Ende

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Barcelona: Acantilado, 2009, Titel: 'Fin', Seiten: 350, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012, Seiten: 348, Übersetzt: Matthias Strobel

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Kathrin Plett
Ende gut? Gar nichts gut!

Buch-Rezension von Kathrin Plett Feb 2012

Ende? Zu Ende sein kann vieles. Ende kann bedeuten, dass etwas abgeschlossen ist, eine Episode oder ein Abschnitt vorbei ist oder aber auch das Ende des Lebens. Doch was David Monteagudo in seinem Debütroman unter Ende versteht, geht darüber weit hinaus.

Neun Freunde treffen sich nach 25 Jahren wieder. Obwohl sie einst eine eingeschworene Clique waren, haben sie sich im Streit getrennt. Vor dieser Krise haben sie sich allerdings geschworen: Egal was auch passieren wird, sie werden sich 25 Jahre später in einer abgelegenen Berghütte wiedersehen.

Von Beginn an steht die Feier unter keinem guten Stern. Die Stimmung zwischen den einstigen Freunden knistert, das Konfliktpotenzial ist hoch und es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen, bis scheinbar ein Stromausfall das Treffen in eine völlig andere Richtung lenkt. Nicht nur die elektrische Versorgung fällt aus, sondern alles, was in irgendeiner Weise mit Elektrizität zu tun hat: Feuerzeuge, Autobatterien, Taschenlampen. Die Sache wird immer mysteriöser, als ein Freund nach dem anderen verschwindet. Glauben die übrig gebliebenen anfangs noch an eine freiwillige Flucht, deutet mit der Zeit alles darauf hin, dass sich die jeweilige Personen in Luft aufgelöst haben. Als sie sich auf den Weg machen, eine größere Stadt zu erreichen, ist die komplette Gegend menschenleer und verlassen. Bei den verbliebenen Freunden wächst die Angst. Werden auch sie verschwinden? Die Stimmung wird immer aggressiver, jeder gibt dem anderen die Schuld. Zwischen Panik, Hoffnung und Verzweiflung zeigen sich die wahren Charaktere.

Ende von David Monteagudo ist ein packender Roman, der den Leser in seinen Bann zieht. Die Handlung ist eine geschickte Mischung aus unterschiedlichen Erzählsträngen, die für sich gesehen schon einiges an Spannung zu bieten haben - und in Kombination zum weiterlesen animieren.

Zum einen ist da die Grundhandlung: Neun Freunde, die sich nach 25 Jahren wieder treffen. Zum anderen wartet die vielschichtige Figurenkonstellation – bestehend aus neun Charakteren - die zunächst einzeln vorgestellt und deren Sicht der Dinge dem Leser vermittelt werden. Erst danach treffen alle Protagonisten am selben Ort ein und setzten ihre Geschichte fort. Ein weiterer  Strang setzt sich aus einer distanzierten Beschreibung zusammen, in der der Leser direkt vom Erzähler angesprochen und ihm so das Gefühl vermittelt wird, selbst dabei zu sein. Je weiter sich die Story entwickelt, desto mehr werden die verschiedenen Teile zu einem Ganzen zusammen gefügt, überschattet von der mysteriösen, unheimlichen Situation und der Angst, die durch das Verschwinden der Menschen entsteht.

Der Autor versteht es, seinen Lesern die Angst der Figuren spüren zu lassen und macht die Panik greifbar, indem er sie mit in die Handlung einbezieht. Durch die schnelle Abfolge der einzelnen Ereignisse nimmt die Geschwindigkeit im Roman zu, die sich auch auf den Leser überträgt und er von der Story förmlich mitgerissen wird. Einerseits neugierig, wie es weitergeht, was als nächstes passiert, andererseits befürchtend, welche Katastrophe sich als nächstes ereignet.

David Monteagudo hat mit seinem Roman ein gelungenes Debüt geschafft. Er versteht es, seine Leser zu fesseln, Spannung aufzubauen und zu halten und die Emotionen, die sich in der Story abspielen, selbst spüren zu lassen. Handlung und Stil ergänzen sich, der Wechsel zwischen den Perspektiven, die unterschiedlichen Sichtweisen tragen zu einer eigenen Dynamik und Spannung bei. Da große Teile des Romans aus Dialogen bestehen, wirkt die Geschichte greifbar.

Zu kritisieren ist lediglich die stellenweise phantastisch und unrealistisch wirkende Rahmenhandlung, die bis zum Schluss viele Fragen offen lässt, was jedoch gleichzeitig zur Struktur des Romans passt und ihn somit von der Masse gängiger Geschichten abgrenzt.

Ende ist eine fesselnde Story, die den Leser packt. Am "Ende" bleibt ein beklemmendes Gefühl, ein Ende mit Nachwirkung.

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Letzte Kommentare:
18.02.2015 12:53:43
KrustyFM

ENDE ist ein schnell zu lesendes Buch, bei dem der Leser sicher immer wieder wissen will, wie es weitergeht. Keine sperrigen Sätze oder ausufernde Charakterkonstruktionen. Aber dadurch auch mit relativ wenig Tiefe.

Die Geschichte selbst ist klar umrissen: Einige Freunde wollen/sollen sich nach vielen Jahren wiedersehen und an einem bekannten Ort zusammenkommen. Es fehlt jedoch ein alter Freund und dann geschieht in der Nacht etwas. Einer nach dem anderen verschwindet in den kommenden Zeiten.

Leider verliert sich der Autor zu oft in Klischees. Männer haben eitle Typen zu sein, rauhbeinig, etwas mysteriös und stark. Frauen sollen alles zusammenhalten und das Gleichgewicht herstellen. Der Autor beachreibt nur wenige Charaktere genauer, der Rest - den man sicher auch gerne näher kennengelernt hätte - bleibt eindimensional. Das Verschwinden einzelner Personen wird scheinbar oft einfach so hingenommen, dann geht der Marsch aber schnell weiter. Man erfährt einfach zu wenig echte Details und Infos, um sich mit den Charakteren identifizieren zu können oder sie zu mögen. Sie bleiben allesamt auf Distanz und damit wenig interessant. Und die Personen, die wir näher vorgestellt bekommen, sind nicht gerade die klassischen Helden oder Kumpel, mit denen der Leser mitfiebert.

Dass dann auch eine immer wieder thematisierte Verschwörung nur eine Randnotiz bleibt, ist schade. Zum Ende des Buches scheinen auch die Ideen ausgegangen zu sein oder die Lust. Denn so viel Zeit sich der Autor für die ersten 100 und mehr Seiten nimmt, so schnell geht es am Ende auch zum Ende - etwas zu hastig. Dass der Leser im Dunkeln bleibt ist ok, hier darf der Grund für die Story selbst gesponnen werden. Aber wenigstens ein paar Hinweise hätte es dann doch geben dürfen, denn so ist einfach alles möglich.

Insgesamt hätte das Buch mehr Charaktertiefe vertragen können. Das Ende und der etwas sehr zufällige "Fund" kurz vor Schluss wirken so, als ob der Autor lieber ein Drehbuch als einen Roman häte schreiben wollen. Dazu passt, dass auf den letzten Seiten nahezu schon die Kameraeinstellung beschrieben wird. Inspiriert von einigen Filmen scheint das Buch ohnehin zu sein.

Für mich ist es ein feiner Ansatz eines guten Buches, das irgendwie zu schnell fertig wurde. Fürs schnelle weglesen ist ENDE allemal gut.

Film & Kino:
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