Lookalikes

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Erding: Strunz! Enterprises, 2011, Seiten: 1, Bemerkung: Hörspiel

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Romy Fölck
Mühsam - bis der Autor als Romanfigur auftaucht

Buch-Rezension von Romy Fölck Nov 2011

Auf der Düsseldorfer Kö tummeln sich die Lookalikes, Doppelgänger von Celebrities wie Josephine Baker, Justin Timberlake, Elvis Presley, Britney Spears und Lady Gaga und kommunizieren über ihre angebeteten Stars, deren Biografien, Platten und sexuelle Neigungen, haben Affären miteinander, die sie über soziale Netzwerke ausleben und sinnieren miteinander im Jacques-Lacan-Zirkel. Nach einem Handlungsstrang sucht man hier vergeblich.

Thomas Meinecke, der selbsternannte Pop-Autor, unterstreicht erneut mit "Lookalikes" seine Liebe zum Textbaustein-Roman. Er würfelt zusammen, was ihm unterkommt: Interviews, Chatverläufe, Songtexte, E-Mails, Essaypassagen - mal in Deutsch, mal in Englisch und sampelt so einen Roman. Es gibt keinen Fluss beim Lesen, man pirscht sich mühsam vorwärts. Die Lektüre fühlt sich an, als schnappe man in einem Raum voller Menschen verschiedene Gesprächsfetzen auf und versuche sie zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Was nicht gelingen kann.

Meineckes Schreibstil ist ohne Frage verwegen und wenn man sich darauf einlässt, meint man für einen Moment, dass man nur darauf gewartet hat, diesen Textsalat mit Genuss zu verzehren. Leider hält die Motivation nicht lange an, da man sich durch den oberflächlichen Alltag von professionellen Doppelgängern gräbt, die sehr schnell mit ihren seichten Gesprächen langweilen. Der Versuch, eine Verbindung zu diesen Figuren herzustellen scheitert, weil Meinecke sie (offensichtlich gewollt) fade und phrasenhaft zeichnet.

Erst als der Autor im zweiten Handlungsstrang in Form der Romanfigur Thomas Meinecke im Buch auftaucht, bekommt die Lektüre eine Art von Handlung und endlich auch etwas Charakter. Die Idee des Autors, sich selbst in den Roman zu integrieren und in der dritten Person über seine Erlebnisse im Brasilianischen Salvador de Bahia zu berichten, wohin er auf Ruf des Goethe-Institutes reist, ist ein willkommener Richtungswechsel. Denn plötzlich ist nicht nur ein dünner Faden im Text erkennbar, sondern es gelingt dem Autor endlich, die Authentizität einer Figur zu vermitteln, die man bei den Düsseldorfer Lookalikes bis zum Ende unsinnigerweise sucht. Ob dies vom Autor gewollt oder aufgrund der Nähe zu seiner Romanfigur Thomas Meinecke ein in Kauf genommener Effekt ist, wird nicht klar.

Thomas Meinecke interessiert sich, wie schon der Schriftsteller Hubert Fichte in den 1970er Jahren, in Bahia des Salvador für die afro-brasilianische Religion des Candomblé und wohnt einigen teils blutigen Ritualen bei, um nach der Schilderung seiner Empfindungen dann doch wieder mit Hubert Fichte und dessen Romanfigur Jäcki dazwischen zu grätschen und ihre Spuren in Brasilien und Erfahrungen mit dem Candomblé-Spiritismus auszuleuchten.

"Ich glaube nicht daran, dachte Jäcki. Ich will den Glauben analysieren. Ich glaube nicht, dass sie mit Melonen Unglück, Krankheit und Tod beschwören. Denn wenn ich es glaubte, ändert sich alles, was wir wissen und die ganze Welt."

Der Leser springt auf fast 400 Seiten von einem Textfragment zum Nächsten und auch wenn er nicht in wirklichem Genuss endet, hallt Meineckes Roman beim Zuschlagen für einen Moment nach.

"Ich verarbeite nur. Und vielleicht kommt am Ende doch etwas Eigenes raus, mehr als nur die Zusammenfassung einzelner Quellen. Lady Gaga macht nichts anderes", sagte Meinecke gegenüber der Literarischen Welt.

Zumindest hat er mit der Einführung der Romanfigur Thomas Meinecke einen ersten Schritt in diese Richtung getan.

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