Agata und ihr fabelhaftes Dorf

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

- OT: L'Amurusanza

- aus dem Italienischen von Ulrike Schimming

- HC, 360 Seiten

Couch-Wertung:

79
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Monika Wenger
Eine sizilianische Geschichte

Buch-Rezension von Monika Wenger Mär 2021

Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf auf Sizilien. Agata, eine junge und wunderschöne Frau, lebt hier zusammen mit ihrem Mann Costanzo. Gemeinsam führen sie den Tabakwarenladen im Dorf. Das Glück der beiden ist dem Bürgermeister - Seiner Exzellenz, wie er genannt wird - ein Dorn im Auge. Aber nicht nur das junge Glück, sondern auch ein traumhaft schönes Stück Land, die Saracina, welches Costanzo gehört, neidet ihm Seine Exzellenz ...

Die Saracina

Costanzo, der Tabacchere und Ehemann von Agata, soll dem Bürgermeister des kleinen sizilianischen Dorfes sein wunderschönes Stück Land verkaufen, damit dort eine Mülldeponie entstehen kann. Mit allen Mitteln versucht Seine Exzellenz, an dieses Land zu kommen. Als Costanzo unerwartet stirbt, wird seine Witwe zum Objekt der Begierde: Der Bürgermeister und seine dubiosen Gehilfen planen im Stillen Agatas Untergang. Ihren Phantasien sind keine Grenzen gesetzt und lassen sie in höhere Sphären steigen. Doch Agata weiß sich zu helfen: Sie lässt sich nichts zu Schulden kommen, bleibt stets freundlich und aufmerksam. Und sie erhält Unterstützung: die Kräuterfrau Lisa, der Lehrer Scianna, sowie der junge Bursche Roberto formieren sich als Gegenpart zum korrupten Klüngel rund um Seine Exzellenz. Und auf wundersame Weise wird die Gruppe immer größer und Agatas Freunde versuchen auf ihre eigene Weise, sich dem Gegner entgegenzustellen. Man darf gespannt sein!

Tiefer Süden

Der korrupte und diktatorisch herrschende Bürgermeister, von sich überzeugt, gerät nach und nach in besonders verzwickte Situationen: Nichts scheint mehr zu gelingen; seine Gehilfen werden, einer nach dem anderen, abtrünnig und setzen plötzlichen ihren Verstand ein. Das ist von Seiner Exzellenz weder erwartet noch erwünscht, und führt so zu unerwartet komischen Begebenheiten.

Agata und ihre Freunde bezaubern indessen langsam, aber stetig die Dorfbewohner. Dieser Zauber geht vor allem von dem sagenhaft guten Essen der Kräuterfrau Lisa und den verwendeten Kräutern aus. Aber nicht nur: Es entfalten sich noch ganz andere besondere Kräfte, die helfen, das Unheil abzuwehren.

Beim Lesen der Lektüre wird man in den tiefen Süden Italiens versetzt. Die Perspektiven wechseln immer mal wieder und so erfährt der Leser, was in den Köpfen der verschiedenen Figuren vor sich geht. Er kann sich im Vorfeld ein Bild machen und ahnt, amüsiert, die Folgen. Humorvoll und witzig versuchen die Beteiligten, die Lage zu beeinflussen und zu beherrschen beziehungsweise zu entschärfen - je nach Standpunkt. Mit viel Wortwitz und mit italienischem Humor à la Don Camillo und Peppone erzählt die Autorin die Geschichte von Agata und ihrem fabelhaften Dorf.

Der Roman ist amüsant, komisch, und - wenn man die zum Teil derben Ausdrücke überliest - einfach unterhaltsam. Eine Fortsetzung soll folgen.

Fazit

Abgesehen von der zum Teil verwendeten derben Wortwahl und der großen Anzahl Protagonisten ist es eine wunderbare Lektüre mit viel italienischem Humor, Klischees und einem Augenzwinkern. Der Roman ist flüssig und amüsant geschrieben und enthält eine Menge Situationskomik.

Agata und ihr fabelhaftes Dorf

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