Die Wunderfrauen: Freiheit im Angebot

Erschienen: August 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 350 Seiten

- Bd. 3 [Wunderfrauen-Trilogie]

Couch-Wertung:

82
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Julian Hübecker
Eine fantastische Zeitreise mit den Wunderfrauen geht zu Ende

Buch-Rezension von Julian Hübecker Sep 2021

Anfang der 1970er Jahre stehen die vier Wunderfrauen fester im Leben als je zuvor. Doch alte Familiengeschichten kochen wieder hoch, eine seelische Wunde will einfach nicht heilen, eine Ehe steht kurz vor dem Ende und eine schwere Krankheit schlägt zu. Es scheint, als würden die Freundinnen vom Schicksal ausgebremst … nur um noch stärker daraus hervorzugehen.

„Träume enden nie, aber Taten, die zu Wundern werden, helfen den Träumen in die Wirklichkeit.“

Da dies das Finale der Trilogie um die Wunderfrauen ist, ist hiermit ausdrücklich vor Spoilern gewarnt. Viel ist geschehen seit den vergangenen zwei Jahrzehnten: Die vier Frauen sind reifer geworden, haben Familien gegründet, sich Träume erfüllt, sich aber auch gegen Schicksalskämpfe behaupten müssen. Marie muss nach dem tragischen Unfall von Martin das Familienleben und ihren Reiterhof alleine stemmen. Zwar ist sie stets ausgebucht, doch noch immer hat sie schwer an der seelischen Last zu knabbern.

Unterdessen führt Luise weiter tapfer ihren Laden, obwohl zusehends die Konkurrenz der aus dem Boden sprießenden Supermarktketten ihr zu schaffen macht. Die Ehe zu Hans belastet sie auch immer mehr. Zwischen ihnen steht noch immer seine Vergewaltigung von Helga, und auch ihre eigene Affäre hat sie mehr von Männern erwarten lassen. Annabel indes stößt auf vergrabene Familiengeheimnisse, als ihr Schwiegervater stirbt. Es scheint, als hätte die Familie von Thaler einige Wiedergutmachungen von Fehlern zu leisten, die in der Nazizeit ihren Anfang nahmen. Helga ist mittlerweile eine angesehene Ärztin. Doch als ihre Eltern plötzlich Interesse an ihrem Sohn zeigen, beginnt auch sie zu recherchieren, und zieht gefährliche Verbindungen bis in den Zweiten Weltkrieg.

Der schwächste Band, aber immer noch sehr gut

Man könnte die vier Wunderfrauen noch viele weitere Jahrzehnte begleiten. Ihre Entwicklungen beeindrucken von Buch zu Buch immer mehr und es ist schön zu lesen, wie auch sie untereinander immer mehr zusammenwachsen. Zwar muss man sich mit jedem Buch erst einmal umgewöhnen, da auf einmal eine Dekade seit der letzten Geschichte verstrichen ist, doch das macht auch den Reiz aus: Auf einmal sind die Kids der Frauen selbst erwachsen und versuchen sich abzunabeln. Dadurch bieten sich neue Wendungen, die geschickt ausgespielt werden.

Auch eine kleine Detektivgeschichte findet ihren Platz. Dafür geht es nach Paris und in die DDR. Hier passiert tatsächlich sehr viel auf nur wenigen Seiten. Zugunsten dieser spannenden Episode hätte die Vorgeschichte deutlich gekürzt werden können. Denn auf der Reise haben die Freundinnen den größten Spaß und zeigen sich von ihren besonders emotionalen, lustigen, aber auch kämpferischen Seiten. Dadurch kommt auch der im Vergleich deutliche Punktabzug zustande - denn ansonsten ist die Geschichte auch wieder fantastisch aufs Papier gebracht.

Fazit

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge wird Abschied genommen von den vier Wunderfrauen. Das Finale hält aber dann doch noch ein paar Überraschungen bereit, die das Abschiednehmen leichter machen.

Die Wunderfrauen: Freiheit im Angebot

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