Small Country

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Dublin: New Island, 2006, Titel: 'Not a star', Seiten: 69, Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2011, Seiten: 3, Übersetzt: Simone Kabst & Christian Baumann

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Kathrin Plett
Was wäre wenn...

Buch-Rezension von Kathrin Plett Sep 2011

Unerwartete Wendungen im Leben, Situationen, in die man lieber nicht geraten möchte - oder das Überwinden der eigenen Schamgrenze: Wie reagieren Menschen, wenn sie auf bis dahin für sie unvorstellbare Lebenslagen treffen? 

Nick Hornby geht in seinem neuen Buch "Small Country" genau diesen Fragen nach. In vier Kurzgeschichten konfrontiert er seine Protagonisten mit den abstrusesten Ereignissen und persönlichen Katastrophen. Er schildert darin ihren individuellen Weg, das Beste aus der Situation zu machen und über sich selbst hinauszuwachsen.

Da wäre die biedere Mutter, die plötzlich erfährt, dass ihr als Musterjunge wahrgenommener Sohn als Pornovideodarsteller arbeitet. Dabei fand Sexualität bis dahin nur hinter geschlossenen Vorhängen statt, wurde totgeschwiegen und mit Sicherheit nicht offen angesprochen. Allein die Fragen, wie man seinen Nachbarn in Zukunft begegnen soll, ob man den Sohn direkt anspricht, es besser sein lässt, sind schwer zu beantworten. 

Oder die Vorstellung, in dem kleinsten Land der Welt zu wohnen: In Campina. Das Leben dort könnte unglaublich entspannend und erholsam sein. Jeder kennt jeden, es gibt keine Kriminalität und die eigene Mutter ist sogar die Präsidentin. Wäre da nicht die Tatsache, dass der männliche Anteil der Einwohner gerade ausreicht, um eine Fußballmannschaft zu stellen, die aufgrund des Landesstatus von Campina gleichzeitig Nationalmannschaft wäre. Wenn man eigentlich Fußball hasst, kann der Ausfall eines Spielers also bedeuten, dass man von jetzt auf gleich gezwungen ist, Nationalspieler des eigenen Landes zu werden. Die totale Blamage?

Etwas Phantasie erfordert auch die nächste Episode. Der Kauf eines Videorekorders, der eigentlich aufzeichnen soll, spielt unaufgefordert ab - und zwar das künftige Fernsehprogramm. Sendungen, die noch nicht gelaufen sind, erst in über einem Monat über den Bildschirm flimmern werden. Super: Handballergebnisse, Lottozahlen – alles im voraus kennen. Doch der Albtraum folgt: Nachrichten einer Katastrophe werden gezeigt, das Bild wird schwarz... Kann man mit diesem Wissen weiterleben? Wie? Carpe diem oder verzweifeln. 

In seiner letzten Geschichte lässt Hornby seinen Protagonisten vom einfachen Türwächter einer Disco zum Bewacher eines umstrittenen Kunstbildes - einer Jesusdarstellung aus entblößten Oberweiten zusammengesetzt - aufsteigen. Der Stolz des ungebildeten Mannes, eine solch kulturelle Tätigkeit ausführen zu dürfen, ist gewaltig. Die Illusion platzt, als er zum unfreiwilligen Statisten der Künstlerin wird, die seine Naivität missbraucht. Sein Stolz ist im Keller, sein neues Selbstbild zerstört.

Nick Hornby beweist mit seinen Kurzgeschichten eine scheinbar unerschöpfliche Phantasie und Kreativität. Aber der Autor bietet mehr als reine Unterhaltung: Er regt seine Leser an, sich selbst an die Stelle der Protagonisten zu stellen und sich zu fragen, ob die eigene Reaktion ähnlich souverän wie die der Romanfiguren wäre.  Hätte der Leser selbst die Stärke, ungebrochen aus der scheinbaren Katastrophe herauszugehen und das Leben grundlegend umzukrempeln - wie die Protagonisten der Geschichten?

Dadurch, dass der Autor die Figuren selbst aus ihrer Perspektive erzählen lässt, kann jeder ihren Gedanken und Zweifeln folgen, bekommt ihre Entscheidungen mit und wird geleitet. Geleitet, die Situationen zu meistern 

Hornbys neuer Roman ist eine verblüffend-überraschende Sammlung vierer Kurzgeschichten, die gleichzeitig unterhaltsam und humorig zu lesen sind, den unverkennbaren Witz des Autors widerspiegeln, gleichzeitig aber tiefsinnig und berührend sind. Spritzig und voller Skurrilität ermöglicht Hornby durch seine lebendigen Figuren Gedankenspiele, die trotz aller Irrealität gar nicht so weit weg scheinen.

 

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Letzte Kommentare:
14.02.2012 01:55:40
Jochen

Äh, "Small Country" ist natürlich kein Roman, sondern ein Quartett bestenfalls durchschnittlicher Kurzgeschichten. Aufgeblasen durch Großdruck und Zeilenschinderei, damit man dieses - in jeder Hinsicht kleinformatige - Werk als ganzes Buch verkaufen kann. Die erste Geschichte - Eltern finden heraus, dass ihr geliebter Sohn, dank seines enormen Gemächts, in Pornofilmen mitspielt - mag in den 50ern, vielleicht noch in den 60ern ein heikles Thema gewesen sein, so gelangweilt wie Hornby die Story runter spult, ist es nur öde. Fußballspielen im kleinsten Land der Welt. Nette Idee. Für einen Witz. Den Hornby dann auch viel zu lang und mit vorhersehbarer Pointe erzählt. Der Rest ist ein leidlich amüsantes Science-Fiction-B-Movie (der Weltuntergang als Chance seine Jungfräulichkeit zu verlieren) und eine Geschichte, die bereits seit einem guten Jahrzehnt (auch auf Deutsch) erhältlich ist. Ergibt: mäßig unterhaltsame Toilettenlektüre zu einem inakzepatblen Preis.