Wut

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

- HC, 256 Seiten

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Monika Wenger
Unbändig

Buch-Rezension von Monika Wenger Feb 2021

Frank erlebt eine äußerst schwierige Kindheit: Seine Mutter Maria schlägt ihn ohne ersichtliche Gründe. Aus dem Nichts kommen die Schläge - und dennoch mit Vorsicht, damit keine Spuren zurückbleiben. Diese plötzlich auftretende Wut kann das Kind noch nicht einordnen, lernt aber, sich in diesen besonderen Momenten so angepasst wie möglich zu verhalten - immer auf der Hut, immer auf dem Sprung.

Ein Sprung aus dem dritten Stock verändert Franks Leben. Er zieht zu seinem Vater und kehrt nie mehr zur Mutter zurück. Doch deren Wut verfolgt ihn weiter und beeinflusst sein Leben auf vielfältige Weise. Mit zunehmender Reife erkennt Frank das Drama im Leben seiner Mutter …

Maria

Marias Mutter wollte sie nicht, deshalb wuchs sie bei ihrer Tante auf. Die Tante war eine nach außen gefühlskalte Bordellbesitzerin, versuchte dennoch auf ihre Weise, dem Kind ein zu Hause zu geben. Intelligent wie Maria war, durfte sie eine Klosterschule besuchen. Doch die beiden Welten - Bordell und Kloster - vertrugen sich schlecht und verstärkten Marias Dilemma. Der falsche Partner und das frühe Kind verunmöglichten ihr die gewünschte Ausbildung. Eine unbändige Wut auf das Leben, auf die verpassten Chancen und auf das Kind, das schuld an allem war, braut sich in ihr zusammen - und entlädt sich immer wieder über ihrem Sohn.

«... Erst als sie schwächer wurde, konnte ich das plötzlich. Es ist leichter, zu verzeihen, wenn man der Stärkere ist. Wenn man sich ohnmächtig fühlt, gibt einem der Hass wahrscheinlich die Kraft, die man braucht. Und irgendwann muss man sowieso damit aufhören, den Eltern die Schuld an dem fehlerhaften Menschen zu geben, der man ist

Echt oder Wahn?

Diese unbändige Wut zieht sich durch die Geschichte; sie ist unterschwellig immer da. Der Autor beschreibt sie mit intensiven Worten, sodass sie den Leser gezielt zu treffen vermögen. Das ist oft brutal und schwer zu ertragen, und es ist irgendwie vorhersehbar, wohin das unweigerlich führen wird.

Lange Zeit schimmert die Hoffnung, dass Frank diese Wut nicht in sich trägt, nicht Marias Erbe weiterführt, bis man eines Besseren belehrt wird. Schlussendlich lösen eine komplizierte Liebesbeziehung und Drogen eine Kettenreaktion aus, sodass das ganze Gebilde in sich zusammenfällt und man als Leser nicht mehr genau zu wissen scheint, was Wahn und was real ist.  

Fazit

Die schwierige Lebensgeschichte von Frank ist keine leichte Lektüre: In markigen Worten und intensiv erzählt Harald Martenstein von einem Leben, welches geprägt ist durch die alles überschattende Wut und die daraus resultierende körperliche Gewalt - Wut, ausgelöst durch Verbitterung über ein verpatztes Leben; Wut, welche auch auf subtile Art und Weise funktioniert und nicht überwunden werden kann.

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