Abschaffel. Eine Trilogie

Erschienen: Januar 1985

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1985, Seiten: 490, Originalsprache, Bemerkung: Nachwort von Dolf Oehler
  • München: dtv, 2002, Seiten: 571, Originalsprache
  • München: Hanser, 2004, Seiten: 571, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Eichborn, 2011, Seiten: 5, Übersetzt: Wilhelm Genazino

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Abschaffel, Flaneur und "Workaholic des Nichtstuns" streift durch eine Metropole der verwalteten Welt.Mit innerer Phantasietätigkeit kompensiert er die äußere Ereignisöde seines Angestellten-Daseins. Das Aufbegehren der 68er ist vorbei, geblieben ist nurmehr private Trauer: Abschaffel schlägt alle Zerstreuungsangebote der Freizeitindustrie aus. Ein ganzer Katalog häuslicher Empfindlichkeiten tritt an die Stelle des nicht stattfindenden Lebens, dessen Mikro-Abenteuer aus Angst vor Missdeutung vor anderen Personen geheimgehalten werden müssen. Im Verlauf der Trilogie unternimmt Abschaffel mehrere kläglich-komische Anläufe zum Ausbruch: Zum Beispiel versucht er sich selbst in der Rolle des Nutznießers von Ausbeutung: als Zuhälter nämlich. Zu guter Letzt jedoch zwingt ihn eine psychosomatische Krankheit zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt. Hier endlich eröffnet sich Absch affel die Möglichkeit, das eigene innere Tricktheater zu reflektieren: In der letzten Szene des Romans sehen wir einen Abschaffel, der - immerhin - aus dem Fenster blickt.

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Letzte Kommentare:
23.10.2011 18:42:08
Laurent Piechaczek

Wilhelm Genanzino ist ja kein "neuer" Schriftsteller in der bundesrepublikanischen Literaturszene, nein schon seit Jahrzehnten schreibt dieser Mann und ist auch schon mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Dennoch erscheint es mir so, als ob eine breite Bekanntheit nicht vorliegt. Und, so bin ich geneigt zu sagen, zum Glück. Gilt es doch einen außerordentlich interessanten und "sprachkönnerischen" Schriftsteller kennenzulernen.
Diese Trilogie beinhaltet drei Bücher: Abschaffel, Die Vernichtung der Sorgen, Falsche Jahre. Held (kann er überhaupt so genannt werden?) ist der Angestellte Abschaffel. Ein eigenbrötlerischer, kleiner Angestellter, alleinlebend und in seinem Denken verquer und auch unkonventionell. Ein Flaneur, der gerne in seiner Stadt umher läuft. Dem die kleinen, nervigen Dinge in seinem Leben auffallen und gehörig auf die Nerven gehen. Sein Verhältnis zu Frauen ist gestört bis gar nicht vorhanden. Und so dümpelt er im tägliche Einerlei seines Lebens dahin.
Genazino ist ein Meister der Beobachtung der kleinen Dinge. Und er ist ein guter Beobachter der kleinbürgerlichen Existenz Mitte/Ende der 70er Jahre, denn aus diesen Jahren stammen die Romane. Und er verfügt über eine gute Portion Humor. So entstehen Romane, die auf der einen Seite den Blick für Dinge schärfen und andererseits einen Schriftsteller zeigen, dessen erzählerische Kraft außerordentlich ist. Kurze, auf den Punkt gebrachte Bücher eines manischen Beobachters gesellschaftlicher und individueller Vorgänge. Und dieses geschieht zB bei dem ersten Band, Abschaffel, bis zur Grenze des Peinlichen. Dennoch verfügt Genazino aber auch über die Fähigkeit, einen leichten, flüssigen Erzählstil zu entwickeln. Er braucht keine Satzungetüme um die kleinen Spleenigkeiten seiner Protagonisten zu transportieren. Auf den Punkt gebracht führt er uns in einem Spiegel die Unzulänglichkeiten des menschlichen Lebens vor.