Das Gartenfest

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  • Erschienen: Juli 2026
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Das Gartenfest
Das Gartenfest
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Carola Krauße-Reim
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Belletristik-Couch Rezension vonOkt 2026

Atmosphärischer Roman mit klassischer Spannungskurve.

Die Britin Jennie Godfrey hat schon mit ihrem Debütroman bewiesen, dass sie ebenso spannend wie atmosphärisch dicht erzählen kann. Auch in „Die Gartenparty“ beobachtet sie genau, gräbt tief und schafft damit eine Geschichte, die fesselt.

Ein einschneidender Tag

Mit „Live Aid“ steht eines der größten Popkonzerte aller Zeiten vor der Tür. Hanna Gordons Eltern wollen daher am 13.7.1985 ein Gartenfest geben, um dieses Ereignis zu feiern. Eingeladen sind die Nachbarn des Delmont Close, einer geschlossenen Siedlung mit drei unterschiedlichen Gebäudetypen und vielen unterschiedlichen Bewohnern. Jeder und Jede davon hat mindestens ein Geheimnis, dazu noch Wünsche, Vorstellungen und eine eigene Art das Leben zu gestalten. Am Tag der Party singen nicht nur die Größen des Rock und Pop um die Wette, die Nachbarn offenbaren sich und für fast jede Familie ist die Welt nach „Live Aid“ nicht mehr die gleiche.

Spannung mit klassischem Spannungsbogen

Godrey hat ihren Roman ganz klassisch aufgebaut: Zuerst werden die Bewohner des Delmont Close vorgestellt; dann kommt der Tag des Festes, der in stündlich unterteilten Kapiteln immer mehr von den Teilnehmern der Party offenbart; den Schluss bildet die Sicht auf diese ein Jahr später, als „Live Aid“ schon längst Geschichte ist, aber es dennoch viele Leben geändert hat – auch die der Bewohner des Delmont Close. Durch diese immer weiter ansteigende Spannungskurve erzeugt die Autorin einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Dabei beobachtet sie akribisch die Reaktionen und Gedanken jedes Einzelnen. Am Ende kommt es zu einem mehrfachen Showdown, der die Leserschaft fast sprachlos zurücklässt. Jedes Kapitel ist in die Stunden des Tages und des Konzertverlaufes eingeteilt, wobei hier mehrere Partybesucher ein eigenes Unterkapitel erhalten, in dem sie aus der Ich-Perspektive ihre Situation schildern. Auch das trägt zur wachsenden Spannung bei.

Perfekte Figurenzeichnung

In der Nachbarschaft des Delmont Close lebt ein zusammengekommener Durchschnitt der Gesellschaft. Alleinerziehende mit Kindern, ein ehemaliger Soldat mit Trauma, Geschiedene, die Vorzeigefamilien, die Alleinstehende und verzweifelte Teenager bevölkern die Neubausiedlung. Jede einzelne Figur wird von Godfrey genau beobachtet, wobei ihre Geheimnisse teilweise erst spät ans Licht kommen. Akribisch genau dargestellt, entsteht so eine Atmosphäre der Ausgelassenheit aber auch des Belauerns. Dabei schafft es die Autorin aber, immer angenehm zu schreiben ohne den Finger zu schmerzhaft in die Wunden zu legen und die Leserschaft damit vielleicht zu sehr zu fordern. „Das Gartenfest“ ist zwar ein Gesellschaftsroman, der dicke Bretter bohrt, aber immer noch spannend und sehr unterhaltsam bleibt.

Fazit

Jennie Godfrey ist abermals ein spannender und sehr unterhaltsamer Gesellschaftsroman gelungen. „Die Gartenparty“ entführt zum Tag des „Live Aid“-Konzertes, der nicht nur große Musikgeschichte schreibt, sondern auch das Leben der Bewohner des Delmont Close völlig auf den Kopf stellt. Eine Leseempfehlung für alle, die gerne anspruchsvolle Unterhaltungslektüre lesen.

Das Gartenfest

Jennie Godfrey, dtv

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