Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Piratförlaget, 2009, Titel: 'Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann', Seiten: 391, Originalsprache
  • München: DHV - Der Hörverlag, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Otto Sander

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Rita Dell'Agnese
Eine köstliche Gaunergeschichte

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2011

An seinem hundertsten Geburtstag steigt Allan aus dem Fenster des Altersheims, schlurft zum Reisezentrum der Kleinstadt, klaut einen Koffer und verschwindet per Bus. Diese Ausgangslage bietet ein breites Tummelfeld von ausgefallenen Ideen, das der Autor Jonas Jonasson durchaus zu nutzen weiß. Denn der liebenswürdig schrullige Alte trifft auf seiner Flucht vor der langweiligen Geburtstagsfeier mit pathetischen Reden auf eine ganze Reihe von mehr oder weniger skurrilen Figuren. Da ist zunächst Gelegenheitsgauner Julius, der auf einem stillgelegten Bahnhof mitten im Wald haust und auch schon 70 Jahre auf dem Buckel hat. Den beiden gewitzten Alten machen sich auf zu einer Reise durch Schweden. Begleitet werden sie vom glücklosen Imbissbuden-Besitzer Benny, der sich nicht nur als perfekter Chauffeur sondern auch als Fachmann für Katastrophen jeder Art heraus stellt.

Die Kombination der Figuren jede für sich eine Persönlichkeit mit schillerndem Hintergrund macht einen Teil des Reizes aus, der dem Roman inne wohnt. Jonas Jonasson geht dabei an die Grenzen des Machbaren. Er schafft es, bei all den Übertreibungen die Figuren so zu gestalten, dass sie bei aller Verschrobenheit liebenswürdig bleiben. Dabei beschreitet der Autor einen schwierigen Pfad: Nur Nuancen entscheiden darüber, ob das Skurrile ins Lächerliche abrutscht oder eben als köstliche Parodie bestehen kann. Bis auf wenige Passagen, in denen die Grenze nicht nur touchiert sondern überschritten wird, bleibt Jonasson auf der sicheren Seite. So entwickelt sich vor den Augen der Leser eine köstliche Gaunergeschichte, bei der man gar die absolut ungewöhnlichen Todesfälle als stimmige Entwicklung begrüßt.

Erstaunlicherweise bringt Jonas Jonasson in der Geschichte eine zweite Erzählebene unter, die der Flucht aus dem Altersheim absolut gleich gestellt ist, und ebenso mit einer Fülle von Einfällen aufwartet. Geschildert wird Allans Leben, von seiner Kindheit bis hin zum Moment, in dem er beschließt, aus dem Fenster zu steigen. Die Verknüpfung der beiden Geschichten denn sie unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung doch erheblich gelingt Jonas Jonasson so mühelos, dass die Übergänge beim Lesen kaum bemerkt werden. Hin und wieder wirft man einen irritierten Blick aufs Datum, mit dem das jeweilige Kapitel eingeleitet wird, um gleich darauf wieder ins abenteuerliche Leben des schwedischen Sprengstoffexperten Allan zu versinken oder einige Jahrzehnte später mit dem Gauner-Quartett samt Elefant Sonja vor Polizei und Gaunerboss zu flüchten.

Mit Fortlauf der Geschichte zeigen sich zwar ein paar wenige Ermüdungserscheinungen und nicht alle Situationen versprühen mehr den funkelnden Charme der ersten Kapitel, doch bleibt die Lektüre köstlich, kurzweilig und zuweilen von schwarzem Humor durchtränkt. Diesen Humor muss man mögen. Ansonsten könnte Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand einen etwas faden Beigeschmack bekommen. Tatsächlich lässt der Ideenreichtum zum Ende des Buches etwas nach und vor allem Allans Abenteuer in Russland ziehen sich dann doch etwas in die Länge, aber an der erfrischend frechen und ungewohnten Schreibweise des Autors ändert dies letztlich nichts.

Die sprachliche Umsetzung seiner durch und durch ungewöhnlichen Ideen krönt Jonassons Debüt-Roman. So wird dem Leser mit diesem übrigens nett gestalteten Paperback-Buch eine vergnügliche Lektüre geboten, die bei näherer Betrachtung gar eine Portion Lebensweisheit bereithält. Denn oft ist es seine pragmatische Einstellung, die Allan letztlich weiter bringt. Und so bleibt nach der Lektüre zumindest die Frage im Raum stehen, ob nicht ein wenig mehr Gelassenheit wesentlich mehr an Lebensqualität bieten könnte. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand vermag also auf mehreren Ebenen zu überzeugen und sollte trotzdem nur zu Hand genommen werden, wenn man bereit ist, sich auf die an sich absurde Geschichte einzulassen und ihr mit jenem Augenzwinkern zu begegnen, mit dem sie geschrieben worden ist.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 12:42:22
Rainer

Wer dieses Buch ernst nimmt hat wenig Spass . Wer sich aber einlässt , auf den , fast englisch anmutenden Humor , wer in dem skurielen Charkter der Hauptfigur die Weisheit erkennt , das man das Leben mitunter einfach kommen lassen muss , der wird jede Menge Freude haben . Fantastischer , herrlich erfrischender "Blödsinn" , der uns die Geschichte des 20.Jahrhunderts von ganz anderer Seite betrachten lässt.
Die Verfilmung hat mir persöhnlich nicht gefallen , hat sie doch meines Erachtens in zu vielen Punkten , einzelne Handlungsstränge verändert oder weggelassen .

03.03.2017 13:43:10
seicherl oester

letztklassiger mist, rezensionsmotte ringsum: eine millionen fliegen können nicht irren!
zu messen ist dieses machwerk dann auch nur an dem mist, den millionen fliegen schliesslich auch machen. geballt diesen ins gesicht zu bekommen sollte man, so einem lesen, sprache, imagination noch was bedeutet, vermeiden und das buch, so man es geschenkt bekommt sofort als sondermüll entsorgen.
jedes exemplar dessen, das in 20 jahren noch irgenwo herumliegt wird die sicht auf unsere generation bloss verdunkeln.

was da an plattem geschwurbel enthalten ist und zu einer "handlung" zusammengekleistert wird macht einen schlicht sprachlos.
letztlich sowas wie ein puzzle, bei dem die meisten elemente an beliebiger stelle das uninteressante bild einer schmutzigen wolke ergeben.

jeder japanische manga der untersten kategorie ist dieser hervorbringung haushoch überlegen, jedes andere comic (früher "schundheft" genannt)

immerhin, dass forrest gump als vorlage diente, daran konnten die sogenannten rezensenten und "kritiker" nicht vorbeigehen. aber auch forrest gump gleicht einem olymp versus dieser kloake.

wirkt alles wie aus wikipedia zusammengekleistert, absurde verniedlichungen und verzerrungen tatsächlich relevanter episoden unserer geschichte bis in die gegenwart, das ist schon gespenstisch und zeugt von einer geisteshaltung des autors, die ich lieber nicht weiter beschreiben möchte.

aber man will sich ja nicht mit einem bestseller anlegen, deswegen lässt man grimmelshausen, cervantes und so viele andere mit griffigen vergleichen im grab rotieren.

mehr möchte ich nicht sagen zum letztlich inhaltslosen geschwafel des herrn jonas jonasson,
möge er noch mehr von dieser unfassbaren müll erzeugen und von diesem irgendwann nicht mehr untersscheidbar sein...

17.11.2015 09:16:08
Janko

Allan Karlsson, am Anfang seiner elften Lebensdekade stehend, hat keine Lust darauf seinen Geburtstag in einem schwedischen Altersheim, mit lauter fremden Menschen zu feiern und möchte statt dessen noch einmal aus dem Leben ausbrechen. Da er für sein hohes Alter geistig, wie körperlich noch relativ fit ist, beschließt er kurzerhand aus dem Fenster seines Zimmers im Erdgeschoss zu steigen und sich aus dem Staub zu machen. Aus diesem Altersheimausbruch entwickelt sich eine ziemlich spezielle, gewagte aber genauso geniale Story, die vor schwarzem Humor nur so strotzt und in der der Greis Allan in so manch unverhofftes und gefährliches Abenteuer gerät. Polizei, Presse, Lokalpolitiker und sogar ein paar zwielichtige Gestalten eines lokalen Rockerclubs sind hinter ihm her. Auf seinem Ausflug oder besser gesagt auf seiner Flucht trifft er auf so manch skurrile Personen, seltsame Begebenheiten und die merkwürdigsten Situationen, bei der so manch einer sein Leben lassen muss. Nur eben nicht der Hundertjährige Allan Karlsson, der aber nicht nur auf „Feinde“, sondern auch neue Freunde trifft. Immer wieder werden mehr oder minder ausführlicher Rückblicke in Allans bewegtes Leben gewagt, welche nicht minder vor skurrilen Situationen strotzen. Von seiner Kindheit wird erzählt, seinem Heranwachsen, seinen kuriosen Ideen, seinen vielen Reisen, seiner Arbeit und seinen Begegnungen mit den verschiedensten Größen aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Fast schon grotesk nehmen sich diese unglaublichen, teils wahnwitzigen Lebensabschnitte aus. Allan ist in den letzten hundert Jahren verdammt viel rumgekommen und hat dabei allerlei interessante Menschen kennengelernt (u.a. den ehemaligen, spanischen Diktator Francisco Franco, den Entwickler der Atombombe Robert Oppenheimer, den ehemaligen Vizepräsident und späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten Harry S. Truman, des Weiteren noch Stalin, Kim Jong-il, Mao Tse-tung etc.). Der Hundertjährige hat diverse Kontinente bereist und währenddessen wahrhaftig extremes erlebt. Dabei griff er immer wieder mehr oder weniger unbewusst ins (nicht nur) politische Weltgeschehen ein, geriet überdies in die ausweglosesten Situationen, aus denen er sich wie ein glitschiger Aal immer wieder herauswinden konnte und hat mit seinen schelmischen Geistesblitzen sogar einen Atomkrieg verhindert. Hier wird derart dick aufgetragen, dass ganze Teile der Geschichte umgeschrieben werden müssten, wenn es sich hierbei nicht um Fiktion handeln würde. Aus dem Leben eines Hundertjährigen kann man eben aus den Vollen schöpfen. Einfach großartig gemacht! Makabre, schwarz humorige, coole, abgefahrene Ideen, klug und bedächtig in Szene gesetzt, sind die Saat für dieses total verrückte und typisch skandinavische Storyboard. Es geht um alles andere als um Glaubwürdigkeit, sondern lediglich darum gut zu unterhalten. Und das kann Herr Jonasson wahrlich gut. Ständig drückt es einem die Mundwinkel nach oben. Jonas Jonasson gelingt es dabei, die Geschichte nach allen Seiten hin fein auszuschmücken, ohne dabei langweilig zu werden. Ein klein bisschen erinnert mich seine Schreibe auch an den großartigen finnischen Autor Arto Paasilinna, der in „Der Hundertjährige…“ auch an einer Stelle Erwähnung findet. Jonassons Geschichte mutet dabei aber moderner, humoriger und wesentlich dichter an. Ich bin gespannt, wie man diese Geschichte filmisch umgesetzt hat. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! Ein großartiges, fein durchdachtes Schelmenstück, mit viel Liebe zum Detail und einem riesengroßen Herzen.
Meine Wertung: 94/100

20.03.2014 15:04:13
Darix

Herrlich verquer und schräg, ein wenig bizarr, ein wenig wie Forrest Gamb. Allan, der unverwüstliche Sprengstoffexperte und lebensfreudiger alter Mann. Skurrile Kontakte mit allen Großen der letzten Hundert Jahre, Mao, Franco, Truman, Jonson, Stalin, De Gaulle, er rettet Churchill das Leben, welch ein herrlicher Nonsens, mit Tiefsinn verbunden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann setzen sie ihren Unsinn fort, Großartig!

13.10.2013 09:40:57
felshocker

Das Buch hinterlässt nachdem man es gelesen hat ein gutes Gefühl. Es ist sehr einfach geschrieben und man liest es in einem Rutsch durch. Wäre es ein Film, würde man es als Roadmovie bezeichnen.

Sicherlich nicht das beste Buch was ich jemals gelesen habe,aber definitiv überdurchschnittlich. Wobei es für meinen Geschmack etwas überbewertet ist, aber dies ist ja bei Büchern wie meist Geschmackssache.

Ich bin gespannt ob man von diesem Autor noch mehr zu lesen bekommt und wenn ja, wie mag wohl die nächste Geschichte aussehen?

01.10.2013 03:48:03
kianan

Liebevoll, skuril und witzig, jedoch streckenweise - sorry - langatmig. Bei all den positiven und hochjubelnden Kommentaren hier und anderswo hatte ich mir jedoch etwas anderes erwartet. Im Gegensatz zu anderen Büchern hat dieses bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ich fand es unterhaltsam, jedoch würde ich es nicht nochmals lesen.

30.09.2013 13:12:51
wie auch immer

Sehr unterhaltsames Buch, ich habe es mit sehr viel Freude an zwei verregneten Urlaubstagen genossen. Wenn die Geschichte auch an den Haaren herbeigezogen scheint und durch all zuviele Zufälle glänzt, habe ich mich sehr amüsiert und auch noch ein wenig meine Geschichtskenntnisse wieder aufgefrischt. 90 %!

19.05.2013 17:23:45
M-Luise

Ein sehr unterhaltsames Buch mit einem liebenswerten Hauptakteur, dass ich mir da aus der Bücherei geholt habe. Herr Jonasson kann fabulieren und es macht großen Spaß, Allan Karlsson durch sein bewegtes Leben zu begleiten. Die Geschichte liest sich schlüssig und findet auch ein annehmbares Ende. Das Buch soll unterhalten und ich finde , das gelingt ihm.

11.04.2013 14:55:34
JUlia

Supercooles Buch! :) I love it!! Sehr sehr Gut!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

26.03.2013 21:42:46
Jossele

Ich habe selten so ein unterhaltsames, amüsantes Buch gelesen. Voller Humor, der manchmal auch derb und/oder schwarz daherkommt. Und es wird eine wundervolle Geschichte erzählt, die dort aufhört, wo sie begonnen hat. Dabei werden große Momente der Weltgeschichte berührt und die Zeitläufte erscheinen manchmal sehr zufällig, was sie vielleicht in Wahrheit ja auch sind? Große Klasse. 95° von mir.

17.12.2012 16:44:15
tedesca

Mit Allan Karlsson hat Jonas Jonasson eine Art schwedischen Forest Gump geschaffen, der mit seiner gutmütigen, oft naiven, aber nie dummen Art das Weltgeschehen nicht unwesentlich beeinflusst. Wenn man es genau betrachtet, trägt er bei zum Tod von Millionen von Menschen, und das wird ihm nur in manchen Fällen so richtig bewusst.
Somit lebt er relativ glücklich vor sich hin, bereist die ganze Welt, schließt interessante Freundschaften fürs Leben und erhält dafür sogar noch eine Rente vom schwedischen Staat, die ihm einen geruhsamen Lebensabend in einem netten Altersheim ermöglichen soll. Aber nicht mit Allan! Dem reicht's bald wieder, und an seinem hundertsten Geburtstag tritt er sein nächstes, wildes Abenteuer an, das ihn lebenslänglich hinter Gitter bringen soll.... oder auch nicht.
Sehr pointiert und mit vielen amüsanten Anspielungen erzählt uns Hr. Jonasson die Geschichte des letzten Jahrhunderts auf seine sehr spezielle Art und Weise und schafft mit Allan einen Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss. Ein Roadmovie der besonderen Art führt eine bunte Truppe skurriler Figuren - inklusive einer ausgesprochen schwergewichtigen Mörderin - quer durch Schweden bis nach... Bali, wo die Geschichte ein durchaus passables Ende nimmt.
Unterhaltsam, amüsant, spannend - gute Unterhaltung auf hohem Niveau, ein absoluter Lese- und Hörtipp, wobei man sich an das leichte Nuscheln von Otto Sander erst gewöhnen muss, aber das passt schon so.

13.12.2012 17:36:35
Ralph Wagner

Ein unglaublich warmherziges Buch,welches Immer neue,teils abstruse Wendungen nimmt,die aber nie albern werden.
Alles wird so plausibel und mit einer umwerfenden Leichtigkeit erklärt,das man keine Sekunde an den Möglichkeiten des Allan Karlsson zweifelt!
Literatur jenseits von Twilight und Shades of Grey- Gott sei Dank!!!

28.10.2012 23:40:33
Chrisu

Dieses Buch handelt von Allan Karlsson, der an dem Tag, an dem er 100 Jahre alt wurde, aus dem Altersheim abgehauen ist. Der Schreibstil ist in locker-leichter Sprache verfasst, der trockene, skurrile Humor kommt sehr stark zum Ausdruck, was mir große Schwierigkeiten bereitet hat. Auf der einen Seite finde ich die humorvolle Darlegung der Charaktere wirklich gut gelungen, die Handlungen, obwohl Todesfälle vorgekommen sind, eher zum Schmunzeln, aber diese Beschreibung der Ereignisse sind irgendwie so ganz ohne Emotionen und Gefühle geschildert, dass ist mir ein zu trockener Humor.

17.10.2012 21:39:13
buchhändlerin

nett zu lesender unterhaltungsroman. nicht mehr und nicht weniger. schräger humor, der manchmal etwas ins derbe abrutscht und mir persönlich am ende dann doch zu viel und fast zu klamaukig wurde. was dem autor allerdings gelungen ist, ist in die zweite erzählebene, die lebensgeschichte des hundertjährigen, soetwas wie "die geschichte der diktaturen des 20sten jahrhunderts" einzuflechten. was da realität ist und was erfunden erfährt man nur, wenn man ab und an zum lexikon greift und seine eigenen geschichtskenntnisse auffrischt. was ja nicht schaden kann. und somit hat es doch noch sinn gemacht dieses buch zu lesen...

10.10.2012 15:08:24
Krimi-Kathy

Total überschätzt!
Wahrscheinlich war meine Erwartungshaltung aufgrund der hohen Verkaufszahlen und guten Kritiken einfach zu hoch - aber mich hat der hochgelobte "Hundertjährige" nicht vom Hocker gerissen.
Der Auftakt, als der betagte Allan aus seinem Fenster im Altenheim flüchtet, ist noch vielversprechend. Unterhaltsam geht es zunächst auch weiter, doch spätestens als Allan in den Besitz des ominösen Koffers kommt, wird einfach zu viel in die Geschichte gepackt. Zu viele, an den Haaren herbeigezogene, unrealistische Wendungen. Zu viele, nicht nachvollziehbare Zufälle, zu viele oberflächliche Charaktere und zu viele nicht zu Ende gedachte Ideen.
Ich bin eigentlich ein Freund von skurillen Storys aber das ist einfach von allem ein bisschen zu viel. Eine Lektüre ohne jeglichen Tiefgang, wie so vieles was sich momentan auf den Bestsellerlisten tummelt....