Fünf Sterne für Dich

Erschienen: Dezember 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 576 Seiten

Couch-Wertung:

70
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Sandra Dickhaus
Nur zwei von fünften Punkten? Pia ist entsetzt!

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Feb 2021

Für die junge Lehrerin Pia ergibt sich eine ganz neue Situation: Sie entdeckt eine ungefragte Bewertung ihrer Fähigkeiten. Und die fällt gar nicht gut aus: Sie erhält zwei Sterne von fünf! Was ist denn da los?  Mathilda besucht ihre Klasse. Sie ist die Tochter des selbsternannten Rezensionsexperten Konrad, der aus Berufsgründen auf Kundenwunsch Produkte bewertet und dies auch im privaten Rahmen nicht ablegen kann. Konrad bemerkt, Pia sei für den Lehrerberuf nicht geschaffen: zu hübsch, zu jung, zu unsicher. Ein hartes Urteil! Und nun? Pia schwört sich, ihm das irgendwie heimzuzahlen. Als Konrad zum Elternvertreter gewählt wird, wittert sie ihre Chance. Doch dann benötigt sie doch Konrads ernsthafte Hilfe - denn als einer ihrer Schüler gemobbt wird, erweist sich ihr Kontakt als Gold wert ...

Die Geschehnisse werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt

Zu Beginn wird man durch ein trauriges Ereignis in die Handlung eingeführt. Zunächst mag man davon irritiert sein, aber im Laufe des Romans ergibt der Prolog Sinn. Man erfährt die Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven (für die Autorin ein typisches Stilmittel): So lernt man die verschiedenen Figuren, Pia und Konrad, und ihre abweichenden Sichtweisen kennen. Zunächst tritt man mit Konrad in Kontakt, erfährt, dass er alleinerziehender Vater ist und vor allem, dass er alles bewertet. Sein Motto ist, das Schlechte auf jeden Fall zu vermeiden, dann wird schon alles klappen. Diese Sichtweise hat etwas mit seinem Schicksal zu tun, das man im Laufe der Handlung erfährt. Vor allem aber wird deutlich, dass er für seine Tochter alles tun würde und sich gut um sie kümmert. Dies ist auch der Berührungspunkt zur nächsten Hauptfigur, der Lehrerin Pia. Sie ist Quereinsteigerin, noch relativ jung und für die Klasse seiner Tochter zuständig. Dabei merkt man, dass sie voll in ihrem Element ist und ihr die Kinder am Herzen liegen. Der Beruf ist eher eine Berufung, der sie nachgeht. Umso enttäuschender ist dann Konrads Bewertung ihrer Fähigkeiten.

Viel Raum für Schilderung des Schulalltags

Zwischendurch liest man auch den Verlauf von Nachrichten in einem Chat der „Seven Eleven“; dies lockert das Ganze noch ein wenig auf. Natürlich wird hier auch mit vermeintlichen Klischees - zum Beispiel den Helikoptereltern - gespielt, und man muss ein wenig schmunzeln. Zusätzlich wird neben der sich natürlich anbahnenden und erwarteten  Liebesgeschichte das ernste Thema des Mobbings angesprochen. Zwischenzeitlich plätschert die Handlung so dahin und es fehlt der letzte Schubs. Viel Raum nimmt hinterher auch die Schilderung der Situation in Pias Klasse ein, was mit der Liebesgeschichte zwischen der Lehrerin und dem alleinerziehenden Vater wenig zu tun hat. Wer Abwechslung mag, wird dies begrüßen, wer aber nur auf den Verlauf einer romantischen Liebesgeschichte aus ist, der wird sich eventuell mit jeder weiteren Seite der Schilderungen langweilen.

Fazit

Ein Liebesroman, der mit Schicksalsschlägen und ernsten Gesellschaftsproblemen wie der Thematik des Mobbing und viel Einblick ins Schulgeschehen ein wenig von der Norm abweicht. Im Laufe der Handlung verändern sich allerdings die Charaktere zum Positiven: Konrad wird offener, Pia selbstbewusster. Eine zügig zu lesende Geschichte, ideal für zwischendurch.

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