Hard Land

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

- Leineneinband, 352 Seiten

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Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

Hard Land

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Letzte Kommentare:
07.04.2021 13:35:53
Missouri

Ein aufregender Sommer

Sam ist 15 und wie jeder Teenager Probleme. In seine Fall dann aber doch etwas andere, als die meisten sie haben. „Hard Land“ erzählt einen Ausschnitt aus seinem Leben und vor allem von den großen Fragen des Lebens: Erwachsenwerden, Tod, Freundschaft.
Von der ersten Beschreibung dieser fiktiven Stadt Grady, in der Sam aufwächst, habe ich die Sommerhitze auf der Haut gespürt. Dieser Kleinstadtcharme in einem heißen Sommer hat Wells perfekt eingefangen. „Hard Land“ ist ein Coming-of-Age-Roman, den Teenager lesen können, aber sich meiner Meinung nach mehr an Erwachsene richtet; auch gerade an die Generation, die selbst um 1985 herum aufgewachsen ist: In der Zeit spielt der Roman nämlich.
Die Stimmungen, die Gefühle, alles kommt einem bekannt vor und es steckt viel von den eigenen Erfahrungen mit drin, ohne, dass der Roman übermäßig kitschig ist.
Beim Lesen hat es mich durch die Atmosphäre an Stephen King-Romane wie „Christine“ oder „Es“ erinnert, aber auch an „On the Road“ von Kerouac.
Ein lesenswertes und unterhaltsames Buch, auch für alle, die sich gerne mit der Kulturgeschichte der 1980er beschäftigen oder sich an sie erinnern wollen.

29.03.2021 22:57:24
Miro

Euphancholie
"Einerseits zerreißt's dich vor Glück, gleichzeitig bist du schwermütig, weil du weißt, dass du was verlierst oder dieser Augenblick mal vorbei sein wird. Dass alles bald vorbei sein wird. Vermutlich ist die ganze scheiß Jugend Euphancholie." (S. 99)

Sam ist kurz vor seinem 16. Geburtstag. Sein einziger Freund ist weggezogen, sein Vater arbeitslos und seine Mutter leidet an einem Hirntumor. Als könnte es nicht schlimmer kommen, soll er den Sommer auch noch bei einer Tante mit ihren zwei gewalttätigen Söhnen verbringen.

Doch es kommt alles ganz anders. Ein Ferienjob im Kino der Kleinstadt rettet seine Ferien und macht diesen Sommer zum schönsten und schrecklichsten seines Lebens.

Er findet Freunde, verleibt sich und seine Mutter stirbt.

Er darf aber auch Mut beweisen, die Kraft der Freundschaft spüren und Halt in der Familie finden, wo er ihn nicht vermutet hatte. Zwischen Alkoholgelagen, Mutproben und tiefsinnigen Gesprächen wird Sam schneller erwachsen, als ihm lieb ist. Wie im Rausch surft er die Höhen des Lebens entlang, nur um sich später in den tiefsten Abgründen wiederzufinden.

Aber er ist nicht allein mit seinem Schmerz und das ist alles, was seine Mutter sich für ihn gewünscht hat.

Erzählt wird diese Geschichte als Rückblick, eingerahmt von einem Lyrikwerk, das in der Schule behandelt wird. Die Verweise auf die Gedichte geben dem Text immer wieder ein Stücken Tiefe und erweitern den Horizont des Jugendlichen.

Und Benedikt Wells versteht es großartig mit der Stimme eines Teenagers zu schreiben. Als Leser*in fühle ich mich zurückversetzt in meine Zeit, als ich mittendrin war und als viele Dinge so viel Gewicht hatten; als der Schmerz mich am Boden festnagelte und die Höhepunkte des Lebens mich zum fliegen brachten.

Hard Land ist ein wunderschönes Buch, denn Wells schreibt wie kein anderer. So viele schöne Sätze finde ich sonst selten in einem Buch. Ich mag seine einfachen Sprachbilder und die kleinen Weisheiten, die sich manchmal in Nebensätzen finden.

Und ich liebe diese Hommage an die Jugend! Die Jahre im Leben, wo alles möglich ist, alles wichtig ist - die Zeit, wo der Ball in der Luft ist.

Aber Vorsicht! Wenn sie dieses Buch lesen, könnte es sein, dass es sich so anfühlt:

"... da vergaß ich die Zeit und ließ mich mitreißen, und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich." (S. 192)

08.03.2021 17:01:24
mrs rabes bookaccount

Grady; Missouri: Sam Turner ist 15 Jahre alt in diesem Sommer 1985. Es ist der Beginn der Sommerferien und einige lange Wochen ohne sinnvolle Beschäftigung liegen vor ihm. Er hat keine Freunde, seine Mutter ist schwer krank und der Vater hat sich in dumpfes Schweigen zurückgezogen. Doch da bietet sich ein Ferienjob im örtlichen Kino an und plötzlich ist alles ganz anders in diesem Sommer.
„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“
Gleich zu Beginn des Buches weist uns Autor Benedict Wells den Weg, den sein Coming of Age Roman Hard Land nehmen wird. Es wird eine Reise ins Erwachsenwerden. Mittendrin im Sound der 80er Jahre erlebt Sam in diesen wenigen Wochen alle Höhen und Tiefen, die ein Heranwachsender zu bewältigen hat. Zusammenhalt Freundschaft, Erste Liebe. Aber auch die Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren.
„Kind sein ist wie einen Ball hochwerfen, Erwachsenwerden ist, wenn er wieder herunterfällt.“
Warum siedelt Benedict Wells diese Geschichte nur 1985 an, dem Jahr, in dem der Schriftsteller gerade einmal ein Jahr alt war? Weil er ein unglaubliches Gespür für Sehnsuchtsorte hat, der Musik und den Filmen dieser Zeit ein Denkmal setzt und damit sein Lesepublikum aller Altersgruppen erreicht. Diejenigen, die diese Zeit selbst in einem ähnlichen Alter wie Sam erlebt haben, vielleicht am Meisten. Alle anderen werden zumindest ein ähnliches Alter wie Sam haben oder gehabt haben, diesen verwirrenden Zustand der Pubertät, die Disharmonie von Gefühl, Körper und Intellekt, kennen.
Zurück in der Vergangenheit, in dieser fiktiven langweilige Kleinstadt Grady irgendwo im amerikanischen Mittelwesten, gehen für den Autor Benedict Wells die Lichter an. Mitten in dem „John Hughes Universum“, zwischen Simple Minds und Billy Idol, dem Zauber von ersten Malen und ersten Sätzen, bleibt Wells ein Magier der Emotionen. Dieses Buch ist Kino, vom Beginn bis zum Abspann und Soundtrack.
Don‘t stop believin‘…!

24.02.2021 20:04:46
annakatharina

Ganz großes Kino

Es war mir ein großes Vergnügen, wieder einen Roman von Benedict Wells zu lesen. Auch mit „Hard Land“ ist ihm erneut ein grandioses Buch gelungen.
Es geht um den Jugendlichen Sam, der im Jahr 1985 in Missouri den Sommer seines Lebens erlebt. In diesem Sommer stirbt seine schwerkranke Mutter, zu der er eine ganz besondere Bindung hat. Gleichzeitig lernt er - der Außenseiter - aber auch neue Freunde durch einen Ferienjob im Kino kennen, erlebt mit ihnen eine außergewöhnliche Zeit, verliebt sich und wird erwachsen.
Die Geschichte ist von vorne bis hinten durchdacht und ein außerordentliches Lesevergnügen. Benedict Wells erzählt unglaublich authentisch die Geschichte des Erwachsenwerdens aus Sams Perspektive und verbindet jugendliche Leichtigkeit mit schmerzlichen Erfahrungen. Insbesondere seinem Protagonisten Sam verleiht er eine eindrucksvolle Tiefe und Vielschichtigkeit. Durch seinen Schreibstil und Sams Erlebnisse kann man die Jugendzeit noch einmal miterleben. Das Buch hat mich begeistert! Unbedingt lesen!

24.02.2021 16:12:30
miss.mesmerized

Es ist der Sommer seines Lebens. Der Sommer 1985, in dem er 16 wird, endlich Freunde findet und in dem seine Mutter stirbt. Sam gilt als schräger Außenseiter, der schon immer zur Psychologin musste. Als seine Eltern ihn über Sommer zu den Cousins schicken wollen, protestiert er und sucht sich kurzerhand einen Ferienjob, um zu Hause bleiben zu können. Im Kino trifft er auf ein seltsames Trio: Kirstie, die Tochter des Besitzers, für die es keine Grenzen zu geben scheint und in die er sich direkt verliebt; Film-Nerd Cameron und der lokale Sport-Star Brandon „Hightower“, der durch sein Aussehen beeindruckt, ansonsten aber eher ruhig und zurückhaltend ist. Alle drei haben gerade die Schule beendet und planen im Herbst Grady zu verlassen. Die Kleinstadt in Missouri hat nichts zu bieten außer einem berühmten Autor, dessen Buch „Hard Land“ regelmäßig alle Schüler lesen müssen und doch nie verstehen. Es sind nur 11 Wochen, doch es sind die entscheidenden für Sam, denn am Ende ist er nicht mehr der schüchterne Junge, der er am Anfang war.

Benedict Wells hat sich spätestens mit dem vielfach ausgezeichneten „Vom Ende der Einsamkeit“ in die vorderste Reihe der deutschsprachigen Autoren geschrieben, auch sein 6. Roman „Hard Land“ erzählt wieder eine Geschichte vom Erwachsenwerden und vom Verlust eines geliebten Menschen. Emotional zwischen unbeschwerten Höhenflügen der Jugend und tiefster Verzweiflung ob des Verlusts der Mutter angesiedelt, ist das Lesen einmal mehr eine Achterbahn der Gefühle, die man jedoch nicht nur gerne fährt, sondern am Ende mit schlackernden Beinen aber euphorisiert verlässt.

„da vergaß ich die Zeit und ließ mich mitreißen, und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich.“

Es ist genau dieses Gefühl, dessen Beschreibung Wells seinem Protagonisten in den Mund lebt, das den Roman zunächst dominiert. Sam lebt durch seine Kino-Kollegen auf, traut sich plötzlich Dinge, die er sich nie hätte ausmalen können, merkt, dass auch andere Unzulänglichkeiten und manchmal Angst haben und dennoch auch unbeschwert und ausgelassen sein können. Vor allem Kirstie weckt ihn regelrecht auf und nimmt sich des Jungen an. Atmosphärisch tief in den 80ern verankert – mit Mixtapes mit INXS und ELO, in langwierigem Warten vorm Radio aufgenommen, bis der Moderator endlich mal nicht reinquatscht – erlebt Sam genau jenen Sommer mit seinen Freunden, den man einem Jugendlichen wünscht. Immer wieder schauen sie „Zurück in die Zukunft“ und glauben mit Marty McFly, dass alles möglich ist.

„(...) als wir dachten, wir bewegen vielleicht wirklich was ... diese fast lächerliche Unbeschwertheit. Es war nie wieder so toll, nicht mal, als es danach richtig toll war.“

Sams Schwester erkennt rückblickend, dass das verhasste Kleinstadtleben doch nicht so schlecht war, auch wenn sie inzwischen in Hollywood erfolgreich ist. Das langsam aussterbende Grady, das in dem fiktiven Roman „Hard Land“ auch die zentrale Rolle spielt. Wells nutzt hier das Spiel mit dem Roman im Roman, immer wieder liest Sam in dieser verschlüsselten Geschichte über das Erwachsenwerden, deren Sinn er jedoch nicht erfassen kann, obwohl er genau das gerade erlebt, was dort beschrieben wird.

Die Stimmung schlägt mit dem Tod der Mutter notwendigerweise um und genauso wie der Protagonist durchlebt man auch als Leser den Verlust und das Gefühl von der Trauer übermannt zu werden. Für Sam endet die Unbeschwertheit abrupt und zu früh, aber auch das gehört zum Erwachsenwerden.

Wie erwartet einmal mehr große Gefühle bei Benedict Wells, die einem mitreißen und nochmals in jede Zeit versetzen.

Film & Kino:
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