Überlebensstrategien

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  • Erschienen: Januar 2026
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Überlebensstrategien
Überlebensstrategien
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Monika Wenger
881001

Belletristik-Couch Rezension vonMär 2026

Leise Töne, die voller Wärme vom Überleben erzählen.

In einem kleinen Dorf auf Island führen vier Personen unterschiedlichen Alters ihren persönlichen Überlebenskampf. Im Alltag treffen sie aufeinander, ohne dass es für sie zunächst von Bedeutung wäre. Sie ahnen jedoch die gegenseitigen Verletzlichkeiten, ohne dass sie gross darüber sprechen müssten. Die Kämpfe der einen lassen jedoch die anderen wachsen.

Einsamkeit und eine grosse Trauer

Hanna ist sechzehn Jahre alt. Die Eltern haben sich getrennt, seitdem lebt sie mit ihrer Mutter ausserhalb von Reykjavik in diesem kleinen Dorf. Sie leidet sehr unter der neuen Lebenssituation. Sie mag nicht essen und verweigert jeden sozialen Kontakt.

Árni hat in Reykjavik in der IT-Abteilung eines Medienkonzerns gearbeitet und sich vorzeitig aus dem Berufsleben zurückgezogen. Er kämpft mit gesundheitlichen Problemen und hat sich deshalb einen Hund, Alfons, angeschafft. Die täglichen Spaziergänge lenken Árni ausserdem von seinem Liebeskummer ab.

Aron Snær wohnt gleich neben Árni. Der elfjährige wächst unter besonders schwierigen Umständen auf. Seine Mutter ist schwer depressiv und der Vater entzieht sich jeglicher Verantwortung. Für Aron Snær ist es deshalb etwas Besonderes, als er von Árni ein Fahrrad geschenkt bekommt.
Bei seiner ersten Ausfahrt stürzt er und wird von Borghildur verarztet. Sie lebt nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes allein, etwas ausserhalb des Dorfes und vermietet Unterkünfte.

Weil sich ihre Wege zufällig kreuzen, ergeben sich für die unterschiedlichen Charaktere Möglichkeiten, sich zu öffnen. Und plötzlich findet jeder auf seine Weise wieder Halt und Zuversicht.

Weder laut noch dramatisch

Die Geschichte dieser vier Menschen hat eine besondere Tonalität. Weder laut noch dramatisch, ist es eher ein Beobachten und Mitfühlen. Dabei, wie nebensächlich, spürt man die sanfte Veränderung, die sich anbahnt und den Figuren Halt bringt. Jedes der kurzen Kapitel wird abwechselnd aus Sicht der verschiedenen Figuren erzählt. Daraus ergeben sich punktuelle Überschneidungen im Geschehen. So erfährt man viel über die Wirkung auf die Protagonisten und erfasst ihre Gedankengänge. Das ist faszinierend und berührend zugleich. 

Fazit

Auf nur 222 Seiten steckt eine aussergewöhnliche Geschichte, die ruhig und bedächtig erzählt wird. Und genau diese Ruhe, die doch so viel beinhaltet, hat eine unglaubliche Wirkung. Eine berührende Geschichte, die leise beginnt und noch lange nachhallt. Ein Roman voller Trost und Wärme.

Überlebensstrategien

Gudrún Eva Mínervudóttir, btb

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