Coma

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Universal, 2009, Seiten: 4, Übersetzt: Markus Kavka

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In Ardgirvan, einer kleinen Stadt an der Westküste Schottlands, leben zwei Brüder, die wenig miteinander zu tun haben, gemeinsam ist ihnen nur die Mittelmäßigkeit, in dem, was sie tun: Gary arbeitet seit seinem 17. Lebensjahr in der Verwaltung von Henderson’s Gabelstaplerwerk, seine größte Leidenschaft gilt dem Golf spielen, das er nicht kann, die zweitgrößte seiner Frau, ehemals Maikönigin von Ardgirvan, die ihn nicht lässt. Während er sich seinen neun Löchern widmet, betrügt sie ihn mit dem lokalen Teppichbaron. Lee ist ein untalentierter Gangster, der wegen eines geplatzten Drogendeals die berüchtigtste Verbrecherdynastie der Stadt am Hals hat. Als Gary von einem Golfball am Kopf getroffen wird und ins Koma fällt, nehmen die Ereignisse eine jähe Wendung. Gary erwacht und leidet fortan an einer speziellen Form des Tourette Syndroms: permanent spürt er den Drang, öffentlich zu masturbieren. Aber er kann plötzlich Golf spielen und qualifiziert sich für ein Turnier nach dem anderen. Währenddessen erhält Lee den Auftrag, eine unschuldige Frau zu töten, um seine Schulden zu begleichen. Auf verhängnisvolle und sehr komische Weise kreuzen sich die Wege der beiden Brüder, und alles läuft auf einen großen Showdown bei der British Open Championship zu.

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Letzte Kommentare:
07.03.2015 08:51:51
Thomas Liehr

Wenn ein recht vorhersehbarer Roman, der sich auch noch einem Sujet widmet, das eigentlich als Synonym für Langeweile steht (nämlich: Golfsport), dennoch Spaß macht, muss das seine Gründe haben. Und das sind die folgenden:

Der mediokre Schotte Gary Irvine hat die sehr attraktive Pauline "abgekriegt", und damit änderte sich sein Leben. Alle Ambitionen wichen den Problemen des Alltags, und statt in Glasgow zu studieren, ist Gary Angestellter eines Gabelstaplerherstellers geworden. Vom Vater infiziert, ist er außerdem ein erfolgloser Golfverrückter; der Sport dient ihm nebenbei als Ausgleich dafür, dass sich die Ehefrau frigide gibt - tatsächlich pimpert sie heimlich mit dem lokalen Teppichbaron, der auch gerne mehr wollen würde, nach einer Scheidung aber pleite wäre.

Garys Bruder Lee ist ein dusseliger Kleinganove, ein Asi mit entsprechender Ausstattung: Sozialhaus, rotzige Kinder, anstrengendes Weib. Lee ist ein ebenso erfolgloser Krimineller wie sein Bruder vergeblich perfekte Schläge übt. Als Lee unter Dope eine Ladung Drogen im Wald vergräbt, aber später nicht mehr wiederfindet, muss er um sein Leben fürchten, denn mit dem lokalen Gangsterboss Ranta, dem Lieferanten der Ladung, verscherzt man es sich nicht. Als Gegenleistung für den Verlust wird er zum Auftragskiller: Er soll die Frau jenes Teppichbarons ermorden, die einer glücklichen Verbindung zwischen diesem und Garys Noch-Frau im Weg steht. Schließlich ist Pauline schon dabei, die Villa für das gemeinsame Glück auszusuchen.

Dann wird Gary von einem Golfball am Kopf getroffen. Nach dem Erwachen aus dem Koma leidet er unter einer Sonderform des Tourette-Syndroms, die ihn dazu zwingt, pausenlos übelste Beschimpfungen auszustoßen oder zu masturbieren, notfalls auch öffentlich. Als netter Nebeneffekt ist Gary plötzlich ein exzellenter Golfer, und nahezu unfähig, schlecht abzuschlagen. Folgerichtig stellt er einen Platzrekord nach dem anderen auf und steht bald darauf im Finale der British Open.

Tätigkeiten, die einem als sonderbar oder wenigstens langweilig vorkommen, muss man vermutlich einfach mal ausprobieren, um die Faszination zu verstehen. Tatsächlich gelingt es Niven, die Faszination der sonderbaren Tätigkeit "Golf" durchaus zu vermitteln: Das Bemühen, perfekte Schläge abzuliefern, den "Sweet Spot" zu treffen, kommt offenbar einer Sucht gleich. Wenn die akribisch-amüsanten Berichte von Schlägen, Fairways, Grüns, Eisen, Drivern und Wedges manchmal auch etwas überhand nehmen, kommt selbst bei jemandem, der diesen Sport für so gut wie überflüssig hält, doch Spannung und Interesse auf: Man versteht die Leidenschaft.

Die Handlung ist, wie angedeutet, durchaus vorhersehbar, und die Figuren sind so konturiert, wie das ein humoriger Roman offenbar erfordert. Trotzdem macht das Buch Spaß, weil Niven lakonisch erzählt, das Geschehen wirklich amüsant ist und das holzschnittartige Personal dennoch Identifikation erlaubt. Außerdem sind Garys Tourette-Ausbrüche unglaublich lustig. Damit, dass man letztlich über die Symptome einer Krankheit lacht, muss jeder Leser selbst zurechtkommen.

"Coma" (der deutsche Titel ist etwas unglücklich gewählt, der Originaltitel lautet "The Amateurs") ist keine literarische Offenbarung und längst nicht so hart wie sein Vorgänger "Kill Your Friends", aber auch keine Weichei-Lektüre. Sondern schlicht ein spannendes und unterhaltsames, manchmal sehr vergnügliches Buch über Underdogs, Schottland, Kriminalität, Liebe und ein sonderbares Hobby, bei dem man meistens kleinen Hartgummibällen hinterherschaut.