Tokyo Love

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Tokio: Shueisha, 2004, Titel: 'Hebi-ni-piasu', Seiten: 124, Originalsprache
  • Berlin: List, 2006, Seiten: 116, Übersetzt: Sabine Mangold
  • Berlin : List, 2008, Seiten: 116, Übersetzt: Sabine Mangold
  • Daun: Technisat / Radioropa, 2007, Seiten: 3, Übersetzt: Dörte Denkewitz

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Hitomi Kaneharas preisgekrönter Debütroman erzählt von einer schockierenden Liebesbeziehung, in der Leidenschaft und Schmerz, Licht und Dunkelheit, Liebe und Hass sich die Waage halten. Lui ist auffallend schön und gelangweilt. Entschlossen, die eigenen Grenzen zu überschreiten, bittet sie den Meistertätowierer Shiba um ein Rückentatoo. Als Gegenleistung fordert Shiba ihre Unterwerfung. Lui willigt ein, doch dann muss sie sich ihren Obsessionen stellen.

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Letzte Kommentare:
16.10.2014 10:01:38
Zen-Cola

Lui (ein für ihren Charakter sehr aussagekräftiges Zitat von Lui: »Lui kommt von Louis Vuitton«) ist neunzehn, hübsch und gelangweilt. Als sie den Punk Ama kennen lernt, ist sie von dessen Tattoo und gespaltener Schlangenzunge so begeistert, dass sie natürlich sofort ebenfalls ein riesiges Tattoo und eine solche Zunge haben möchte. Also geht sie mit Ama - die beiden sind mittlerweile so etwas in der Art Paar, wenngleich sie weder ihre richtigen Namen noch das Alter voneinander wissen - zu dem Piercer und Tätowierer Shiba-san und bittet ihn um eben diese beiden Dinge. Dieser, ziemlich sadistisch veranlagt, fordert als Bezahlung gewalttätigen Sex. Plötzlich verschwindet Ama spurlos ...

Die Geschichte ist also ziemlich handlungsarm; bei 116 Seiten erwartet man andererseits auch kein Epos. Die Protagonisten, allen voran die Ich-Erzählerin Lui, sind alle »leicht« gestört und furchtbar oberflächlich (Zitat Lui S.50: »Ich selbst will ja auch nur vom Äußeren her beurteilt werden.«). Demzufolge sind auch die Dialoge nicht gerade geistreich. Lui ist darüber hinaus schon anstrengend charakterlos. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie als »Barbie Girl« mal eben solche krassen Änderungen will, bloß weil sie nen Typen kennen gelernt hat und sonst nichts (zu tun) hat, was sie spüren lässt, dass sie lebt.
In erster Linie geht es also um Piercings und Tattoos. Weiterhin um derben, brutalen Sex, Alkohol, Gewalt außerhalb von Sexualhandlungen sowie die Desorientiertheit der klinisch kalten Protagonisten.

Wenn man diesem Buch sämtliche Qualitäten absprechen will, wird man ihm meines Erachtens nicht gerecht. Gerade dieses Oberflächliche, was normalerweise eher ein schlechtes Zeichen ist, ist hier so konsequent durchgezogen worden, dass es durchaus handwerkliches Können seitens der Autorin erfordert. Die derbe Handlung, die direkte Sprache, der gewalttätige Sex, gemischt mit Morbidität und einer vagen Todessehnsucht ... das alles fügt sich zusammen zu einer schonungslosen Geschichte, bei der man, genau wie die Protagonisten selbst, immer nur an der Oberfläche kratzen kann.

Andererseits kann ich es nicht ganz nachvollziehen, warum dieses Buch mit dem wichtigsten japanischen Literaturpreis für Debütromane ausgezeichnet worden ist (den u.a. auch der spätere Nobelpreisträger Kenzaburo Oe erhalten hat). Denn um ernsthafte Literatur zu sein ... dafür ist mir das Büchlein doch etwas zu trashig.

Letztendlich kann ich die Lektüre von »Tokyo Love« durchaus empfehlen. Allerdings weniger denjenigen, die auf der Suche nach kritischer, seriöser Literatur sind. Sondern vielmehr dürfte dieser Roman all jenen gefallen, die sich a) für Tattoos und Piercings interessieren oder b) einfach auf der Suche nach derber, rotziger, morbider und etwas trashiger »Unterhaltung« sind.

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