Die Tochter des Kommunisten

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  • Erschienen: September 2022
Die Tochter des Kommunisten
Die Tochter des Kommunisten
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Heike Jaschhof
95

Belletristik-Couch Rezension vonOkt 2022

In Aufbruchsstimmung

Ost- Berlin 1956: Katia wächst in Ost-Berlin auf. Ihr Vater, ein linientreuer Kommunist, erzieht sie ganz im Sinne seiner politischen Überzeugung. Doch Katia interessiert sich auch für das Leben außerhalb der Republik. Als sie einen jungen Mann aus Westdeutschland kennenlernt, ahnt sie nichts über die Folgen dieser Bekanntschaft.

„Es gab kein Nachdenken über mögliche Konsequenzen“

Aroa Moreno Duran beschreibt in ihrem Debütroman den Werdegang einer jungen Frau aus Ostberlin in den Jahren 1956 – 1992. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Katia. Mit ihren, aus Spanien emigrierten Eltern, und Schwester Martina lebt sie in einer kleinen

Zwei – Raum – Wohnung in Ostberlin.

Das Buch beginnt mit Katia im Alter von fünf Jahren. Die Autorin zeichnet sowohl den Familienalltag als auch markante politische Ereignisse vor und nach dem Mauerbau auf.

Das dünne, 176 Seiten umfassende Büchlein zeigt deutlich die Ungleichheit in den Lebensumständen von Ost – und Westdeutsche Bürger. In einem ruhigen Tonfall erzählt die Schriftstellerin sowohl über den Mauerbau und Mauerfall, als auch über die Versorgungslage der Bürger mit Waren des täglichen Bedarfs in der ehemaligen DDR. Mit einer unaufgeregten, klaren Sprache gibt sie dem Leser nicht nur Einblicke in die sozial – gesellschaftlichen Verhältnisse der Republik. Vielmehr wird in diesem Roman auf das Erleben und Empfinden der Bürger, in einer geteilten Stadt zu leben, eingegangen. Dieses Thema verknüpft Aroa Moreno Duran gekonnt mit dem Lebensweg ihrer Protagonistin.

Je älter Katia wird, desto neugieriger wird sie auf die Welt der anderen Seite. Der preisgekrönte Roman gipfelt in Katias Flucht in den Westen. In einer Nacht – und Nebelaktion flieht sie zu ihrem Freund Johannes nach Süddeutschland. Nach einer anfänglich glücklichen Zeit schlittert sie in eine emotionale Unbeholfenheit hinein. Geplagt von Selbstzweifeln und inneren Konflikten versucht sie,

Wege aus ihrer seelischen Not zu finden. Hinzu kommt noch Katias Flucht, die nicht ohne Folgen für ihre Familie blieb.

Aroa Moreno Duran, geboren 1981 in Madrid, studierte in Madrid Journalismus mit den Spezialgebieten internationale Information und südliche Länder.  Ihr Debütroman

„Die Tochter des Kommunisten“ wurde mehrmals ausgezeichnet. Die Schriftstellerin lebt heute in Madrid.

Fazit

„Die Tochter des Kommunisten“ ist ein kompakter Roman über Politik und Gesellschaft auf beiden Seiten der Berliner Mauer. Ergreifend und intensiv erzählt, versteht Aroa Moreno Duran den Zeitgeist nachhaltig einzufangen.

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