Die perfekte Freundin

Erschienen: November 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Standing Chandelier

- aus dem Englischen von Christine Richter-Nilsson

- HC, 160 Seiten

Couch-Wertung:

60

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Sandra Dickhaus
‘Es verwirrte Jillian Frisk, abgelehnt zu werden …’

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Jan 2021

Wer ist diese perfekte Freundin? Und was ist schon perfekt - und was hält eigentlich eine Freundschaft aus? All diesen Fragen widmet sich die Autorin Lionel Shriver in dem kurzweiligen Roman rund um eine Freundschaft zwischen Mann und Frau.

Jillian und Weston lernen sich kennen und wissen sofort, sie können sich alles erzählen und bauen eine emotionale Beziehung zueinander auf, die aber rein platonisch ist. Drei Mal in der Woche spielen sie zusammen Tennis und halten immer und überall zusammen – bis Weston Paige kennen lernt. Als er sie heiraten möchte, stellt sie eine Bedingung – und die hat es in sich: Er soll sofort den Kontakt zu Jillian abbrechen; sie ist Paige ein Dorn im Auge. Wird Weston dieser Forderung nachkommen? Was bedeutet dies für seine mögliche Ehe und das Verhältnis zu seiner langjährigen besten Freundin?

Figuren laden nicht zur Identifikation ein

Der Roman beginnt damit, dass man Jillian näher kennenlernt: ihre schrille, aufdringliche, schillernde Seite; aber man merkt auch, dass sie sich bewusst ist, dass sie aneckt und in den meisten Fällen abgewiesen wird. Anfangs hat man ein wenig Mitleid mit ihr, freut sich, dass sie Weston begegnet und sich eine Freundschaft entwickelt und liest die Schilderungen, in denen ihr Ablehnung begegnet. Das macht neugierig darauf, woran es genau liegen mag, und ob Jillian einsichtig wird und an sich arbeitet oder ob sie so viel Stärke beweist, dass sie mit sich selbst im Reinen bleibt. Auf die Auflösung dieser Frage wartet man allerdings vergeblich: War einem Jillian vorweg sympathisch, beginnt sie aufgrund ihrer penetranten Art irgendwann einfach nur zu nerven.

Aber auch Westons Möchtegern-Ehefrau Paige ist keineswegs liebenswerter zu nennen; auch hier fehlt die Identifikation mit der Figur. Einzig Weston vermag in seinem Dilemma zwischen vermeintlicher Ehe und langjähriger Freundschaft etwas Mitleid zu erheischen - aber dennoch wird man auch mit ihm nie so richtig warm. Möglich, dass die Autorin die Charaktere bewusst so konzipiert an, um zum Nachdenken anzuregen. Allerdings ist auch dies schwierig, da es Passagen gibt, die ruhiger als ruhig sind, sodass man auf ein Ergebnis des jeweiligen Geschehens wartet – aber außer langatmiger Schilderungen von erlebten Ereignissen passiert nichts. Zudem rechnet man auch mit immenser Gegenwehr des einzigen Hahnes im Korb, doch dieser wehrt sich eher schlecht als recht. Die Erzählweise der Autorin ist eher ironisch und distanziert sich zu sehr von den Protagonisten und dem Geschehen, welches so dahinplätschert. Man erwartet den riesengroßen Knall, die Eskalation, aber vergeblich. Was man allerdings als Lerneffekt für den Leser bezeichnen kann, ist, dass man erst am Ende so richtig merkt, dass sich die Sichtweise auf die unnahbaren Figuren verschoben hat und man doch irgendwie unbewusst manipuliert wurde.

Fazit

Der kurzweilige Roman legt Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und die Kommunikation untereinander; da versteckt sich so mancher Unterton. Auf richtige Spannung, die man aufgrund des Lesens des Klappentextes vermutet, wartet man jedoch vergebens. Wer einen Roman der leisen Töne und Unterschwelligkeiten bevorzugt, der mag hier gut bedient sein.

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