Eine Seuche in der Stadt

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

- übersetzt von Ganna-Maria Braungardt

- HC, 112 Seiten

 

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Sandra Dickhaus
Die Suche nach einem Impfstoff und ein fatales Missgeschick

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Feb 2021

Ein Szenario, das uns heute, mitten in der Corona-Pandemie, nicht mehr so außergewöhnlich erscheint: Rudolf Iwanowitsch Mayer ist 1939 Forscher am Pest-Institut von Saratow und forscht an einem Impfstoff gegen Lungenpest. Ihm passiert aber in der Hektik rund um ein wichtiges Telefonat ein fataler Fehler - und dafür muss er leider die Konsequenzen tragen. Niemand, der ihn trifft, kann nur ansatzweise erahnen, was passieren wird. Kurz danach wird er mit heftigen Symptomen wie Fieber, Husten, Schüttelfrost und Bewusstseinsstörungen ins Krankenhaus gebracht. Der behandelnde Arzt in der Notaufnahme stellt eine schreckliche Diagnose: Der Forscher hat sich mit der gefährlichen Lungenpest infiziert. Das Krankenhaus wird unter Quarantäne gestellt, die Personen, mit denen der Erkrankte vorher Kontakt hatte, müssen gefunden und auch isoliert werden. Der Geheimdienst der UdSSR wird eingeschaltet.

Ein Szenario, das es in Ansätzen wirklich so gegeben hat

Der Plot ist keineswegs vollständig fiktiv, sondern beschreibt ein Szenario, das sich so ähnlich in den Dreißigerjahren in Moskau abgespielt hat: Hier gab es einen Ausbruch der Lungenpest durch missglückte Laborversuche. Die Autorin hat sich mit der Tochter des Pathologen, der die Leichen der an Pest verstorbenen Menschen obduzierte, unterhalten und somit den Grundstock für ihre Geschichte geschaffen. Die genau geschilderten Ereignisse und Figuren sind an Erzählungen angelehnt oder im Sinne der Dramatik erdacht. Ungewöhnlich ist, dass die Autorin dies schon 1978 verfasste: Es handelt sich um ein Drehbuch, welches der damalig bekannteste sowjetische Filmautor ablehnte und sie nicht in seinem Schreibkurs aufnahm. Danach verschwand die kurze Geschichte in irgendeiner Schublade, und erst durch die Corona-Pandemie erinnerte sich die Autorin wieder daran. Erschreckend ist, wie viele Parallelen man jetzt anhand der Symptome, der Quarantäne und der Maßnahmen sehen kann. Natürlich spielt das Ganze in einer totalitären Zeit rund um Stalin und Massenverhaftungen – hat also politisch einen anderen Hintergrund.

Sehr viele unterschiedliche Figuren, die man erstmal einordnen muss

In die Szenerie des Filmskripts muss man sich allerdings erst einmal einfinden, da es viele unterschiedliche Figuren gibt und man sich zunächst in die historischen Begebenheiten des sowjetischen Geheimdienstes einarbeiten muss. Am Ende des Drehbuchs kann man die Figuren noch einmal unter Oberbegriffen eingeordnet nachlesen, was aber im Nachhinein etwas unglücklich ist; dieses Verzeichnis hätte man sich zu Beginn gewünscht. Ansonsten liest sich das Ganze kurzweilig, in knappen Sätzen, ohne großartige Gefühlsregungen der Figuren darzustellen. Einzig wird die politische Kritik deutlich, und die Angst der Menschen vor einer Verhaftung durch den Geheimdienst.

Fazit

Ein Filmskript, das von einer unglücklichen Verkettung von Umständen handelt, die zum Ausbruch der Lungenpest führen. Dabei wird auch deutlich, wie sehr das Ganze von den richtigen Entscheidungen der Staatlichkeit und der Gesellschaft abhängt. Man fühlt die Machtlosigkeit und Angst der Figuren fast körperlich.

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