Das wilde Leben der Cheri Matzner

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

- OT: Happy Family

- aus dem Englischen von Stefanie Schäfer

- TB, 512 Seiten

Couch-Wertung:

55
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Sandra Dickhaus
Vom wilden Leben fehlt jede Spur!

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Apr 2021

Das Ehepaar Matzner freut sich auf ihr erstes Kind - doch leider verstirbt dieses. Die Mutter verfällt in eine schwere Depression. Zeitgleich entbindet ein junges Mädchen anonym im Krankenhaus ein kleines Mädchen und lässt es dort zurück. Genau dieses Baby adoptiert das Paar, und Cici geht voll in ihrer Mutterrolle auf. Jahre später erfährt Cheri von ihrer Adoption; sie ist ein eigenwilliges Mädchen geworden, das sich gerne mal auflehnt. Ihr Verhältnis zu ihren Adoptiveltern ist schwierig. Als erwachsene Frau lehrt sie an einer Universität, lebt mit ihrem älteren Mann Michael zusammen, mit dem sie ein nicht harmonisches Eheleben verbringt. Dann wird dieser schwer krank ...

Beginn vielversprechend, aber Erzählung geht enttäuschend weiter

Der Roman beginnt vielversprechend mit einer namenlosen Geburt - man steigt mitten im Geschehen ein und fiebert mit. Sofort möchte man wissen, wie es weitergeht. Leider kann die Geschichte diese Stärke, die sie zu Beginn zeigt, nicht halten. Es geht mit dem Leben Cheris weiter, die nun schon erwachsen ist und an der Universität lehrt. Rückblenden ermöglichen einen Einblick in ihr Leben, durch mehrere Zeitebenen verfolgt man ihren Werdegang. Dieser ist allerdings aufgrund der langatmigen Schilderungen und detaillierten Hintergründe längst nicht mehr so fesselnd wie die Erzählung ihrer Geburt. Auch vom „wilden Leben“, das der Titel verspricht, ist nichts zu spüren: Die üblichen Probleme und Spannungen, die in einer Familie herrschen können, spielen eine Rolle, aber welche Familie ist schon perfekt?

Dahinplätschernde Schilderungen und eine unsympathische Protagonistin

Die Geschehnisse plätschern so dahin. Cheri stellt sich selbst die Frage, wer sie eigentlich ist und warum sie so ist, wie sie ist. Dabei verurteilt sie die wichtigsten Menschen in ihrem Leben, was sie nicht besonders sympathisch macht. Der geschilderte Lebenslauf und die rückblickend erzählten Ereignisse sind von Schwermut, Traurigkeit und dem Gefühl des Verlorenseins geprägt - keine Spur von Komik oder lustigen Passagen, wie der Klappentext eigentlich anpreist. Auch passt das Cover nicht zum Inhalt, denn man assoziiert etwas völlig Falsches mit dem Bild der selbstbewussten Frau, die dort gezeigt wird.

Fazit

Ein Roman, der mit Titel, Aufmachung und Klappentext die Lebensgeschichte einer „wilden“ Frau anpreist, dies aber völlig ins Leere laufen lässt. Ernste Themen wie Entfremdung, Vertrauensbruch, Verrat, Einsamkeit, aber auch alles erdrückende Liebe, werden im Rückblick erzählt. Dabei kann dies dennoch aufgrund der Langatmigkeit nicht punkten.

Das wilde Leben der Cheri Matzner

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