Die Schwestern vom Ku'Damm: Tage der Hoffnung

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

- Bd. 3/3

- HC, 464 Seiten

Couch-Wertung:

88

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Alexandra Hopf
Gelungener Abschluss der 50er-Jahre-Trilogie

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Okt 2020

Sechzehn Monate ist es bereits her, dass die jüngste der Thalheim-Schwestern, Florentine, nach Paris geflohen ist. Doch nachdem dort ihre Beziehung zu Pascal in die Brüche ging, kehrt sie 1958 nach Berlin zurück. Während dort auf der westlichen Seite das Leben wieder langsam in normalen Bahnen verläuft, wird die Kluft zwischen Ost und West immer deutlicher. Das bringt gewisse politische Spannungen mit sich, die auch in der Familie Thalheim deutlich zu spüren sind. Obwohl der Vater Florentine natürlich gern im Familienunternehmen, dem Modekaufhaus Thalheim, beschäftigen würde, setzt das Nesthäkchen wieder einmal seinen Kopf durch und bewirbt sich an der Berliner Kunstakademie. Zunächst wird sie abgelehnt, doch gelingt es ihr durch unglaubliche Hartnäckigkeit, eine Aufnahme auf Probe zu erwirken. Allerdings kommt sie in die Klasse des gefürchteten Kunstlehrers Rufus Lindbergh. Und obwohl sie wie eine Besessene arbeitet und sich bemüht, kann sie den Ansprüchen des gestrengen Lehrers kaum genügen. Wird es ihr gelingen, ihren Traum zu verwirklichen und es bis zum Abschluss an der Kunstakademie schaffen?

Florentine, die Rebellin

Nachdem die beiden ersten Teile je einer der älteren Thalheim-Schwestern gewidmet waren, befasst sich die Autorin hier mit der dritten Tochter: Florentine ist die jüngste und hat zudem eine andere Mutter. Sie selbst hat das Gefühl, deswegen von den beiden größeren Schwestern ausgegrenzt worden zu sein. Mittlerweile ist Florentine erwachsen, aber nicht unbedingt vernünftiger: Nach wie vor hat sie einen sehr starken Willen, wenn es darum geht, ihre Interessen durchzusetzen. Kunst und die Malerei sind immer noch ihre größte Priorität. Doch auch wenn sie es geschafft hat, an der Berliner Kunstakademie genommen worden zu sein, kommt sie sehr schnell an ihre Grenzen; sie wird von Selbstzweifeln und Ängsten geplagt. Man erkennt im Romanverlauf eine unglaubliche Weiterentwicklung des Charakters der Protagonistin: Zunächst ist man, wie auch schon in den vorhergehenden Büchern, eher genervt von dem "kleinen Gör", aber man erkennt auch, dass trotz des Stursinns eine kleine, unsichere und sehr verletzliche junge Dame in der Person Florentine Thalheim steckt.

Unterstützend steht ihr der gute Freund Bernhard Schwarz zur Seite, ein sehr sympathischer männlicher Protagonist. Er selbst hat kein leichtes Leben, da er wegen eines Unfalls eine entstellte Gesichtshälfte hat. Man sieht, wie oberflächlich die Menschheit nach Äußerlichkeiten geht und den tollen Charakter des jungen Mannes gar nicht erkennt. Auch Florentine braucht eine gewisse Zeit, um seinen Wert zu erkennen, auch wenn sie von Anfang an eine freundschaftliche Bindung haben.

Im Verlauf der Trilogie kennt man alle vorkommenden Personen, und alle Charaktere sind wieder authentisch wiedergegeben. Da die Familie Thalheim von vielen Familiengeheimnissen umgeben ist, empfiehlt es sich doch, Tage der Hoffnung nur zu lesen, wenn man auch die beiden Vorgänger gelesen hat - ohne diese Vorkenntnisse kann man die Tragweite der ein oder anderen Handlung sonst nicht nachvollziehen.

Deutsche Geschichte lebendig erzählt

Brigitte Riebe ist dafür bekannt, sehr akribisch zu recherchieren, und enttäuscht diesbezüglich auch in diesem Buch nicht. Zunächst liest sich die Geschichte um Florentine nicht ganz so spannend wie bei den Schwestern. Dies liegt vielleicht auch daran, dass die ausführlichen Handlungen und Gedanken rund um die Malerei Florentines nicht ganz so fesselnd sind. In der zweiten Hälfte des Buches baut die Autorin aber viele historisch wichtige Details ein. Der gewohnt flüssige Schreibstil tut dann sein Übrigens. Der Leser ist gefesselt von der Art, wie Brigitte Riebe die Ereignisse der jüngeren Berliner Geschichte mit einbringt. Die historische Komponente nimmt den Großteil der Handlung ein und die fiktive Geschichte der Thalheims tritt etwas in den Hintergrund; allerdings berichtet Riebe so lebhaft und mitreißend, dass man als Leser das Gefühl hat, alles selbst mitzuerleben. Gespannt verfolgt man den Verlauf, wie sich der Osten und der Westen immer mehr entzweien und es letztendlich zu der grausamen Trennung der Familien kommt, als die Mauer im August 1961 gebaut wird. Auch andere Ereignisse - wie etwa der legendäre Besuch von J. F. Kennedy - werden detailgetreu mit aufgenommen. Und im kulturellen Bereich begegnen wir Größen wie Marlene Dietrich oder den Beatles.

Insgesamt rund und stimmig

Auch wenn das Lesen hier etwas schleppend beginnt, nimmt das Buch dann Fahrt auf und bietet einen gelungen runden Abschluss der Trilogie. Unterstützt wird das Ganze durch die Optik der Bücher: Alle drei Cover sind durch den Wunderlich-Verlag stimmig gestaltet und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die schönen Hardcover sind mit textilen Lesebändchen ausgestattet. Wie bereits gewohnt findet der Leser am Ende des Romans eine sehr ausführliche Zeittafel, die hier viele Ereignisse des betreffenden Zeitraums 1958 bis 1863 benennt.

Fazit

Tage der Hoffnung ist ein gelungenes Ende der Ku’damm-Trilogie. Auch wenn die Geschichte der Thalheims selbst etwas in den Hintergrund tritt, wurden die geschichtlichen Ereignisse fabelhaft in ihre fiktive Geschichte eingepasst. Der Leser findet hier definitiv eine ausführliche und interessante Schilderung, wie es zum Bruch zwischen Ost und West kommt, und erlebt es durch den tollen Schreibstil nahezu selbst mit.

Die Schwestern vom Ku'Damm: Tage der Hoffnung

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