Die Löwinnen von Teheran
- Adrian & Wimmelbuch Verlag
- Erschienen: Mai 2026
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Unterschiedliche Realitäten vertreiben die Leichtigkeit der Kindheit.
In den 1950er-Jahren werden zwei siebenjährige Mädchen aus unterschiedlichen Vierteln Teherans Freundinnen. Nicht nur ihre Herkunft unterscheidet sie. Ihre Charaktere sind grundverschieden. Homa ist lebendig, interessiert und unternehmenslustig. Ellie hingegen ist schüchtern, zaghaft und etwas konservativ.
Unzertrennlich
Nach dem Tod ihres Vaters ziehen Ellie und ihre Mutter vom wohlhabenden Norden in den ärmlichen Süden Teherans. Die Mutter behütet ihre Tochter und verbietet ihr den Umgang mit den Kindern des Viertels. Doch dann lernt Ellie Homa und ihre Familie kennen.
„Hatte meine Mutter je eine Freundin gehabt, die ihr die dunklen Tage etwas erhellte, eine Freundin, die ihr das Gefühl gab, diese Welt – die laut Mutter von so vielen Grausamkeiten und Menschen erfüllt war, die uns mit ihrem bösen Blick cheshmen wollten – sei gleichzeitig wunderschön und voller Freude und Abenteuer?“
Homa kämpft beharrlich um Ellies Gunst und hat Erfolg. Schon bald sind die Mädchen unzertrennlich.
Über Jahre hinweg versucht Ellies Mutter, diese Freundschaft zu unterbinden, doch es gelingt ihr nicht. Auch nicht, als sie wieder heiratet und mit ihrer Tochter in den Norden Teherans zurückzieht. Homa schafft es, dieselbe Schule wie Ellie zu besuchen. Doch die Zeiten ändern sich. Ellies privilegiertes Leben entfremdet die beiden immer mehr voneinander.
Persönliches und Politisches
In ihrem Roman „Die Löwinnen von Teheran“ beschreibt Marjan Kamali die Freundschaft zweier Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in den 1950er-Jahren. Sie erzählt von ihren ungleichen Träumen und Erwartungen in einem von politischen Spannungen geprägten Umfeld. Während die Mädchen heranwachsen, werden die Rechte der Bürger und später vor allem die der Frauen immer weiter eingeschränkt. Viele Iraner und Iranerinnen verlassen daraufhin ihre Heimat. Diejenigen, die bleiben, leben in einem Klima voller Angst und Denunziation. Diese Atmosphäre hat Marjan Kamali anschaulich und nachvollziehbar eingefangen. Die fiktive Erzählung mit den politischen Ereignissen zu verbinden, ohne dass diese zu viel Raum einnehmen, ist ihr gut gelungen.
Die Geschichte von Homa und Ellie ist gut zu lesen und durch die persischen Ausdrücke wirkt sie authentisch und vermittelt Nähe.
Fazit
Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Freundschaft und Familie. Zwar spielt die Politik Irans eine nicht unwichtige Rolle, doch gebührt ihr nur ein Nebenschauplatz. Die Hauptrolle gehört den beiden Protagonistinnen und ihrer Freundschaft sowie der iranischen Geschichte und ihre Kultur. Sie prägen die Erzählung. Diese Mischung garantiert ein unterhaltsames und emotionales Lesevergnügen.

Marjan Kamali, Adrian & Wimmelbuch Verlag

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