Ein neuer Himmel

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 464 Seiten

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Monika Wenger
Die Zeichen stehen auf Sturm

Buch-Rezension von Monika Wenger Jul 2020

Berlin, 1932: Noch kann Hannah Rosenberg als Deutsch- und Musiklehrerin arbeiten. Doch das politische Umfeld ändert sich rasend schnell, alles ist im Umbruch. Hannah darf eine Schülerin aus sehr gutem Haus, Linda Hagen, privat unterrichten. Dort lernt sie Peter, Lindas Bruder, kennen. Er ist Jurist und im Begriff, Karriere zu machen. Auf nachdrücklichen Wunsch seiner Eltern soll Peter eine Verbindung in bessere Kreise eingehen und damit seinen Aufstieg vorantreiben. Doch er verliebt sich in Hannah…

«An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.»

Obwohl Hannah für Peter die große Liebe ist, gibt er seinen beruflichen Interessen den Vorzug und heiratet dem Wunsch der Eltern entsprechend Clarissa. Er ahnt nicht, dass Hannah ein Kind von ihm erwartet. Von Selbstzweifeln geplagt, sorgt er sich jedoch weiterhin aus der Ferne um sie.

«Lassen Sie uns doch nicht von Ghettos sprechen. Wir bevorzugen hier den Ausdruck: Jüdische Gebiete unter Selbstverwaltung.»

Die politischen Ereignisse spitzen sich immer weiter zu und Hannah verliert aufgrund ihrer Herkunft ihre Stelle und ihre Wohnung. Mit ihrer Tochter Melina, welche inzwischen vier Jahre alt ist, macht sie sich auf den Weg nach Erlenthal in die Nähe von Würzburg. Sie findet Unterkunft auf dem Sandnerhof und gehört zusammen mit ihrer Tochter schon bald zur Familie. Als sich die Verfolgung der Juden und die Repressionen verstärken, ist dies auch im beschaulichen Erlenthal spürbar. Hannah und ihre Tochter müssen sich erneut in Sicherheit bringen...

»Ich verstehe‹, sagte Hannah. ›Solange die Lagerleitung ein Orchester wünscht, bleiben die Musiker am Leben.«

Margrit Steinborn erzählt in ihrem Debütroman vom aufkeimenden Nationalsozialismus, von der Machtübernahme Hitlers bis hin zu den Gräueltaten der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Sie beschreibt, wie die junge Jüdin Hannah sich in Peter Hagen, einen Juristen und späteren Mitarbeiter Heinrich Himmlers, verliebt und wie diese Liebe zu Gunsten von Peters Karriere geopfert wird. Sie erzählt, wie Hannah mit ihrer Tochter fliehen muss, obwohl das ganze Ausmaß von Hitlers Politik noch gar nicht vollständig erkennbar ist. Die Verfolgung der Juden, das Anzünden der Synagogen, die Beschlagnahmung von jüdischem Eigentum sind erst der Anfang der Gräueltaten. Die Geschichte zeigt, dass sich alles noch um ein Vielfaches verschlimmert.

Die Autorin nimmt die historischen Gegebenheiten als Grundlage und zeigt gleichzeitig dem Leser, dass es nebst den unmenschlichen Handlungen eben auch viel Menschlichkeit und Herzlichkeit gegeben hat und wie viele Menschen im Untergrund den Flüchtenden geholfen, sie versteckt, verköstigt und auch emotional unterstützt haben.

Die Geschichte von Hannah und ihrer Tochter Melina ist ergreifend und lässt Erinnerungen an eine grauenvolle Zeit aufleben. Sie verdeutlicht aber auch, dass Liebe und Hoffnung Flügel verleihen und ungeahnte Kräfte freisetzen können.

Der Roman erzählt abwechselnd Kapitel in verschiedenen Zeitabschnitten, beginnend im Jahr 1932. Leider fällt die Handlung im letzten Drittel etwas stark ab und das Ende ist zu bequem ausgefallen.

Fazit

Ein gut gelungenes Buch, erzählt aus zwei Perspektiven mit detaillierten historischen Fakten und liebenswerten Romanfiguren. Eine Geschichte, welche vom Grauen und vom Überleben, von Menschlichkeit und Liebe erzählt. Zwar gut und einfach geschrieben, dennoch keine leichte Kost - aber eine gute Lektüre gegen das Vergessen.

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