Der Garten Eden

Erschienen: Januar 1987

Bibliographische Angaben

  • New York: Scribner, 1986, Titel: 'The garden of Eden', Seiten: 247, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1987, Seiten: 317, Übersetzt: Werner Schmitz
  • Berlin; Weimar: Aufbau, 1989, Seiten: 263, Bemerkung: Ausgabe für die DDR und andere sozialistische Länder
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1990, Seiten: 317
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999, Seiten: 317

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Sebastian Riemann
Die Abwechslungen im Eheleben

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Okt 2011

Ausufernd war das Manuskript, sehr groß geraten, und eben nur ein Manuskript, das der Autor zu Lebzeiten nicht mehr bearbeiten konnte, um ihm die Form und Straffheit eines Romans zu geben. Da es sich bei dem Autor jedoch um Hemingway handelt, machten sich Nachlassverwalter, Erben und Verleger daran, das Material zu kürzen, zu ordnen und zu arrangieren. Der Garten Eden ist ein schmaler Roman, hat nichts mehr von der Überfülle seines Manuskripts. Er erschien viele Jahre nach dem Tod Hemingways und lässt neben der Kunst des ausgezeichneten Schriftstellers auch Ungewissheiten und Zweifel erkennen.

David und Catherine verbringen ihre Flitterwochen am Meer im Süden Frankreichs. Sie sind jung, sehen gut aus und genießen das Leben. Er ist ein aufstrebender Schriftsteller, hat guten Grund, sich auf eine Zukunft mit Erfolg, ein wenig Ruhm und genügend Geld zu freuen. Sie kommt aus reichem Hause, verfügt über sehr viel Geld und ist frei wie ein Vogel. Die gemeinsame Zeit ist geprägt von Genuss und Freude, von Sex, gutem Essen und viel Alkohol. Nachmittags gehen sie gerne schwimmen. Dann ziehen sie sich die leichten Espadrilles an und fahren mit dem Bugatti zur nächsten Bucht, in der sie von niemandem gestört werden. Oder David angelt und fängt einen besonders großen Fisch, der das ganze Dorf in Staunen versetzt und Catherine beeindruckt. Es ist alles, so will man meinen, wenn man die beiden in ihren Flitterwochen beschaut: Perfekt. So weit das Auge reicht, sind keine grauen oder gar schwarzen Wolken am Himmel zu sehen.

Doch David spürt in sich den Drang zu schreiben. Sein Verleger benachrichtigt ihn, sein letztes Buch verkaufe sich gut. Also steht dem nächsten Buch nichts im Weg. Er muss jetzt nachlegen, sagt sich David. So wunderbar, schön und leicht die Flitterwochen auch sind, sie sind unproduktive Zeit. Unkompliziert ist das Dasein an der Seite Catherines, die sich ganz natürlich dem Genuss hingibt und wenig Antrieb verspürt, sich anderweitig zu beschäftigen. David aber muss schreiben. Das weiß er und davor verspürt er mitunter Angst, denn nunmehr sind es viele Wochen, die sich aneinanderreihen und in denen er nichts vollbrachte. Kann er noch schreiben? So gut wie zuvor? Mit der Unterstützung Catherines wagt er es.

Während David in einem separaten Arbeitszimmer Wörter auf Papier bringt, verbringt seine junge Frau die Zeit mit Neuerungen. Im Nachbarort lässt sie sich die Haare schneiden. Wie ein Junge. Auffallen will sie und etwas neues probieren, deshalb bittet sie den Friseur um einen Schnitt, der sich für eine Frau eigentlich nicht ziert. David ist sehr verliebt und liebt auch den neuen Haarschnitt seiner Frau. Doch das veränderte Aussehen bildet nur den Anfang. Mit der Zeit sucht Catherine immer neue Wege, ihr Leben - und das Leben Davids - zu verändern. Eines Tages bringt sie eine junge Französin mit ins Hotel. Sie soll die Zeit mit dem Ehepaar verbringen, sie ist so hübsch.

David arbeitet unterdessen an einer Geschichte, die er schon seit langer Zeit vor sich her schiebt. Stets floh er vor dieser Geschichte, fühlte sich nicht in der Lage sie zu schreiben. Plötzlich jedoch, inmitten der Veränderungen in seinem frischen Eheleben, mit zwei Frauen an seiner Seite, wagt er sich an diese eine, an die wahre Geschichte heran und ist überrascht wie gut er mit dem Schreiben vorankommt. Etwas besonderes schafft er, etwas vorher undenkbares. Es ist eine Geschichte aus seiner Kindheit, da er in Afrika lebte und mit seinem Vater auf die Jagd ging. Elefantenjagd. In einer nahezu mystischen Nacht hatte er, der kleine Junge, den großen, alten Elefanten in der Nähe des Lagers gesehen und es daraufhin seinem Vater mitgeteilt, der zur Jagd auf das Tier rief.
Die beiden Projekte der Eheleute spitzen sich zu und kollidieren am Ende des Buches.

In einfachster Sprache beschreibt Hemingway die Ereignisse und die Gefühle der involvierten Personen. Das ist sein Stil, so erwartet man es von ihm. Direkt werden die Dinge angesprochen, beim Namen genannt. Dazu gibt es leger-dekadenten Lebensstil, viel Erotik und Elefantenjagd in Afrika. Eine todsichere Kombination und trotzdem fehlt dem Ganzen etwas. Zu leicht geschehen die Dinge, es scheint das große Thema im Hintergrund zu fehlen. Der innere Zusammenhalt ist nicht gegeben wie er bei anderen Büchern des Autors gegeben ist. Trotzdem ist Der Garten Eden ein unterhaltsames Buch und empfehlenswert, das zweifach die Nerven aufreibt.

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