Also schwieg Zarathustra

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Frankreich: ?, 2013, Titel: 'Ainsi se tut Zaratoustra', Originalsprache
  • Köln: Egmont Graphic Novel, 2015, Seiten: 224, Übersetzt: Ulrich Pröfrock

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Kathrin Plett
Zoroastrismus oder die kulturelle Vielfalt des Iran

Buch-Rezension von Kathrin Plett Nov 2015

Zoroastrismus? Die meisten Leser werden mit diesem Begriff wahrscheinlich eher wenig anfangen können, obwohl es sich doch um eine der ältesten Religionen der Welt handelt, die etwa zwischen 1800 bis 600 vor Christus im östlichen iranischen Hochland, dem heutigen Afghanistan, entstanden ist. Auch heute noch gibt es ca. 120.000–150.000 Anhänger, die sich Zoroastrier oder Zarathustrier nennen. Größere Gemeinden leben in Indien, den USA und im Iran. Etwas geläufiger ist eventuell die Bezeichnung "Parsen", unter der man die Anhängerschaft im heutigen Indien und Pakistan kennt. Etwas bekannter könnte der Name ihres Stifters Zarathustra sein, der durch Nietzsches Werk "Also sprach Zarathustra" verbreitet wurde und an dessen Titel sich auch Nico Wilds Graphic Novel Also schwieg Zarathustra anlehnt.

Nico Wild ist Comic Journalist. Als er die Möglichkeit bekommt, die junge Sophia Yazdani, halb Iranerin und halb Französin in den Iran, das Heimatland ihres Vaters zu begleiten, ist er sofort dabei. Sophia selbst ist Architektin. Ihr Vater wurde vor kurzem in Genf auf mysteriöse Weise ermordet. Nun möchte sie seinen Traum vollenden und im Iran ein zoroastrisches Kulturzentrum eröffnen. Nico lernt auf seiner Reise das frühere Persien von einer Seite kennen, die in der westlichen Berichterstattung für gewöhnlich nicht vorkommt. Er erlebt die Kultur und das Gesellschaftsleben des modernen Iran am eigenen Leib mit und gewinnt ganz neue Eindrücke.

Nicolas Wild, geboren 1977, studierte Illustration an der École Supérieure des Arts Décoratifs in Straßburg und an der Kunsthochschule in Boston. Er illustrierte Kinderbücher, bevor im Jahr 2000 sein erster Comic veröffentlicht wurde. Wilds journalistischer Stil rückt ihn in die Nähe von "zeichnenden Reportern".

In seiner neuesten Graphic Novel widmet sich Nicolas Wild einem eher vernachlässigtem und in der Literatur nur wenig vertretenen Thema, dem Iran und der Religion der Zoroastrier. Als fiktionales Werk auf der Grundlage wahrer Begebenheiten zeichnet und schreibt er, wie er auf einer Iranreise den modernen Iran und den Zoroastrismus kennenlernt. Klingt langweilig? Nicht bei Wild, der durch seine Erzählung mit einer Kriminalgeschichte kombiniert und ihr auf diese Weise eine gewisse Spannung verleiht. Die ebenso uralte wie exotische Religion der Zarathustren bewirkt ihr übriges, denn Wild lässt seine Leser in eine fast vergessene Glaubensrichtung eintauchen, sodass die Neugier nach mehr Informationen über diese mysteriöse Religion geweckt wird. Geschickt verknüpft er Illustrationen mit Text, sodass immer nur das notwendigste, die Dialoge und kurze Informationen zu Ort und Zeit, in Schriftform erscheinen und der Rest durch die detailreichen Bilder erzählt wird. Es muss schon genau hingeschaut werden, um die Personen in der durchaus komplexen Geschichte nicht durcheinanderzubringen, denn Wild lässt seine Story zu verschiedenen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten spielen.

Durch die vielen Informationen zum Iran und dem Zoroastrismus, die er seinen Lesern gibt, lässt sich ganz nebenbei viel Neues erfahren. Es wird jedoch kein Vorwissen vorausgesetzt, um der Handlung folgen zu können.

Zusammenfassend ein gelungenes Werk von Nicolas Wild, dass sowohl ganz neue Einblicke in das Leben des modernen Iran ermöglicht und eine hierzulande beinahe vergessene Religion in den Mittelpunkt rückt. Eine lesenswerte Graphic Novel.

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