Club der Schlaflosen

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

- OT: Au rendez-vous des insomniaques

- aus dem Französischen von Monika Buchgeister

- TB, 256 Seiten

Couch-Wertung:

70
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Sandra Dickhaus
Kann man langjährigen Schlafproblemen auf den Grund gehen?

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Sep 2021

Vier Hauptfiguren, die Schlafprobleme haben und ein Seminar besuchen, um genau diese endlich loszuwerden – so präsentiert sich der Roman auf den ersten Blick. Doch dahinter steckt noch viel mehr. Deutlich wird, dass die Nächte ohne Schlaf sehr an der Substanz der Beteiligten nagt. Diese haben alle ihre eigene Geschichte und sie passen scheinbar charakterlich so gar nicht zusammen. Zunächst zeigen sie sich sehr enttäuscht vom Ansatz der Schlaftherapeutin. Doch mit der Zeit kommen sie immer mehr ins Gespräch und lernen sich besser kennen ...

Ein intensiver Einblick in den Alltag der „Schlaflosen“

Durch die Perspektive des allwissenden Erzählers erhält man - neben Tages- und Uhrzeitangaben - einen Einblick in das Leben der Beteiligten (außer in das der Schlaftherapeutin). Deutlich wird der Kreislauf des Nichtschlafens; banale Alltagssituationen werden so zur Qual. Die Autorin erzählt kurzweilig, emotional, aber nicht kitschig. So ist es nicht schwierig, die einzelnen Figuren mit ihren individuellen Werdegängen ins Herz zu schließen. Positiv ist auch, dass der Roman gerade keine psychologischen Tipps gibt oder ein irreales Happy End herbeizaubert. Es gibt wenig Literatur, die sich so auf diesem Gebiet bewegt wie dieser Roman. Die Protagonisten werden mit ihren guten und schlechten Eigenschaften geschildert und völlig ungeschönt dargestellt - so wirken sie menschlicher.

Überraschendes Ende

Die Erzählung rund um die Schlaflosigkeit ist unterhaltsam. Vor allem das Ende überrascht und ist sehr untypisch, aber der letzte Funke konnte leider nicht überspringen. Manchmal fehlte gerade die Aufgeregtheit und die Erwartung, dass mal etwas mehr passieren soll, als die gemächliche, unaufgeregte Erzählart der Autorin bieten konnte.

Fazit

Ein Allheilmittel zum Schlafen scheint es nicht zu geben - aber eventuell einen Weg, damit umzugehen. Die Figuren des Romans zeigen anhand ihres eigenen Alltags, was man tun kann und wie man sich gegenseitig unterstützt.

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