Das verborgene Zimmer im Hotel Normandie

Erschienen: September 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 448 Seiten

Couch-Wertung:

74
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Monika Wenger
Ein letzter Wille mit ungeahnten Folgen für zwei Familien

Buch-Rezension von Monika Wenger Okt 2021

Auf dem Sterbebett verfügt Barbaras Vater, dass ein bestimmtes Gemälde an eine Juliette Laurent in einem Ort in der Normandie geschickt werden soll. Diese Verfügung bewirkt, dass Barbara und ihre Mutter sich einmal mehr in die Haare kriegen. Doch Barbara setzt sich durch und reist mit ihrer Tochter Paula in die Normandie, ohne auch nur im Geringsten zu ahnen, auf was sie sich einlässt ...

Barbara ist Künstlerin und liebt ihr ungebundenes Leben. Als Alleinerziehende hat sie im Verlaufe ihres Lebens etliche Hindernisse überwinden müssen. Doch ihre Unabhängigkeit und ihre Freiheitsliebe bedeuten ihr viel. Nun ist sie mit ihrer Tochter Paula, angehende Medizinerin und Ordnungsmensch, auf dem Weg in die Normandie, um dem Wunsch ihres Vaters zu entsprechen und das Bild persönlich zu überbringen – und um das Geheimnis zu lüften.

Womit Barbara und auch Paula nicht gerechnet haben: Sie sind in dem kleinen normannischen Dorf nicht willkommen, und es scheint gar nicht so einfach zu sein, das Bild der gewünschten Person überreichen zu können. Mutter und Tochter stoßen auf Ablehnung und Verschlossenheit. Es braucht schon etliche Zufälle und viel Glück, bis sie auch nur einen kleinen Hinweis auf die geheimnisvolle Unbekannte erhalten. In der Zwischenzeit geraten sich Barbara und Paula aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere in die Haare und erschweren sich selber zusätzlich den Aufenthalt. Es scheint, als ob aus der Spurensuche außer Missverständnissen, Abneigungen und Schweigen keine positiven Resultate zu gewinnen sind.

«Was, wenn hinter dem letzten Willen ihres Vaters etwas so Schmerzhaftes stand, das sich ihre Mutter partout nicht anschauen wollte? Was, wenn sie in Wirklichkeit nicht gefühlskalt war, sondern mit aller Macht versuchte, einen tiefen Schmerz abzuwehren?»

Mia Löw erzählt in ihrem Roman Das verborgene Zimmer im Hotel Normandie von einer Liebesgeschichte, die es eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. Sie erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: Die Jahre 1943/44 handeln von der deutschen Besetzung in der Normandie. Die Küste ist bereits stark befestigt, die Angehörigen der deutschen Wehrmacht und die Gestapo haben ihre Stellungen bezogen. Informationen über eine bevorstehende Invasion der Alliierten erweisen sich im ersten Moment als falsch. Ein erster Vorstoß findet weiter nördlich statt. Doch Gerüchte von der Befreiung der verhassten Besatzer halten sich hartnäckig. In diesem Umfeld entspinnt sich eine einzigartige Liebesgeschichte. Jahre später führt ein letzter Wille die Nachkommen auf Spurensuche an eben diesen Ort in der Normandie.

Die Autorin verbindet viele historische Elemente des Zweiten Weltkrieges mit der Liebesgeschichte. Sie nimmt das Thema Liebe mit in die Gegenwart und lässt die Figuren auf ihrer Spurensuche auch den Charme und das Flair der Franzosen spüren. Es ist also für unterhaltsamen und gefühlvollen Lesestoff gesorgt.

Fazit

Eine unterhaltsame Liebes- und Familiengeschichte, die zwei Zeitebenen umfasst. Familiengeheimnisse kommen ans Tageslicht, Beziehungen müssen Belastungsproben bestehen, und Amors Pfeil sucht sich nicht nur junge Leute als Ziel. Ein romantischer Roman mit historischem Hintergrund und normannischem Flair.

Das verborgene Zimmer im Hotel Normandie

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