Haus weg – Geheimnisse da.
Die Sommerfeste von Ada und ihrem Mann, dem Künstler, waren legendär. Doch jetzt ist Leo tot und das Ferienhaus an der französischen Atlantikküste fällt dem Meer zum Opfer. Aber Ada will ein letztes Fest feiern, um Abschied zu nehmen. Doch dann tauchen jede Menge Probleme auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Tageslicht.
Die Autorin
Katrin Burseg ist in Hamburg geboren, wo sie heute noch wohnt. Eigentlich Journalistin, veröffentlicht sie seit 2008 Romane, auch unter Pseudonymen. Manchmal spielt ihr Interesse für Ozeane und Klimawandel eine Rolle, wie auch in „Adas Fest“, das bereits 2023 als Hardcover erschienen ist.
Ein Plot, der mit Atmosphäre punktet
Burseg schafft es, Atmosphäre zu vermitteln. Das Haus mit seinen gemütlichen Zimmern, der manchmal stürmische Atlantik direkt vor der Tür, die Hitze Südfrankreichs – das alles lässt das Kopfkino angehen. Doch das ist leider für mich das einzige Plus in diesem ansonsten eher unrealistischen Buch. Scheinbar war das Leben von Ada und Leo nicht immer einfach, aber stets harmonisch und interessant. Doch jetzt kommen Geheimnisse ans Tageslicht, die jahrzehntelang gehütet wurden. Und die sind nicht etwa trivial, sondern haben es in sich. Das ist doch sehr unwahrscheinlich und machen aus einem an sich interessanten Thema ein oberflächliches Geschichtchen. Eigentlich beginnt alles ganz packend, doch je mehr Bursig beginnt, Geheimnisse aufzudecken und damit ALLE Beziehungen der Handelnden auf einmal den Bach runter gehen, macht das Buch keinen wirklichen Spaß mehr.
Und dann ist alles aus
Ada hat drei Töchter, die sehr unterschiedlich sind und einen langjährigen Freund, Vincent. Dessen verstorbene Frau, sein Sohn und er gehören fast schon zur Familie. Und bei allen diesen Personen gehen auf einmal die Probleme los. So wie das Haus verschwindet, verschwinden auch die Beziehungen oder verkomplizieren sich zumindest. Dazu wird auf einmal die Vergangenheit der ganzen Familie komplett in Frage gestellt. Was hier an Geheimnissen zu Tage kommt, ist einfach und im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich. Wenn wenigstens eine Protagonistin ihr bisheriges Leben behalten hätte, wären die Charaktere noch glaubhaft gewesen, aber so ordnen sie sich hinter dem Plot in die Reihe von Realitätsfernen ein. Das auch noch die Me-Too-Debatte eine Rolle spielt, rettet auch Nichts mehr, sondern macht das Ganze noch unglaubwürdiger und plakativ.
Fazit
Eine Geschichte, die interessant beginnt, doch dann ins Triviale abgleitet. Die Atmosphäre der französischen Atlantikküste kann durchaus punkten, doch das reicht für ein gutes Buch leider nicht aus.



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