einschnitts, eines Verlusts und eines Paradieses, an das man sich gerne erinnert. Von Wolfgang Franßen

Außerdem neu rezensiert im Februar:

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