Die verstummte Liebe

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 461 Seiten

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Monika Wenger
Schwere Entscheidungen und ihre Konsequenzen

Buch-Rezension von Monika Wenger Feb 2021

Auf der Beerdigung ihres Ehemannes James verhält sich Helen Mitchell äußerst merkwürdig. Ihre Tochter Ellinor nimmt dies als Zeichen großer Trauer und versucht, ihre Mutter zu trösten. Doch diese reagiert höchst ungehalten auf die wohlwollenden Worte und scheint über den Verlust ihres Gatten nicht sonderlich betrübt zu sein. Doch am Ende dieses traurigen Tages kennt Ellinor die Lebensgeschichte ihrer Mutter und findet die Erklärung für ihr sonderbares Verhalten ...

Behütet in England

England 1896: Helen Mandeville wächst behütet in der englischen Oberschicht auf. Ihr Vater leitet eine Bank und ist ein angesehener Geschäftsmann. Er will seine einzige Tochter gerne standesgemäß verheiraten, und der junge Anwalt James Mitchell scheint seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Ganz anders sieht dies Helen: Sie kann sich nicht vorstellen, die Ehefrau von James zu werden. Als aber der Vater ein Machtwort spricht, stimmt Helen der Verlobung zu - unter der Bedingung, dass sie erst in einem Jahr, als Volljährige, James heiraten werde. Sie gewinnt damit Zeit und hofft, dass James sich in eine andere Frau verlieben und sie frei geben würde.

Die Bildungsreise

Mit ihrer Familie unternimmt Helen eine Bildungsreise durch Europa und lernt in Berlin den jungen Arzt Ludwig Ellerweg kennen. Helen findet in Ludwig einen Seelenverwandten und löst die Verlobung mit James. Nach ihrer Volljährigkeit heiratet sie Ludwig. Gemeinsam widmen sie sich dem Aufbau einer Arztpraxis und werden Eltern des kleinen Fritz.

Obwohl Helens Eltern den Kontakt vollständig abgebrochen haben, versucht sie durch regelmäßige Korrespondenz, die Verbindung zu halten. Als im Jahr 1914 die Nachricht vom schlechten Gesundheitszustand der Mutter eintrifft, entscheidet sich Helen trotz der schwierigen politischen Lage für eine Reise nach England. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus, und an eine Rückkehr nach Hamburg ist vorerst nicht zu denken.

Zwei Seelen

Die Autorin schafft mit der Figur der Helen Mandeville das Bild einer äußerst faszinierenden und eigenwilligen Frau - einer Frau mit zwei unterschiedlichen Charaktereigenschaften: Als junges Mädchen der englischen Oberschicht eher rebellisch und durchsetzungswillig, wird sie zu Leni Ellerweg, einer perfekten und arbeitsamen deutschen Arztgattin. Einige Jahre später kehrt sie nach England, zu ihren Wurzeln, zurück und lebt das Leben einer Dame der oberen Gesellschaft. Geschickt sind die beiden Wesenszüge Helens mit der jeweiligen Umgebung verknüpft. Das ist sehr wirkungsvoll und zeigt die verschiedenen Welten auf eine einzigartige Weise. Dramatisch sind die Geschehnisse während des Krieges: Vor diesem schrecklichen Hintergrund werden oder müssen Entscheidungen getroffen werden, welche aus der Distanz nicht immer einfach zu beurteilen und zu verstehen sind. Die Konsequenzen aus diesen Handlungen auf eindrückliche Art und Weise darzustellen ist Melanie Metzenthin in diesem Roman sehr gut gelungen:

«Irgendwann ist das Lügengebäude so komplex, dass es keinen Weg mehr hinaus gibt und man sogar dann unglaubwürdig ist, wenn man etwas aus den richtigen Gründen tut.»

Fazit

Die Geschichte erzählt von einer großen Liebe, falschen Entscheidungen und lebenslangen Lügen - ein spannender Roman vor dem Hintergrund weltbewegender politischer Umwälzungen. Ausführlich und gut recherchiert, beschreibt die Autorin Details aus den beiden Weltkriegen. Gleichzeitig hat sie die unterschiedlichen Leben der Helen Mandeville sehr gut herausgearbeitet. Ein einzigartiges Wechselspiel zwischen Verständnis, Ungläubigkeit, Zerrissenheit, Zweifel, Liebe und Hass ist das Resultat und trägt zu der spannenden und interessanten Lektüre bei.

Die verstummte Liebe

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Letzte Kommentare:
15.02.2021 07:13:50
Orange

„Die verstummte Liebe“ aus der Feder von Melanie Metzenthin ist wieder eines dieser Bücher, auf die man sich ewig lange vorher freut und die dann viel zu schnell ausgelesen sind. Seit ihrer „Sündenheilerin“-Reihe zählt die Autorin für mich zu den absoluten Lieblingsautor*innen und ihre Bücher werden immer gleich weggelesen.
Ich kannte also die Vorgänger und hatte Fritz Ellerweg schon kennengelernt und lieb gewonnen. Dies hier ist die Geschichte seiner Mutter und als Leser verfolgt man gespannt, wie aus der lebensfrohen, ihren Ehemann und ihr Kind liebenden Leni Ellerweg, die für eine glückliche Zukunft ihre Heimat verlässt und mit ihrer Familie bricht, die verbitterte, hartherzige Helen Mitchell werden konnte. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich sie in Ansätzen verstehen, auch wenn für mich Fragen offen bleiben. Ohne zu spoilern kann ich hier allerdings nicht drauf eingehen, dass muss jeder Leser schon selbst herausfinden. Aber ich kann nachvollziehen, wie sehr sich Krieg auf das Leben der Menschen auswirken kann, wie eine kleine Lüge weitere nach sich zieht und sich dies letztendlich zu einen ganzen Lügengebilde auftürmt, aus den es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt.
Mich konnte die Autorin auch mit diesen wunderbaren Roman wieder voll und ganz überzeugen und er gehört schon jetzt zu meinen Jahres-Highlights 2021. Auch das Cover ist wieder ansprechend gestaltet und passt perfekt zu den anderen Büchern der Reihe „Leise Helden“.
Bei diesen Roman ist es unerheblich, ob man ihn als erstes liest oder erst nach den beiden Vorgängern, da die Geschichte im Großen und Ganzen eigenständig ist. Ich habe die drei Bücher in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung gelesen. Allerdings sollte man „Im Lautlosen“ und „Die Stimmlosen“ in der richtigen Reihenfolge lesen, weil diese beiden aufeinander aufbauen und die Geschichte fortsetzen.
Sehr gern vergebe ich fünf hochverdiente Sterne und hoffe auf baldigen Nachschub aus der Feder von Melanie Metzenthin. Einige Figuren aus den Bänden haben auf jeden Fall Potential für eine eigene Geschichte.

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