Alles, was wir geben mussten

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • München: Blessing, 2005, Seiten: 348, Übersetzt: Barbara Schaden
  • München: btb, 2006, Seiten: 348, Übersetzt: Barbara Schaden
  • Dänikon: Hörkultur Medien, 2007, Seiten: 10, Übersetzt: Corinna Kirchhoff
  • München: btb, 2011, Seiten: 348, Übersetzt: Barbara Schaden, Bemerkung: Sonderausgabe

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:93.666666666667
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":1,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":1,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen …

Deine Meinung zu »Alles, was wir geben mussten«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
11.04.2019 16:14:13
Markus Wildenblanck

Hoch sensibles und sehr zartes Meisterwerk über Liebe, Freundschaft, Träume und Tod

Dieses Buch ist ein sehr feinfühliges und sehr zartes Meisterwerk über Liebe, Freundschaft, das Älterwerden und das Sterben. Aus der Hand eines Literaturnobelpreisträgers mit asiatischen Wurzeln, und das spürt man auch. Dieses Buch ist im Aufbau und im Stil absolut meisterhaft. Es passiert nicht viel, und doch passiert alles. Die Handlung ist oft banal und dennoch so tiefgehend, dass sie das ganze Leben umfasst. Es liest sich flüssig und schnell und wirkt doch sehr sehr lange in der Seele nach.

Dieses Buch ist wie ein Zen-Garten. In ganz kleinen Szenen und Gesten wird das Leben von Kathy, Tommy und Ruth erzählt wie mit simplen Tuschestrichen. Dieses Buch ist das Gegenteil von Effekthascherei, nämlich genaueste Beobachtungen von kleinen Gesten und Ereignissen, die doch am Ende unser ganzes menschliches Leben und Fühlen bestimmen.

Kathy, Tommy und Ruth wachsen mit anderen Kollegiaten in einem Internat auf, gehen dann den nächsten Schritt in eine grösssere Welt ohne Aufsicht in eine Art Wohngemeinschaft. Schliesslich in den Beruf und in einem langsamen Prozess des körperlichen und seelischen Verlustes in den Tod.

Dabei ist dies alles in ein Science-Fiction oder Alternative Reality-Szenario eingebettet: Die 3 sind nämlich keine gewöhnlichen Jugendlichen, sondern ihre Bestimmung ist es als gezüchtete Klone als medizinische Ersatzteillager und Organspender zu dienen.

Doch ist dieses Szenario mehr etwas Zusätzliches, oder sogar ein Verfremdungseffekt in Brechtscher Tradition, der keinesfalls das Zentrale der Geschichte darstellt. Es geht hier weniger um die Problematiken medizinischer Ethik, als vielmehr um eine Geschichte um Liebe, Träume und Freundschaft, wie sie sich in der Jugend entwickelt, und wie wir sie im Laufe des Lebens im Älterwerden bis zum Tod hin immer mehr verlieren oder doch festhalten können.

Die Organspendegeschichte ist nur ein Mittel zum Zweck, dies besonders drastisch verbildlichen zu können. Der Autor hat dies in soweit auch in einem Interview bestätigt.

Insofern ist die Geschichte von Kathy, Ruth und Tommy die Geschichte von uns allen. WIr beginnen das Leben voller Naivität, Träume und Hoffnung, verlieren diese im Laufe des Lebens immer mehr und lassen uns im Ersticken in Ernüchterung und Job- sowie Alltagsroutine sowie abnehmender Vitalität allesamt gleichsam immer mehr zur Schlachtbank führen. Wir bilden und kultivieren uns, arbeiten auf Ziele hin, alles Streben bleibt jedoch am Ende nutzlos.

Dieses Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich so ergriffen und zu Tränen gerührt, wie ich das im Bereich der Science Fiction (wenn es Science Fiction ist) bisher nur bei "Blumen für Algernon" (Keyes)und "Hyperion/Endymion" (Simmons) erlebt habe. Wer eines dieser Bücher liest und nichts fühlt der ist wahrscheinlich schon tot.

Für mich eines der besten 100 Bücher aller Zeiten, ganz klare Leseempfehlung.