Schnellübersicht der aktuellen Belletristik-Couch

Ein Festtag von Graham Swift

Aktuelle Empfehlung: Ein Festtag

Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane – Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen – ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald – standesgemäß – heiraten.

Lieblingsbuch: Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit

Lieblingsbuch: Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit

Denkt man an Friedrich den Großen, denkt man an den Feldherren, den preußischen Staatsmann, den aufgeklärten Monarchen, der Philosophen und Künstler zu seiner Tafelrunde einlud, man denkt an den Verfasser des Anti-Machiavelli, der selbst zum Unterdrücker wurde, man denkt auch an den Verfasser verschiedener Flötenkonzerte. Eine schillernde, vielfältige, mitunter widersprüchliche Persönlichkeit, die auch heute noch viele Menschen in ihren Bann schlägt. Nicht nur aufgrund der Geschichten um seine Person und seine Taten ist Friedrich der Große heute eine wichtige Figur der preußischen und deutschen Geschichte, sondern auch aufgrund der Bilder, die von seiner Vielfältigkeit zeugen. Er ist noch immer präsent, man kann ihn noch immer bewundern, weil er uns auf großen und kleinen Bildern in äußerst lebhafter Form dargebracht wird. Dieses Verdienst gebührt Adolph Menzel, dem großen realistischen Maler, dessen Werke unsere Ideen von Friedrich dem Großen und vom 19. Jahrhundert maßgeblich prägen.

Weitere aktuelle Besprechungen auf der Belletristik-Couch:

Auswilderung von Bettina Suleiman

Auswilderung (Bettina Suleiman)

Marina Heuter, die Protagonistin, ist Gebärdesprachenexpertin. Sie arbeitet am Deutschen Institut für Anthropologie und Genetik – unter Prof. Dr. Griffin E. Wilder. Direktor der Abteilung Vergleichende Psychologie, scharrt er für seine Forschungsprojekte ein Rudel an Wissenschaftlern um sich, die ihm treu ergeben sind. Denn der Forschungsalltag ist ein survival of the fittest. Von Claire Schmartz

Unterleuten von Juli Zeh

Unterleuten (Juli Zeh)

Juli Zeh begibt sich in ihrem Roman Unter Leuten unter die Leute des Dorfes Unterleuten. Dies geschieht sehr authentisch und detailgetreu. Kein Wunder, wohnt doch die Autorin selbst auf dem Land. Dies mag ihre genaue Beobachtung von scheinbaren Nebensächlichkeiten erklären. Von Judith Fuchs

Das Schicksal der Sterne von Daniel Höra

Das Schicksal der Sterne (Daniel Höra)

Adib und Karl haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Adib ist jung, steht an der Schwelle zum erwachsen werden. Der Junge aus Afghanistan ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen und lebt in einem Flüchtlingsheim in Berlin. Karl steht mit über 80 Jahren am Ende seines Lebens. Ein leichter Schlaganfall macht ihm zu schaffen, er muss vieles wieder lernen. Als Karl Adib begegnet, löst das Schicksal des Jungen in ihm die Erinnerung an seine eigene Ankunft in Berlin aus. Von Rita Dell´Agnese

Was ich liebe - und was nicht von Hanns-Josef Ortheil

Was ich liebe - und was nicht (Hanns-Josef Ortheil)

In seinem neuen Buch erzählt Hanns-Josef Ortheil von seinen Lebensthemen. Entlang zentraler Stichworte wie Wohnen, Reisen, Essen und Trinken, Film, Jahreszeiten oder Musik geht er den vielfältigen Facetten einer literarischen Lebens kunst auf den Grund, die so etwas wie die Basis für seine literarischen Werke bildet. In kurzen, erzählenden und essayistischen Texten werden diese Passionen nicht nur be schrieben, sondern auch nach ihrer Herkunft und vor allem danach befragt, was sich hinter ihnen verbirgt. Von Sebastian Riemann

Die stillen Trabanten von Clemens Meyer

Die stillen Trabanten (Clemens Meyer)

Ohne Fanfaren und Goldstaub. Clemens Meyer braucht keine marktschreierischen Effekte, sein Geschick und seine Ruhe im Umgang mit Emotionen machen aus Erzählungen über Randfiguren unserer Gesellschaft eine Schatztruhe, die schwer wiegt und dabei nur wenig Glanz verbreitet. Seine Figuren sind Vergessene und Übersehene, auf die sonst kein Rampenlicht, sondern nur das schwache Licht einer Straßenlaterne aus alter Zeit fällt. Unsicher gehen sie ihres Weges, zweifeln wohl an den Versprechungen der Zukunft und schauen vorsichtig hinter sich, bevor sie ebenso vorsichtig einen weiteren Schritt voran wagen. Ungewöhnlich authentisch und echt werden sie dadurch. Von Sebastian Riemann

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