Selma Lagerlöf: Die Liebe und der Traum vom Fliegen

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

- HC, 256 Seiten

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Carola Krauße-Reim
Im Schweinsgalopp durch das Leben der Literaturnobelpreisträgerin

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2021

Maria Regina Kaiser scheint ein Multitalent in Sachen Literatur zu sein: Neben historischen Romanen, Krimis, Kinder- und Jugendliteratur schreibt sie auch Sachbücher, wie z.B. über Hildegard von Bingen oder Katharina Bora und Martin Luther. Jetzt hat sie sich der Schwedin Selma Lagerlöf gewidmet - einer Frau, die zahlreiche Facetten hatte, die viele aber nur als Schöpferin von Nils Holgersson kennen.

Selma Lagerlöf war eine bemerkenswert starke Frau

Wenn wir den Namen Selma Lagerlöf hören, denken wir sofort an den kleinen Nils, der auf dem Rücken der Gans Martin Schweden bereist. Doch welche Persönlichkeit hinter dem berühmten Namen steckt, ist vielen unbekannt. Durch ein Hüftleiden beeinträchtigt lernt sie schon früh, was es heißt, anders zu sein. Ihre Liebe zu Frauen wird lange totgeschwiegen, ihr Einsatz für die Frauenrechte und jüdischen Flüchtlinge ist weniger publik wie ihr Ruhm als erste Literaturnobelpreisträgerin. Selma Lagerlöf war alles andere als eine simple Heimatschriftstellerin – so viel ist klar. Doch Kaiser wird dieser Frau in der jetzt vorliegenden Biografie nicht gerecht.

Unausgewogen und sprunghaft mit schönen Bildern …

... so könnte man dieses Buch beschreiben. Neben der eigentlichen Romanbiografie gibt es ein ausführliches Nachwort, einen ebenso ausführlichen Anhang und eben die schönen Fotos, die aus den Namen Personen mit Gesichtern werden lassen – das absolute Highlight in diesem Buch. Denn die Biografie selbst ist rundum enttäuschend: In schnellen Schritten galoppiert Kaiser durch das Leben der Schriftstellerin. Manchmal überspringt sie 12 oder auch 16 Jahre, in denen Entscheidendes passiert ist, widmet sich dann aber endlos lange Nichtigkeiten, die zwar erwähnenswert sind, aber nicht auf übermäßig vielen Seiten breitgetreten werden müssten, wie z.B. die Begegnung Lagerlöfs mit Eva Andreetta oder die Reise nach Ägypten und Jerusalem. Wichtige Vorkommnisse wie die Auszeichnung als erste Frau mit dem Literaturnobelpreis werden auf ganzen 8 Seiten abgehandelt, wobei die Beschaffung des richtigen Kleides für diesen Anlass mehr Raum einnimmt als die Gründe für die Nominierung oder die Verleihung an sich. Wesentlich informativer sind die Kapitel des ausführlichen Anhanges, die z.B. eine Zeittafel oder für Lagerlöf relevante Personen und Orte auflisten. Vor allem aber die kurzen, jedoch inhaltvollen Artikel des umfangreichen Nachwortes bieten viel mehr Wissen als die vorangegangene Biografie. Hier lernt der Leser das Leben des vielschichtigen Charakters Selma Lagerlöfs unter Stichworten wie z.B. „Selmas Gehbehinderung“, „Frauen in Selmas Leben“ oder „Die Patronin“ kennen. Warum hat Kaiser diese Informationen nicht anschaulich in ihre Romanbiografie eingearbeitet, die dadurch nicht nur an Sachkenntnis, sondern auch an Lesbarkeit gewonnen hätte? Denn: wem die vielschichtige Person Selma Lagerlöf unbekannt ist, wer ihr Dreiecksverhältnis mit Sophie Elkan und Valborg Olander und auch ihre ansonsten wichtigsten Bezugspersonen und Orte nicht kennt, der dürfte sich mit der Lektüre schwer tun - denn hier wird nichts und niemand vorgestellt oder eingeführt. Damit ist die vorrangige Aufgabe einer Biografie -die Vorstellung einer unbekannten Person - endgültig verfehlt. Wenn dann auch noch sprachliche Mängel hinzukommen, wie die Bezeichnung von Moslems als „Mohammedaner“, macht das Lesen keinen Spaß mehr!

Fazit

Das war nichts! Wenn man sich Selma Lagerlöf nähern will, sollte man auf andere Biografien zurückgreifen. Selbst der Wikipedia-Artikel im Internet gibt mehr her als dieses Buch, das lediglich durch sein Nachwort und seine Fotos im Anhang punkten kann - und selbst die findet man im Netz in größerer Auswahl.

Selma Lagerlöf: Die Liebe und der Traum vom Fliegen

Selma Lagerlöf: Die Liebe und der Traum vom Fliegen

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