Die Saphirtochter

  • Lübbe
  • Erschienen: November 2020

- OT: The Sapphire Widow

- aus dem Englischen von Angela Koonen

- TB, 400 Seiten

Die Saphirtochter
Die Saphirtochter
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Alexandra Hopf
84

Belletristik-Couch Rezension vonMai 2022

Vielversprechender Titel und Klappentext

Lousia Reeve, die Tochter eines Edelsteinhändlers, lebt 1935 eigentlich ein gutes Leben in Ceylon. Sie ist glücklich mit ihrem Mann Elliot, den sie sehr liebt. Doch ihre Ehe wird von mehreren Fehlgeburten überschattet. Der unerfüllte Kinderwunsch lastet schwer auf Louisa. Elliot ist oft geschäftlich unterwegs. Er betreibt in Colombo einen Gewürzhandel und besitzt zudem Anteile an einer Zimtplantage.

Doch eines Tages bricht Louisas heile Welt auseinander:  Elliot verunglückt tödlich. Louisa ist vor Trauer wie gelähmt. Und als sie sich schließlich aufrafft und die Geschäfte ihres Mannes ordnen will, wird sie mit unglaublichen Tatsachen konfrontiert. Sie muss feststellen, dass ihr Mann hochverschuldet ist. Auf der Zimtplantage erfährt sie vom dort lebenden Leo, dass sie auch bezüglich der Eigentumsverhältnisse der Plantage vom smarten Elliot nicht die Wahrheit erfahren hat. Doch damit noch nicht genug. Die Zimtplantage birgt weit mehr Geheimnisse Elliots als Louisa zunächst glaubt.

Ceylon eindrucksvoll beschrieben

Wie man es von der Autorin Dinah Jefferies kennt, kann sie auch diesmal den Leser mit wunderbaren bildhaften Beschreibungen in den Roman mitnehmen. Der frische und leicht zu lesende Schreibstil bietet schöne, ungetrübte Unterhaltung. Mit besonderer Liebe zum Detail, insbesondere was die Farben betrifft, beschreibt sie ihren Leser/innen genau, wie bezaubernd das Sri Lanka von damals war.

Zimt und Edelsteine

Aufgrund des Titels mag man vermuten, dass man im Roman einiges über Edelsteine erfahren wird, doch dem ist leider nicht so. Allerdings bringt die Autorin dem Leser einiges Wissenswerte über den Anbau und die Gewinnung von Zimt auf der Plantage näher. Gerne hätte man solche Informationen auch über die Edelsteinschleiferei von Louisas Vater gelesen.

Der Klappentext macht den Leser neugierig, in welche Richtung wohl das angedeutete Doppelleben von Elliot Reeve geht. Durch diese Frage angetrieben, liest sich der erste Teil des Buches recht flott. Dabei kommen auch einige pikante Details zutage, die sich positiv auf die Spannung auswirken.

Leider verliert sich die Autorin ab Mitte des Buches dann in ihrem Plot. Einige Details werden erwähnt, aber nicht wirklich aufgeklärt und beim Leser bleiben offene Fragen zurück. Bei anderen Tatsachen hingegen tritt die Handlung auf der Stelle und es kommt dabei zu Überlängen. Und leider kommt der Roman, mit seinem sehr guten Start, dann doch sehr überstürzt zum Ende.

Charaktere bleiben eher flach

Die beiden männlichen Hauptprotagonisten Elliot und Leo werden beide auf ihre Art sehr smart und reizvoll dargestellt.

Auch Louisa ist ein sympathischer Charakter. Scheinbar gutgläubig und blind vor Liebe hat sie nichts vom Doppelleben ihres Mannes geahnt. Allerdings bleibt beim Leser eine gewisse Skepsis, ob eine Frau nach derartigem Vertrauensbruch wirklich so handelt, wie die Protagonistin hier im Roman. Als anstrengend und doch sehr nervig tritt immer wieder Louisas Schwiegermutter ins Geschehen ein. Leider wirkt ihre Wandlung am Ende doch sehr unglaubwürdig und damit konstruiert.

Fazit

Das vielversprechende äußere Erscheinungsbild bestätigt sich bei Beginn der Lektüre. Doch leider wendet sich das Blatt und der zunächst spannende Roman wird ab der Hälfte etwas zäh. Unter dem Strich bleibt aber ein sehr stimmungsvoller und unterhaltsamer Roman vor der malerischen Kulisse des damaligen Sri Lankas.

Die Saphirtochter

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