Ein buntes Kaleidoskop an Problemen.
Im Mittelpunkt des Romans stehen drei Generationen der Familie Wortmann – Sigrid, die fast 86 - jährige Seniorin, ihre Töchter Elvira und Mona, ihre Schwiegerkinder Kathi und Jobst sowie ihre Enkel Frieda und Fiete. Jede und jeder von ihnen hat mit Problemen zu kämpfen, die sie in diesen Sommerwochen schließlich zu Entscheidungen und zum ein oder anderen Perspektivwechsel zwingen.
Charaktere mit wenig Tiefgang
In den einzelnen Kapiteln stellt die Autorin abwechselnd eine der sieben Hauptfiguren in den Mittelpunkt und schildert deren Situation und Schwierigkeiten. Obwohl es eigentlich um eine Familiengeschichte geht, werden die einzelnen Charaktere mit ihren jeweiligen Problemen recht isoliert dargestellt. Die familiären Beziehungen untereinander haben so gut wie keinerlei Bedeutung für die jeweiligen Figuren und ihre Entwicklung innerhalb der Handlung. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass die Protagonisten wie eine lange Reihe einzelner Bilder an mir vorbeizogen, ohne einen echten Zusammenhang untereinander erkennen zu können. Die recht eindimensionale Schilderung der Protagonisten verstärkt diesen Eindruck noch.
Themen bleiben oberflächlich
Die Autorin entfaltet mit ihren Figuren einen bunten Strauß an Problemen – Mobbing, Erpressung unter Jugendlichen, Missbrauch, eine überraschende Vaterschaftsenthüllung, der Abschied von unerfüllten Lebensträumen, Mutter-Tochter Probleme und noch einiges mehr. Diese Fülle ist eine weitere große Schwäche des Romans, denn der relativ überschaubare Umfang des Buches lässt keine tiefergehende Behandlung der Themen zu. Wie sich dann schließlich für die Probleme Lösungen finden, ist nicht überzeugend herausgearbeitet und kann nicht zufriedenstellen.
Positiv anzumerken bleibt der flüssige Schreibstil der Autorin und die anschauliche Sprache, die motivieren, das Buch bis zum Ende zu lesen.
Fazit
Ein Roman mit zu vielen Handlungssträngen, die nicht ineinandergreifen, und zu großer Problemlastigkeit. Dieses Debüt kann leider nicht überzeugen.



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