Die Launen des Meeres

Die Launen des Meeres
Die Launen des Meeres
Wertung wird geladen
Monika Wenger
731001

Belletristik-Couch Rezension vonSep 2026

Sehr viel Romantik und eine sich verändernde Welt.

Fünfundzwanzig Jahre nachdem ein gewaltiger Sturm über die Äußeren Hebriden hinweggefegt ist und einen Teil der Küste ins Meer gespült hat, wartet Nana June am Bahnhof von Nova Scotia auf ihre Enkelin Eleanor Mills. Ellie, wie die Nana sie nennt, wird vorübergehend bei ihr wohnen, bis ihre Mutter an der Westküste eine Bleibe für sich und ihre Tochter gefunden hat.

Ellie und Saltwell Island

Die Tage, Monate und Jahre verstreichen, doch Ellies Mutter unternimmt nichts, um ihre Tochter zu sich zu holen. Das Mädchen bleibt daher bei ihrer naturverbundenen Großmutter. Im Herbst nach Ellies zwölftem Geburtstag erreicht wieder einmal ein Sturm die Küste. Doch diesmal ist etwas anders. Ellie glaubt, ein Schiff sei an den Felsen vor dem Haus auf Grund gelaufen. Neugierig macht sie sich in einem Fischerboot in die Nacht hinaus auf, um nachzusehen. Es ist jedoch kein Schiff, sondern eine kleine Insel, die sich in den Felsen verfangen hat. Als Ellie an Land zurückkehrt, ist nicht nur eine Nacht, sondern eine ganze Woche vergangen. Diese Erkenntnis wirft das Mädchen komplett aus der Bahn. Sie traut ihren Sinnen nicht mehr. Unterdessen ist die Insel, Saltwell Island, freigekommen und mit der Strömung weitergezogen. Seither vergeht praktisch kein Tag, an dem Ellie nicht an die Ereignisse jener Nacht denken muss. Die Insel und ihr einsamer Bewohner sind ihre ständigen Begleiter. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass die Insel gesichtet wurde. Es ist jedoch nie etwas Konkretes. Doch eines Tages erfährt Ellie, dass sich Saltwell Island bei den Färöer-Inseln befindet. Kurzentschlossen bucht sie einen Flug dorthin, um endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen.  

Natur und Mystik

In erster Linie ist dieser Roman eine Liebesgeschichte. Er erzählt jedoch auch von Trauer, Verlusten und Einsamkeit. In bildhafter Sprache beschreibt er zudem das Meer und die Natur. Beim Lesen kann man sich sehr gut die Landschaften und die Gezeiten, die die Insel weitertreiben, vorstellen.
Der Einstieg mit dem Prolog aus dem Jahr 1952 verspricht eine spannende Geschichte. Rasch baut sich eine besondere Atmosphäre auf, die eine Weile auch anhält. Ungefähr in der Mitte ändert sich die Stimmung. Durch die ständigen Wiederholungen verlieren sowohl der Schwung als auch die Spannung an Kraft. Ellies sich wiederholende Gedankenspiralen prägen diesen Abschnitt. Gegen Ende führt die Handlung schließlich in eine dystopische Zukunft.
Shea Ernshaws Schreibstil überzeugt allerdings über weite Teile und ihr Talent, Landschaften und Gezeiten so anschaulich und detailliert zu beschreiben, macht vieles wieder wett.

Fazit

«Die Launen des Meeres» von Shea Ernshaw beginnt abenteuerlich-mystisch und entwickelt sich zu einer befremdlichen Postapokalypse mit romantischem Ende. Durch die abrupte Veränderung der Stimmung am Ende des Romans verliert die Geschichte einen großen Teil ihrer Faszination. Trotzdem könnte der Titel Fans romantischer Fantasy gefallen.

Die Launen des Meeres

Shea Ernshaw, Blanvalet

Die Launen des Meeres

Ähnliche Bücher:

Deine Meinung zu »Die Launen des Meeres«

Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer und respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Bitte Spoiler zum Inhalt vermeiden oder zumindest als solche deutlich in Deinem Kommentar kennzeichnen. Vielen Dank!

Letzte Kommentare:
Loading
Loading
Letzte Kommentare:
Loading
Loading

Film & Kino:
The Crown - Staffel 3

Die Queen in ihrer vordergründig repräsentativen Rolle ist eine zeitgeschichtliche Ikone, sodass der Erfolg der seit 2016 bei Netflix laufenden Serie „The Crown“ nicht verwundert. Die dritte Staffel markiert allerdings einen Umbruch: Die Royal Family ist in den 60er-Jahren angekommen und viele Rollen werden neu besetzt, da auch die Blaublüter nicht vor dem Altern gefeit sind. Titel-Motiv: © Des Willie / Netflix

zur Film-Kritik