Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 480 Seiten

- Bd. 2

Couch-Wertung:

89

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Alexandra Hopf
Gelungene Fortsetzung der Familiengeschichte

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Sep 2020

1952 hat sich zumindest in Westberlin das Leben wieder langsam normalisiert. Während Rike der Wiederaufbau des Kaufhauses Thalheim dank des großzügigen Erbes ihres Großvaters mütterlicherseits geglückt ist, geht Silvie ihren eigenen Weg: Sie arbeitet sehr erfolgreich beim Radiosender Rias, wo sie ihre eigenen Sendungen moderiert. Die Familie ist glücklich, dass Silvies lang verschollener Zwillingsbruder Oskar aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Für Friedrich steht sofort fest, dass der Stammhalter den Platz in der Geschäftsführung übernimmt und Rike damit in die zweite Reihe zurücktritt. Doch Oskar hat eigentlich andere Interessen, mit denen er sein Kriegstrauma zu überwinden versucht. Es dauert nicht lange, und das Ganze bringt ihn in enorme Schwierigkeiten - auf eine derartige Möglichkeit hat ein alter Bekannter der Thalheims nur gewartet. Und nun hängt alles von Silvie ab, ob die Familie mit einem blauen Auge davonkommt…

Zahlreiche Schicksalsschläge bei den Thalheims

Im zweiten Teil der Ku´damm-Trilogie erzählt Brigitte Riebe, wie es der Protagonistenfamilie im Zeitraum zwischen 1952 und 1957 ergeht. Dabei sind die fiktiven Ereignisse um die Thalheims perfekt in historisch belegte Geschehnisse integriert. Die Verschmelzung realer und erfundener Punkte ist vollständig gelungen und kein Unterschied erkennbar, die wahren Begebenheiten sind genaustens recherchiert und wiedergegeben. Besonders interessant schildert die Autorin die deutlich erkennbare unterschiedliche Entwicklung in Ost und West. Auch wichtige Großereignisse im Geschichtsverlauf, wie etwa die Aufstände vom 17. Juni 1953, sind beeindruckend gezeichnet. Dadurch erscheint der Roman absolut authentisch. Unterstützt wird das Ganze durch vielfache Namensnennungen bekannter Persönlichkeiten, wie etwa Willy Brandt und Heinrich Böll.

Doch nicht nur die historischen Ereignisse können den Leser bannen, sondern auch das fiktive Geschehen rund um die Familie, die doch einige Probleme und Schicksalsschläge bewältigen muss. Passend zum Modekaufhaus Thalheim dreht sich in diesem Teil wieder einiges um das Thema Kleidung: Uns begegnen der Petticoat genauso wie der für Marilyn Monroe typische Neckholder oder ein Brautkleid wie bei Grace Kelly. Diese kleinen Ausflüge lockern das Geschehen angenehm auf und versetzen uns genau in die richtige Zeitebene.

Silvie zeigt deutlich positive Entwicklung

Nachdem sich die Geschichte im vorhergehenden Band schwerpunktmäßig mit dem Leben von Rike beschäftigt hat, erfährt man hier sehr vieles zur mittleren Thalheim-Tochter; während Silvie im ersten Teil noch sehr egoistisch und vergnügungssüchtig gewirkt hat, macht sie im zweiten Teil ein deutlich positive Entwicklung durch. Silvie definiert sich einerseits durch ihr Lebensmotto "Man muss das Leben tanzen", als auch durch ihre unerschütterliche Liebe zu ihrem Zwillingsbruder. Dem Familienunternehmen fühlte sie sich nie so verbunden wie etwa Rike; sie macht aufgrund ihrer Fähigkeiten und Neigungen ihren ganz eigenen Weg, der sie zu einer erfolgreichen Moderatorin beim Rundfunk aufsteigen lässt. Sie erscheint stark und sehr selbstbewusst. Leider kann sie in Liebesdingen nicht von diesen Fähigkeiten profitieren und eine glückliche Beziehung bleibt ein unerfüllter Wunsch. Auch wenn eigentlich Rike der Fels in der Brandung für die Familie war, steht auch Silvie ihren Mann und ist bereit, Opfer zum Wohle der anderen zu bringen. Gegenüber dem ersten Teil muss man seine Meinung zu der Person Silvie Thalheim ändern und ihr einen gewissen Respekt zollen.

Der erfrischende Schreibstil von Brigitte Riebe haucht allen Protagonisten Leben ein und zeichnet die Personen glaubwürdig. Die fesselnde Beschreibung der Ereignisse rund um die jüngere Geschichte des in Sektoren geteilten Berlins wird unterstützt durch eine ausführliche Zeittafel mit datierten Vorkommnissen am Ende des Romans.

Fazit

Die Geschichte um Silvie Thalheim steht dem Vorgänger in nichts nach, kann das hohe Niveau von Teil 1 sogar etwas übertreffen. Klare Leseempfehlung für all jene, die Jahre des Aufbaus schon kennen und schätzen. Hoffentlich kann Brigitte Riebe mit dem abschließenden Band um Nesthäkchen Florentine noch einmal derart überzeugen.

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten

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