Die Frauen von Salaga

  • Diana
  • Erschienen: Dezember 2021

- OT: The Hundred Wells of Salaga

- aus dem Englischen von Christiane Burkhardt

- TB, 336 Seiten

Die Frauen von Salaga
Die Frauen von Salaga
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Monika Wenger
80

Belletristik-Couch Rezension vonJan 2022

Eine faszinierende Geschichte

«Man kann sich auch an kleinen Orten verlaufen. Während man sich an grossen Orten kein bisschen verloren vorkommt.»

Der Überfall

Bei einem Überfall auf ihr Dorf entführen Sklavenjäger die fünfzehnjährige Aminah und ihre Geschwister. Die tagelangen Wanderungen und das Wenige an Nahrung zehren an den Menschen. Aminahs kleiner Bruder stirbt an Entkräftung und eine der Zwillingsschwestern wird, zusammen mit anderen, von der Gruppe getrennt. Zurück bleiben Aminah und ihre Schwester Hassana. Sie werden auf einem Sklavenmarkt verkauft.

Zur selben Zeit kämpft die Königstochter Wurche für ihre Selbstbestimmung. Nur zu gerne würde sie ein Gewehr tragen und in der Politik mitreden. Ihr Vater ist zurückhaltend und versucht den Freiheitsdrang seiner Tochter zu bremsen. Aus politischem Kalkül wird Wurche zwangsverheiratet. Aber ihr Freiheitsdrang ist gross und sie flieht zusammen mit ihrem kleinen Sohn. Auf dem Sklavenmarkt entdeckt sie Aminah, die von ihrem Käufer nicht ausgelöst worden ist. Die beiden ungleichen Frauen bilden schon bald eine Zweckgemeinschaft und träumen gemeinsam von einem Leben in Unabhängigkeit. Ein schwieriges Unterfangen in einer reinen Männerwelt.

Freiheit und Selbstbestimmung

In ihrem Roman «Die Frauen von Salaga» beschreibt die Autorin die Bemühungen zweier Frauen sich in einer Männerwelt durchzusetzen. Obwohl die gesellschaftlichen Unterschiede gross sind, sind die Hindernisse für die ungleichen Frauen dieselben. Mit der Zeit ergänzen sich Wurche und Aminah. Erschwerend für ihr Zusammenleben erweist sich jedoch der Umstand, dass sie denselben Mann lieben.

Abwechselnd erzählt die Autorin aus unterschiedlichen Perspektiven von den Ereignissen. Die vielen verschiedenen Beobachtungen und Handlungsweisen erhalten so einen Rahmen und fügen sich zu einem Ganzen. Geschickt zeigt die Autorin dabei auf, wie sich die Unterschiede von Herkunft und Erziehung auswirken.

Ayesha Harruna Attah erzählt die packende Geschichte der ungleichen Frauen vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen in Ghana im 19. Jahrhundert. Sie gewährt einen wunderbaren und interessanten Einblick in eine fremde Kultur, mit etlichen faszinierenden Einzelheiten zum Sklavenhandel und zu den kriegerischen Auseinandersetzungen dieser Zeit.

«Eine Stadt, die nur dazu dient, mit Menschen zu handeln – eine solche Stadt kann unmöglich gedeihen!, dachte Aminah. Das war sicherlich auch der Grund, warum Salaga unter so vielen Kriegen gelitten hatte.» (Quelle: Roman)

Fazit

Eine faszinierende Geschichte, die Ende des 19. Jahrhunderts in Ghana angesiedelt ist. Die Herkunft und Erziehung der Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein – dennoch kämpfen sie gemeinsam für Freiheit und Selbstbestimmung. Beim Lesen entsteht ein eindrückliches Bild dieser Zeit. Interessante Details zur gesellschaftlichen und politischen Situation, zum Sklavenhandel und zu den Machtkämpfen zwischen den Clans, wunderbar formuliert, ergänzen die Lektüre.

Die Frauen von Salaga

, Diana

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