Kaffeehausgeschichten mit japanischem Flair.
In einer versteckten Seitengasse in Tokios Unterstadt befindet sich das Café Torunka. Hier genießen die Gäste seit zwanzig Jahren nicht nur den köstlichen, frisch aufgebrühten Kaffee des Inhabers Isao Tachibana, sondern auch die ruhige und herzliche Atmosphäre des Cafés. Stammgäste und Menschen, die hier jemanden zu treffen hoffen, nach dem sie lange gesucht haben, kommen dort zusammen.
„Ein Wiedersehen ist im Leben das, was einem Wunder am nächsten kommt“
Der Autor erzählt in dem Roman drei Geschichten, die durch die handelnden Personen zwar in gewisser Hinsicht verbunden sind, aber doch eigenständig bleiben. Die junge Chinatsu besucht seit einigen Wochen regelmäßig das Café und glaubt, in dem Aushilfskellner Shuichi den seit langem verloren geglaubten Kindheitsfreund endlich gefunden zu haben. Dieser verharrt jedoch zunächst im Schmerz über die unglücklich verlaufene Trennung von seiner Freundin. Ein anderer Gast findet im Café Kontakt zu der Tochter seiner verstorbenen großen Liebe. Diese vor Jahrzehnten verlassen zu haben ist für ihn einer der gravierendsten Fehler seines Lebens, den er nun wieder gutzumachen versucht. Schließlich geht es um Shizuku, die Tochter des Café-Betreibers, die den frühen Tod ihrer großen Schwester auch nach Jahren nicht verarbeiten kann. Jede dieser Romanfiguren hat ihre problembehaftete Geschichte und findet vor allem durch die Begegnung und die Gespräche mit einem anderen Menschen Lösungen für ihre Situation. Entspannung finden sie alle dabei immer wieder bei einer Tasse guten Kaffees in der harmonischen Atmosphäre des Cafés Torunka.
Schwach dosierte Handlung
Es sind ruhige Geschichten, die ohne viel Handlung oder größere Überraschungen in einer recht einfachen, aber durchaus ansprechenden Sprache erzählt werden. Anschaulich schildert der Autor die japanische Lebensweise und Mentalität der Figuren. Dennoch verlor ich recht schnell das Interesse an dem Buch, da sich alle Geschichten für meinen Geschmack zu einfach und gleichförmig hin zu einem immer für alle Protagonisten guten Ende entwickeln.
Fazit
Leicht zu lesende Geschichten mit gelungenem japanischem Flair, die aber, um fesseln zu können, mehr Tiefgang und weniger Harmonie benötigt hätten.



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