Ein neuer Horizont

Erschienen: Mai 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 367 Seiten

- Bd. 2 [Eine neue Hoffnung]

Couch-Wertung:

68
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Monika Wenger
Wenn es die Hoffnung nicht gäbe …

Buch-Rezension von Monika Wenger Jun 2021

Hannah Rosenberg arbeitet nun als Lehrerin in Erlenthal. Sie hat auf dem Sandnerhof eine neue Heimat - und eine neue Familie - gefunden. Das Kriegsgeschehen ist etwas weiter weggerückt und die Menschen glauben langsam an eine bessere Zukunft. Noch lasten allerdings die Gräueltaten schwer auf jedem Einzelnen. Viele Männer sind nach wie vor in Kriegsgefangenschaft und ihre Familien hoffen auf baldige Rückkehr. Erneut stehen große politische Veränderungen an ...

Heimat gefunden

Hannah ist glücklich, ihre Tochter durch einen unglaublichen Zufall wiedergefunden zu haben. Melina lebt weiterhin bei ihren Pflegeeltern in München, wird aber bald ihr Abitur abschließen und für ihr Medizinstudium nach Berlin ziehen. Regelmäßig verbringt sie Zeit bei ihrer Mutter auf dem Sandnerhof und kommt David wieder näher, ihrem Freund aus Kindertagen.

Nicht nur für Melina beginnt schon bald etwas Neues: Auch Hannah findet im Schulleiter von Erlenthal, Lorenz Richter, einen Gleichgesinnten - und vielleicht auch mehr. Noch dauert es seine Zeit, denn die Wunden der Vergangenheit müssen erst ganz verheilen; dennoch verspürt Hannah eine erste leise Hoffnung.

     «Aber wir können die Geschichte unseres Lebens nicht noch einmal neu schreiben. Wir müssen sie so nehmen, wie sie war, mit allem Schönen und mit allen Wunden.»

Nachkriegsjahre

Margit Steinborn führt die Geschichte von Hannah Rosenberg, ihrer Tochter Melina und der Familie Sandner im zweiten Band der Serie Eine neue Hoffnung weiter. Die Nachkriegsjahre und die Zeit des Mauerbaus bilden den geschichtlichen Hintergrund. Die wichtigen Figuren lösen sich in Form eines Generationenwechsels ab: Der Fokus ist nun mehr auf Melina und David, sowie Melinas Halbbruder Tristan gerichtet. Sie sind die Hauptakteure und von den anstehenden politischen Veränderungen am meisten betroffen. Sie erleben die Staatsgründung der DDR und den Mauerbau in Berlin. Sie sind die Generation, welche mit der Kriegsvergangenheit in der Familie abschließen muss und gleichzeitig erneut von weitreichenden Ereignissen überrollt wird.

In diesem zweiten Band liegt das Hauptaugenmerk mehr auf den verschiedenen Beziehungen. Alles Zwischenmenschliche erhält seinen Platz: Da geht es um Freundschaft, um Familie und gar um die große Liebe. Das macht die Geschichte spannend und mildert - wie schon im ersten Band - die Schwere der historischen Ereignisse.

Beim Lesen entsteht zwischendurch das Gefühl einer gewissen Oberflächlichkeit. Die Themen werden teilweise nur kurz angeschnitten, bleiben ohne Tiefe. Das ist ein bisschen schade, macht aber die Lektüre leichter und bekömmlicher.

Fazit

Die Geschichte von Hannah Rosenberg und der Familie Sandner findet in diesem zweiten Band der Serie seine Fortsetzung. Die Nachkriegsjahre bis zum Jahr 1962 bilden nun den geschichtlichen Hintergrund. Die Autorin blickt zurück in die 50er Jahre und erzählt von den neuen politischen Unruhen und den Veränderungen innerhalb der Familie. Die Lektüre ist gut zu lesen, lässt aber eine gewisse Tiefe vermissen.

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