Kafka am Strand

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Tokio: -, 2002, Titel: 'Umibe no kafuka', Originalsprache
  • Berlin: Universal Classics and Jazz, 2004, Seiten: 17, Übersetzt: Rufus Beck
  • München: btb, 2006, Seiten: 636
  • München: btb, 2009

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Im Mittelpunkt steht der 15-jährige Kafka, der vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku flieht. Dort verliebt er sich in die wesentlich ältere Saeki und schließt Freundschaft mit dem Bibliothekar Oshima. Dessen Bibliothek dient Kafka als eine Art Tor zwischen den Welten, zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fantasie. Er verliert sich allmählich in erotischen Tagträumen und Wahnvorstellungen: "Vielleicht habe ich meinen Vater durch meine Träume ermordet."

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Letzte Kommentare:
27.10.2019 17:23:53
K.-G. Beck-Ewerhardy

Kafka - die Krähe – Tamura hat seinen 15. Geburtstag erreicht und der stärkste Junge Japans hat sich nun entschlossen, das väterliche Haus zu verlassen um sich dem Zugriff seines künst-lerisch arbeitenden Vaters zu entziehen und seine verschwundene Mutter und die ältere Schwester zu suchen. Mit dem Vornamen Kafka begibt er sich in die Stadt Takamutsa, weil dies gerade der erste Bus ist, der aus seinem Heimatort wegfährt. Bereits auf der Reise lernt er eine junge Dame kennen, die ebenfalls auf dem Weg nach Takamatsu ist und schnell freunden sich die beiden an und mit dieser jungen Damen namens Sakura soll Kafka auch seine erste sexuelle Erfahrung machen.

In Takamatsu angekommen bekommt Kafka sehr schnell die Möglichkeit einen Stelle in einer obskuren Privatbibliothek anzunehmen und es wird ihm sogar gestattet dort zu nächtigen. Zwischen den Büchern – und in Gesellschaft der beiden Bibliotheksangestellten – taucht Kaf-ka immer mehr in seine eigene Identität – und in das Erwachsenwerden ein.

In einer parallel laufenden Handlung ist der 60-jährige Nakata bei seiner Beschäftigung - ent-laufene Katzen wieder aufzuspüren und ihren Besitzern zurück zu bringen. Dies gelingt ihm sehr gut, da er nach einem seltsamen Vorfall im zweiten Weltkrieg bei einem Schulausflug geistig stark beeinträchtigt ist, dafür aber mit Katzen reden kann. Eine dieser Katzen bringt ihm bei einem seiner Aufträge auf die Spur eines unheimlichen Hundes, der ihn in das Haus eines sehr sadistischen Katzenquälers namens Johnnie Walker bringt, den er in einer seltsam gestellten Szene töten muss. Danach kann er die Katzen nicht mehr verstehen, aber sein Leben wird überaus seltsam. Es regnet Fische und Blutegel und ein junger Fernfahrer schließt sich ihm auf einer abenteuerlichen Reise an, deren Sinn und Ziel Nakata nicht kennt, von der er aber weiß, dass er sie beenden muss.

Begleitet von allerlei seltsamen Umständen – die irgendwo zwischen japanischer Mystik, Kafka und Hesses „Steppenwolf“ anzusiedeln sind – bewegen sich die Akteure durch ein Ja-pan, dass viele Züge eines magischen Theaters hat um am Ende ihr jeweiliges Ziel zu errei-chen. Dabei berühren sie auch die Leben der Menschen um sie herum auf zauberhafte Art und Weise und lassen so eine in kleinen Teilen sicherlich glücklichere Welt entstehen.

Kunst, Musik, Literatur und Philosophie sind in den Gesprächen und Betrachtungen der Figu-ren aus sehr unterschiedlichen Perspektiven miteinander verflochten, wobei bestimmte Stan-dards des frühen 20. Jahrhunderts aus den westlichen Kulturen und der Popkultur mit japani-schen Konzepten und Ideen verknüpft werden, die ihre Hochzeit zum Teil im feudalistischen Japan hatten. Trotzdem werden die Leserinnen hier keine Kampfsportphilosophie und Waf-fenklirren erleben, obwohl es zumindest einen Mord auf diesen Seiten gibt.

Hier sind wache und flexible Leserinnen und Leser gefordert um der gedanklichen Komplexi-tät des Romans gerecht zu werden – unter der gelegentlich die erzählerische Struktur ein we-nig leidet. Wer aber ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Philosophierereien und Hand-lung zu schätzen weiß, wird an diesem Roman viel Vergnügen haben.

19.10.2019 12:53:55
Janine2610

Der stärkste Fünfzehnjährige der Welt ist Kafka Tamura. Seine Mutter ist mit seiner Schwester schon lange weg, an die beiden hat er keine Erinnerung mehr. Kafka lebt bei seinem Vater, einem begnadeten Bildhauer, doch der interessiert sich nicht für seinen Sohn. Kein Wunder, dass der schüchterne und wortkarge Junge, der auch in der Schule keine Freunde hat, von Zuhause abhaut. Kafka nimmt uns sodann mit in eine Welt, die weit weg vom Vater existiert. In dieser Welt zählen vorerst nur die Bücher der Komura-Gedächtnisbibliothek und sein Sport.

Bis dahin kann man der Geschichte gut folgen und alles ist verständlich - auch, wenn sich schon erste Fragen auftun. Aber wie es bei Murakami üblich zu sein scheint, häufen sich die Rätsel zusehends und man wird mehr und mehr verwirrt. Man findet sich schon bald in einer Welt, in der nicht klar ist, was Traum, was Wirklichkeit, was Fantasie und was Metapher ist. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und auch meine Mitleser (zwei davon noch Murakami-Neulinge) waren häufig ratlos, was es alles auf sich hat mit den Geschehnissen. Es blieb uns nicht viel anderes übrig, als zu rätseln, anzunehmen und zu spekulieren.

So zum Beispiel, warum es Fische und Blutegel vom Himmel regnet. Warum möchte ein Mann namens Johnnie Walker unbedingt eine "besondere Flöte" aus Katzenseelen herstellen? Wie kommt es, dass Kafka Tamura Bewusstseinsaussetzer hat und was hat Nakata, ein alter Mann, der sich selbst als dumm bezeichnet und die Katzensprache spricht, mit Kafka zu tun? Das sind nur ein paar wenige der unzähligen Fragen, die wir uns während des Lesens gestellt haben.

Literatur, klassische Musik, aber auch die Sehnsucht nach der Mutter sind Kernthemen in diesem Buch. Immer wieder stellt sich Kafka die Frage, ob diese oder jene Frau seine Mutter sein könnte. Warum er so mutterfixiert ist, wird schnell klar. Zusammen hängt das nämlich mit einer Prophezeiung, die ihm sein Vater immer und immer wieder eingebläut hat - und diese Prophezeiung verheißt nichts Gutes, schließlich erinnert sie sehr stark an die Geschichte von Ödipus.

Die Buchfiguren sind durch die Bank mal wieder herrlich einzigartig und teilweise sehr bizarr gezeichnet. So hat zum Beispiel auch Colonel Sanders - der Kentucky Fried Chicken-Typ - (nicht, dass ich den vorher gekannt hätte) einen Platz in der Geschichte bekommen. Und nicht zu vergessen: Katzen. Katzen sind für den Fortlauf enorm wichtige Wesen. Sie sind es, die vermitteln, Wichtiges mitteilen und die Handlung somit voranbringen. Murakami schreckt auch in diesem Buch (habe von ihm schon "Mister Aufziehvogel" intus) nicht davor zurück, blutige und brutale Szenen einzubauen. Besonders, wenn man ein großer Katzenliebhaber ist, könnten diese Szenen auf einen zartbesaiteten Leser verstörend wirken und sind deshalb vielleicht eher mit Zurückhaltung zu genießen.

Ich persönlich habe es sehr genossen, mit meinen Mitlesern zu spekulieren. Ich hatte großen Spaß daran, Schlüsse aus der Handlung zu ziehen und mir zu überlegen, wie oder was genau Murakami uns mit all dem vermitteln wollte. Auch, wenn ich mit meinen Annahmen wahrscheinlich oft falsch gelegen habe, hat es mich dennoch begeistert und mir einige schöne Lesestunden beschert. Jedem ist das Buch bestimmt nicht zu empfehlen, dafür ist Murakamis Art zu erzählen einfach zu speziell und teilweise zu abgehoben. Aber wer einmal einen Murakami gelesen und gemocht hat, kommt um dieses Exemplar sicher nicht drumherum.