Salz und sein Preis

Erschienen: Dezember 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Price of Salt

- aus dem Englischen von Melanie Walz

- TB, 432 Seiten

Couch-Wertung:

89

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Monika Wenger
Wie hoch ist der Preis?

Buch-Rezension von Monika Wenger Jan 2021

Die junge Bühnenbildnerin Therese arbeitet während der Weihnachtszeit in der Spielwarenabteilung eines großen Warenhauses in New York. Dort trifft sie auf Carol, eine Kundin. Während einer mehrwöchigen Reise in den Westen der USA wird klar: Therese liebt Carol - ein Skandal im prüden Amerika der 50er-Jahre …

Kindheit

Therese ist neunzehn Jahre jung und ausgebildete Bühnenbildnerin. Aufgewachsen ist sie bei ihrer Großmutter, ihre Mutter ist als Konzertpianisten viel unterwegs. Die Schulzeit verbringt sie im Internat. Als Aushilfskraft findet sie im Warenhaus «Frankenberg’s» während des Weihnachtsgeschäftes Arbeit. Gleichzeitig versucht sie, in ihrem Job Fuß zu fassen.

Richard

Therese ist mit dem etwas farblosen Richard lose liiert. Er möchte gern Maler werden, soll aber auf Wunsch der Eltern in den Familienbetrieb einsteigen. Richard bemüht sich sehr um Therese und zeigt viel Verständnis für ihr manchmal doch recht eigenartiges Verhalten. Sie ist sich nicht sicher, ob die Beziehung zu Richard fest genug ist; an manchen Tagen ist er einfach nur ein guter Freund.

Carol

Alles scheint sich mit dem Tag zu verändern, als Thereses und Carols Blicke sich im Warenhaus, mitten in der Abteilung, kreuzen. Carol will die gekauften Geschenke nach Hause liefern lassen und hinterlässt deshalb ihre Adresse. Therese schickt ihr aus einem Gefühl heraus eine geschäftliche Weihnachtskarte und schon bald verabreden sie sich zu einem ersten Treffen, dem bald weitere folgen.

Nach und nach erfährt Therese, dass Carol eine fünfjährige Tochter hat, von ihrem Mann Harge getrennt ist und dass die Scheidung läuft. Wie so oft ist das Kind Spielball zwischen den Eltern.

Reise in den Westen

Überraschend lädt Carol Therese zu einer mehrwöchigen Reise mit dem Auto in den Westen der USA ein. Erst zögert Therese, lässt sich dann aber auf das Unterfangen ein. Auf dieser Reise werden die beiden ein Liebespaar. Getrübt wird die Reise durch die Feststellung, dass Harge einen Detektiv auf Carol angesetzt hat. Das Ziel der Überwachung ist klar: er will das Sorgerecht für das Kind. Von Des Moines, Iowa, fliegt Carol nach New York zurück um zu retten, was zu retten ist.

Carol verschiebt ihre Rückkehr nach Des Moines von Tag zu Tag, und nach einer Woche bittet sie Therese, nach New York zurückzukehren. Sie hat im Sorgerechtsstreit verloren und darf ihre Tochter nur sporadisch sehen; einzige Bedingung ist, dass sie ihre Beziehung zu Therese beendet. Obwohl Carol alles versucht und ihr Leben nach dieser Niederlage neu ordnet, lässt sich Therese nicht halten. Sie ist enttäuscht und zieht sich von Carol zurück, bis sie eines Abends bei einer Cocktailparty an ihre erste Begegnung mit Carol erinnert wird.

«….was war Liebe eigentlich, und warum endete sie oder nicht? Das waren die wahren Fragen, aber wer wollte sie beantworten?»

Patricia Highsmith schrieb in den frühen 1950er-Jahren unter dem Pseudonym Claire Morgan den Roman Salz und sein Preis, die Geschichte einer lesbischen Liebe im prüden Amerika – ein gewagtes Unterfangen. Doch der Roman findet Anklang, ist er doch sehr behutsam und unspektakulär geschrieben. Mit feinem Gespür und leisen Gesten führt Patricia Highsmith den Leser zu den beiden ungleichen Frauen. Wirkungsvoll beschreibt sie das Zaudern, das Herantasten und das Erkennen dieser ungewöhnlichen Liebe in einem konservativen Umfeld. Eindrücklich ist die Entstehung dieser besonderen amerikanischen Atmosphäre, diesem ganz speziellen Gefühl beim Lesen. Es ist, als ob man um Jahrzehnte zurückgeht und eintaucht in das Amerika der 1950er-Jahre.

Fazit

Eine feine und leise Geschichte über die Liebe zwischen zwei Frauen in den 1950er-Jahren in Amerika und ein Spiegel dieser Zeit, in der gesellschaftliche Spielregeln hochgehalten wurden. Eine Lektüre, welche nichts von ihrem Reiz verloren hat.  

 

 

Anmerkung d. Verf.: Erstmals unter dem richtigen Namen der Autorin erschien der Roman im Januar 1990 im Diogenes Verlag, Zürich, mit dem erneut veränderten, diesmal aber mit Patricia Highsmith gezeichneten Nachwort der amerikanischen Neuausgabe 1984.

Salz und sein Preis

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Letzte Kommentare:
29.01.2021 13:51:03
morus64

Patricia Highsmith war zweifelsohne eine Lichtgestalt der Kriminalliteratur: Von ihren 23 (?) Romanen sind 6 (?) unter den "Best of 150" im Bochumer Kriminalarchivs plaziert, insgesamt 8 (?) Werke ihres Gesamtschaffens wurden erfolgreich verfilmt, auch "Salz und sein Preis", dass bei Diogenes ohne Pseudonym als "Carol - Roman einer ungewöhnlichen Liebe" erschienen ist.
Dass dieser Roman im Original 1984 unter einem Pseudonym erstmals veröffentlicht wurde ist zu damaliger Zeit keine Überraschung. Wer sich die (äußerst lohnenswerte!) Mühe macht, das ca. 700 Seiten umfassende Buch "Schöner Schatten: Das Leben von Patrica Highsmith" zu lesen, wird das gut verstehen können. Patricia Highsmith ihat hier sehr viel aus ihrem eigenen, komplizierten und sich selbst kompliziert gemacht Leben autobiografisch abgearbeitet.
"Salz und sein Preis" ist kein Krimi, aber dennoch schwebt ein psychologisches Damokles-Schwert über der Handlung und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sehr lesenswert, nicht nur in "lesbischen Literaturzirkeln".
Übrigens: Andrew Wilson hat für seine Highsmith-Biografie einen "Edgar Award" für das beste Sachbuch des Jahres 004 erhalten, und das völlig zu Recht.
(ISBN: 3-8270-0517-5 , Berlin Verlag)

29.01.2021 13:51:03
morus64

Patricia Highsmith war zweifelsohne eine Lichtgestalt der Kriminalliteratur: Von ihren 23 (?) Romanen sind 6 (?) unter den "Best of 150" im Bochumer Kriminalarchivs plaziert, insgesamt 8 (?) Werke ihres Gesamtschaffens wurden erfolgreich verfilmt, auch "Salz und sein Preis", dass bei Diogenes ohne Pseudonym als "Carol - Roman einer ungewöhnlichen Liebe" erschienen ist.
Dass dieser Roman im Original 1984 unter einem Pseudonym erstmals veröffentlicht wurde ist zu damaliger Zeit keine Überraschung. Wer sich die (äußerst lohnenswerte!) Mühe macht, das ca. 700 Seiten umfassende Buch "Schöner Schatten: Das Leben von Patrica Highsmith" zu lesen, wird das gut verstehen können. Patricia Highsmith ihat hier sehr viel aus ihrem eigenen, komplizierten und sich selbst kompliziert gemacht Leben autobiografisch abgearbeitet.
"Salz und sein Preis" ist kein Krimi, aber dennoch schwebt ein psychologisches Damokles-Schwert über der Handlung und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sehr lesenswert, nicht nur in "lesbischen Literaturzirkeln".
Übrigens: Andrew Wilson hat für seine Highsmith-Biografie einen "Edgar Award" für das beste Sachbuch des Jahres 004 erhalten, und das völlig zu Recht.
(ISBN: 3-8270-0517-5 , Berlin Verlag)

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