Das Grand Hotel: Die nach den Sternen greifen

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 528 Seiten

Couch-Wertung:

84

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Alexandra Hopf
Gelungener Auftakt der Familiensaga

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Mai 2020

1924 ist es Bernadette von Plesow gelungen, mit ihrem imposanten Grand Hotel mit die erste Adresse in Binz zu etablieren. Doch das hat der strengen Patriarchin einiges abverlangt: Sie musste schwere Schicksalsschläge wegstecken, unter anderem den Tod ihres Ehemannes, der beim Brand des Hotels auf Rügen ums Leben kam. Doch Bernadette hat es geschafft, das Haus wieder aufzubauen und in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Mit fester Hand leitet sie die Geschicke des Hotels, ihr Sohn Alexander unterstützt sie dabei als Geschäftsführer. Ihr ältester Sohn Constantin geht seinen eigenen Weg: Dieser besitzt das ebenso erfolgreiche Hotel Astor mit angeschlossenem Varieté in Berlin. Etwas Sorge bereitet ihr die Tochter Josephine: Sie ist eben aus Paris zurückgekehrt, wo sie ein Kunststudium an der renommiertesten Schule absolviert hat. Doch irgendwie ist sie noch auf der Suche nach der richtigen Bestimmung. Im Moment lebt sie einfach in den Tag hinein und widersetzt sich allen Regeln, die Bernadette ihr vorgibt. Davon abgesehen scheint alles bestens zu laufen und von dem dunklen Geheimnis, das Bernadette selbst vor ihren Kindern verbirgt, ahnt niemand etwas. Doch eines Tages wird am Strand von Binz eine Leiche gefunden, und fast zeitgleich tauchen im Hotel zwielichtige Männer auf, die Schutzgelder erpressen wollen. Beunruhigt wendet sich die Hotelbesitzerin an ihren Sohn Constantin. Dieser verspricht sich umgehend um das Problem zu kümmern. Doch wird dabei alles auf legalem Wege zugehen?

Besonderer Flair spürbar

Caren Benedikt gelingt es im Auftaktband um die Geschichte der Hoteliersfamilie, dem Leser das opulente Haus am Strand von Binz schmackhaft zu machen. Schon das anziehende Coverbild mit einem beeindruckenden Gebäude, an Sanddünen gelegen und darüber blauer Sternenhimmel, machen neugierig. Dazu noch die tollen Beschreibungen, und schon kann man sich das Hotel und die Umgebung perfekt vorstellen. Die Geschichte fesselt den Leser von Beginn an. Die Schauplätze wechseln dabei zwischen Binz und Berlin hin und her. Es laufen viele Handlungsstränge parallel. Leider gehen manche aufgrund der Vielzahl dabei nicht wirklich in die Tiefe und werden recht oberflächlich zu Ende geführt, zum Beispiel als das Geheimnis von Bernadette von Plesow gelüftet wird: Es wird dem Leser einfach so vorgesetzt und dann wird das Thema abrupt beendet. Das ist etwas schade, denn Plot für sich hätte mehr Potential gehabt. Die Erzählperspektive in der dritten Person wechselt von Kapitel zu Kapitel, jedes wird dabei mit einem Zitat der Person begonnen, die dann Hauptakteur des nachfolgenden sein wird. Diese kurzen Sätze sind immer sehr treffend gewählt und regen zum Nachdenken an. Eine Anbindung des Romans an historisch wahre Begebenheiten fehlt fast völlig und wird nur nebenbei gestreift.

Trügerischer Schein und Glanz

Die Hauptprotagonisten sind alle sehr facettenreich gezeichnet. Einzig Alexander von Plesow fehlt die polarisierende Stärke der anderen Charaktere - er verblasst neben ihnen und wirkt eher farblos. Constantin scheint auf den ersten Blick zwar nicht unsympathisch, doch kann man schnell die dunklen Seiten hinter der Fassade erkennen - diese sind skrupellos und eiskalt. Josephine kann man zunächst nicht richtig einordnen, aber sie macht eine bemerkenswerte Entwicklung im Lauf der Geschichte durch. Bernadette dominiert im ganzen Romanverlauf: Sie zeigt sich nach außen als zuvorkommende Hotelbesitzerin, die nur das Beste für ihre Gäste im Sinn hat, dabei regiert sie mit strenger, unerbittlicher Hand. Sie kennt die Etikette, die eine Dame ausmacht, genau und weiß sich zu verkaufen. Sie schreckt vor keinem Mittel zurück, solange es dem Wohle des Hotels dient. Doch im Verlauf der Geschichte kann man auch hinter ihre Fassade blicken: Im innersten Kern hat sie doch warmherzige Züge und man erkennt, dass sie ihre Kinder liebt und ihr deren Wohlergehen am Herzen liegt. Einzige Hauptprotagonistin, die nicht der Familie Plesow angehört, ist das Zimmermädchen Marie: Sie ist zu Beginn ein teils naiver, aber stets hilfsbereiter Charakter. Ihre Person steht stellvertretend für die Gesellschaftsschicht, die arm ist und zeigt den Kontrast zum Reichtum in und ums Grandhotel. Aufgrund bestimmter Vorkommnisse wird sie sich allerdings sehr verändern und am Ende weiß man sie nicht mehr wirklich einzuschätzen. In der Fortsetzung darf man wohl gespannt sein, wie es mit ihr weitergeht.

Fazit

Trotz der Kritikpunkte ein gelungener Einstieg zu dieser Familiensaga. Im Verlauf des Buches kommt allerdings ein gewisses Maß an Brutalität vor. Vor allem am Ende bietet uns die Autorin  noch einmal eine große Portion davon und liefert damit einen schockierenden Cliffhanger.  Leider muss sich der Leser noch einige Zeit gedulden, bis Band 2 erscheinen soll.

Das Grand Hotel: Die nach den Sternen greifen

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