Soundtrack einer Ehe.
Adam und Jules waren einst das Traumpaar. Doch nach 25 Jahren Ehe, zwei Kindern, Haus und Hund fühlen die beiden sich im Alltag gefangen, nicht viel erinnert noch an die große Liebe der beiden. Dann stößt Adam auf eine Kiste mit alten Mixtapes, die die beiden über die Jahrzehnte hinweg füreinander aufgenommen haben. Als er eine der Kassetten abspielt, reist er plötzlich in ihre gemeinsame Vergangenheit zurück. Damit beginnt eine Reihe an Zeitreisen, die die beiden ihre Liebe füreinander neu entdecken lassen. Aber auch tief liegende Probleme der beiden kommen zum Vorschein, sodass die Situation immer mehr außer Kontrolle gerät - sie drohen, sich in allen Versionen ihrer Liebesgeschichte zu verlieren.
„.Auf dem Rücken der Kassettenhülle steht in verblassten blauen Kugelschreiberbuchstaben: Für Juliet, 1989.“
Eine Ehe, in der nicht mehr viel die alte Liebe und Leidenschaft erinnert. Die ersten Kapitel entwerfen eindrücklich eine im Alltag festgefahrene Beziehung, der es an Elan, Motivation und gegenseitiger Zuwendung fehlt. Stattdessen scheinen bereits hier tiefer liegende Probleme durch, die sich in den letzten 25 Jahren angestaut haben. Dann das Unglaubliche: Adam entdeckt, dass sie mit den Mixtapes, die sie früher füreinander aufgenommen haben, zu den Momenten zurückreisen können, in denen sie sich die Kassetten überreichten. So können sie zunächst scheinbar etwas ihrer alten Leidenschaft füreinander wiederentdecken. Und noch etwas finden sie, zunächst versehentlich, heraus: Sie können bei diesen Zeitreisen ihre Zukunft ändern. Könnte das die Lösung für all ihre Probleme sein?
Eigentlich versprechen die beiden sich, nichts zu verändern, doch schnell halten sowohl Jules als auch Adam sich nicht mehr an die Regel. Denn es erscheint so verlockend, durch einen einzigen Satz alles zu verändern. Was sie nicht bedacht haben, sind allerdings wie weitreichend auch kleine Veränderungen der Zeitlinie werden. Schnell verstricken sich Adam und Jules in einem Konstrukt aus Zeitlinien, Lügen und Heimlichkeiten. Was ihre Ehe retten sollte, stellt schnell alles in Frage, die Existenz ihrer gesamten Beziehung gerät in Gefahr.
„Je mehr sich die Dinge verändern, desto mehr bleibt alles beim Alten. Wie bei uns.“
Die Kapitel sind abwechselnd aus Jules und Adams Perspektive geschrieben, wodurch beide Seiten gut charakterisiert und nachvollziehbar gemacht werden. Aber Adam und Jules verlieren sich so sehr in den verschiedenen Versionen von ihrem gemeinsamen Leben, dass es auch beim Lesen irgendwann etwas schwer fällt den Überblick zu behalten. Gleichzeitig ist die Lage der beiden schließlich so kompliziert und festgefahren, dass es scheint, als müsste eine übernatürliche Lösung her, um noch ein Happy End zu erzielen.
Das Happy End gibt es dann auch, allerdings anders, als man es sich vielleicht erhofft hatte.
Fazit
Eine sehr gut lesbare Liebesgeschichte, die vor Augen führt, dass Zeitreisen vielleicht nicht alle Probleme der Gegenwart lösen können. Bonus: im Buch enthaltene Playlist, sodass man auch beim Lesen selbst die Songs von Adam und Jules hören kann.

Emlyn Rees, Josie Lloyd, Knaur


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