Das letzte Licht des Tages

Erschienen: November 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Winemaker's Wife

- aus dem Englischen von Veronika Dünninger

- Broschur, 384 Seiten

Couch-Wertung:

68

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Monika Wenger
Bewegend und aufschlussreich

Buch-Rezension von Monika Wenger Dez 2020

Liv ist frisch geschieden und versucht gerade wieder auf die Beine zu kommen, als ihre in Paris lebende Großmutter Edith sie überraschend in New York aufsucht; sie möchte unbedingt, dass Liv mit ihr nach Frankreich kommt. Das Motiv der Großmutter ist nicht wirklich durchschaubar: Vordergründig soll Liv durch die Reise auf andere Gedanken kommen, hintergründig scheint ein nie thematisiertes Familiengeheimnis eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen ...

Frankreich

Kaum in Paris angekommen, drängt Livs Großmutter auf die Weiterreise nach Reims, einer Stadt in der Champagne; sie scheint in dieser Stadt Wichtiges zu tun zu haben. Für Liv wird das Verhalten der Großmutter immer rätselhafter - vor allem, weil sie sich Liv nicht anvertrauen will. Erst als Liv Großmutters Anwalt kennenlernt, scheint eine Lösung des Rätsels möglich zu werden; dafür müssen die Beteiligten jedoch tief in die Vergangenheit eintauchen. Dabei kommen unerfreuliche und tragische Ereignisse sowie die Geschichte einer großen Liebe zu Tage ...

Passiver Widerstand

Die Rückschau beginnt im Jahr 1940 und erzählt die Geschichte von Inès und Michel Chauveau: Sie sind Besitzer eines Weinguts in der Champagne und werden, wie so viele, im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern drangsaliert. Michel und die halbjüdische Frau seines Kellermeisters Théo, Céline, engagieren sich im Untergrund für die Résistance und schmuggeln Waffen. Als ihr stilles Wirken von Inès entdeckt wird, kommt es zu einer Fülle von Kettenreaktionen mit tragischen Auswirkungen für alle Beteiligten. Zwischendurch wechselt die Handlung dann immer wieder ins Jahr 2019; so verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart, die Geschichte der Großmutter und der Enkelin.

Kristin Harmel verpackt in ihrem Roman Das letzte Licht des Tages gleichzeitig mehrere interessante Themen: Nebst einer tragischen Liebesgeschichte erfährt der Leser viel über den Weinanbau in der Champagne und die Herstellung von Champagner. Ebenfalls interessant sind die historischen Ereignisse wie z.B. die Zerstörung der Stadt Reims während des Ersten Weltkrieges, die Besetzung Frankreichs durch die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges und das Wirken der Résistance.

Manchmal ist es schwierig, die Handlungen respektive die Naivität einzelner Figuren zu verstehen - das verursacht eine gewisse emotionale Distanz und immer wieder Kopfschütteln. Die Lektüre ist trotzdem gut zu lesen und beinhaltet extrem spannende Passagen mit viel Dramatik vor einem äußerst interessanten historischen Hintergrund.

Fazit

Der Roman erzählt die Geschichte einer großen Liebe und eines schlimmen Verrats vor dem Hintergrund der im Zweiten Weltkrieg agierenden Résistance-Bewegung in der Champagne. Es ist eine gut zu lesende, teilweise prickelnde und dramatische Lektüre.

Das letzte Licht des Tages

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Letzte Kommentare:
01.02.2021 21:20:04
Petra Sch.

Furchtbare Geheimnisse und Familienschicksale im Zweiten Weltkrieg

Kurz zum Inhalt:
Frankreich, 1940. Inès und ihr Mann Michel Chauveau führen mit Hilfe von Céline und Theo Laurent ein Weingut in der Champagne.
Als Inès eines Tages entdeckt, dass ihr Mann für die Résistance arbeitet, will sie dem Widerstand ebenfalls helfen und versteckt zwei Flüchtlinge im Weinkeller.
Doch sie macht einen schrecklichen Fehler, der alles für immer verändert...

Im Jahr 2019 reist Liv Kent mit ihrer exzentrischen Großmutter Edith Thierry in die Champagne. Sie wird vom Weingut Maison Chauveau magisch angezogen, und mithilfe von Edith's charmantem Anwalt Julien Cohn will sie die Geschichte des Weinguts erforschen. So deckt sie nach und nach dessen die Geheimnisse auf...

Meine Meinung:
Die Geschichte spielt abwechselnd von Mai 1940 bis Mai 1945-wechselweise aus Sicht von Inès und Céline- und von Juni bis September 2019 aus Sicht von Liv, der Enkeltochter von Edith Thierry, die ebenfalls wie Inès ursprünglich aus Reims stammt.
Edith war damals die beste Freundin von Inès. Céline und Inès kamen hingegen nicht so gut aus.
Und wie so oft gab es viele Geheimnisse, Lügen, Intrigen und Verwicklungen, sodass das Leben aller beeinträchtigt und verändert wurde. Wie hätte es anders kommen können, wenn alle miteinander gesprochen hätten...
Die Figuren aus den 1940ern haben sehr polarisiert: Céline fand ich sympathisch, Inès hingegen überhaupt nicht. Die hätte ich ständig nur schütteln können. Am beeindruckendsten war Edith, die mit ihrem Mann mutig vor aller Augen der Résistance zugearbeitet hat.

Mich konnte die Autorin jedenfalls abholen mit der einfühlsamen Schreibweise und dem spannenden Familiendrama. Die Schicksale der Menschen unter der Nazi-Herrschaft wurden eindrücklich beschrieben, man musste mit allen mitfühlen.
Die Geschichte der Résistance hätte zwar detaillierter dargestellt werden können, trotzdem war ich von der mitreißenden Story von Anfang an gefesselt.
Auch dass es immer Zeit- und Perspektivensprünge gab, machte das ganze spannend und die Details und Verflechtungen haben sich dadurch erst nach und nach aufgelöst.
Sehr geschickt waren viele Informationen zur Champagnerherstellung in die Geschichte integriert.
Es gab - obwohl ich schon recht früh den richtigen Verdacht hatte - trotzdem am Ende eine Wendung, die mich überrascht hat.
Am Schluss gibt es ein mehr oder weniger Happy-End, welches für mich bei solchen Geschichten dazugehört.

Fazit:
Eine tragische Liebesgeschichte hat ein mitreißendes Drama von menschlichen Schicksalen im Zweiten Weltkrieg zur Folge. Und alles vor der Kulisse der wunderschönen Champagne.

10.01.2021 12:36:17
Kerstin1975

Buchinhalt:

Frankreich zur Zeit des 2. Weltkriegs: Zusammen mit seinem Kellermeister Théo und dessen Frau Céline versteckt der Winzer Michel auf seinem Weingut in der Champagne Waffen für die Résistance und jüdische Flüchtlinge. Als seine Frau Inès herausfindet, dass Michel mit Céline ein Verhältnis hat, lässt sie sich zu einer Tat hinreißen, die das Schicksal des Weinguts und seiner Bewohner für immer nachhaltig verändert.

70 Jahre später reist die junge Liv mit ihrer Großmutter ebenfalls in die Champagne – was sie nicht weiß: die Reise ist eine Reise in die Vergangenheit ihrer Großmutter und in ihre eigene….



Persönlicher Eindruck:

Mit „Das letzte Licht des Tages“ ist der Autorin ein wahrhaft tiefschürfender, emotional aufwühlender Schicksalsroman gelungen, der beim Leser für schlaflose Nächte und Nachdenken sorgt. Schauplatz ist das Weingut Chauveau, Wiege erlesener Weine und edlen Champagners – und das Zuhause von Michel und seiner Ehefrau Inès.

Während Michel für seinen Wein lebt und in Kellermeister Théo und dessen Frau Céline Gleichgesinnte gefunden hat, hat Inès kein Händchen dafür und liebt stattdessen das Savoir Vivre in der Stadt. Als Inès eines Tages dahinter kommt, dass ihr Ehemann Waffen und auch Flüchtlinge in den verzweigten unterirdischen Kellern versteckt, entscheidet sie sich für ihren Gatten, lässt sich aber zu einer schwerwiegenden Tat hinreißen, als sie dahinter kommt, dass Michel in Céline eine Seelenverwandte sieht und mit ihr ein Verhältnis hat.

Der Autorin gelingt es vortrefflich, die Champagne vor dem inneren Auge des Lesers sichtbar zu machen, die handelnden Personen entwickeln sich im Laufe des Romans nachvollziehbar und nehmen den Leser mit in eine dunkle Zeit europäischer Geschichte. Dabei stehen Themen wie persönliche Schuld und deren Auswirkungen sowie Sühne für das, was sich nicht mehr ändern lässt, im Vordergrund.

Hauptfigur ist unbestritten Inès, die mit ihrem Tun das Schicksal aller Bewohner des Weinguts für immer verändert. Sie büßt ein Leben lang für das, was durch ihre Tat entstand. Es sei dahingestellt, ob man sie dafür hasst, mit ihr Mitleid hat oder Teile ihrer Handlungen eventuell nachvollziehen kann – ich war von Anfang bis Ende gefesselt von dem, was die Geschichte bietet. In meinen Augen steigert sich der Spannungsbogen im Lauf der Handlung aufs Äußerste und hält am Ende mehrere spannende Wendungen bereit, die bis zum Schluss mehrere Aha-Effekte liefern.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitlinien, die sich gegen Ende zu einer vereinen. Gemeinsam mit Liv, jener Enkelin, die sich zusammen mit ihrer Großmutter auf eine Reise zu den Stätten aus deren Jugend begibt, erfährt man als Leser Stück für Stück die Details, die den Roman schließlich zu Livs eigener Geschichte machen. Dabei spielen Liebe und Verrat, Sühne und Tod, aber auch Hoffnung und Neuanfang eine tragende Rolle.

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die Wert legen auf tiefgründige, oft auch nicht wirklich leichte Kost. Denn der Roman ist kein Buch, das man mal so zwischendurch weg liest. Man muss sich schon darauf einlassen, um sich seiner ganzen Fülle auch wirklich bewusst zu werden.

Insgesamt war der Roman für mich ganz große Erzählkunst, bei der sich am Ende alle Puzzleteile zu einem stimmigen Ganzen vereinen, so dass ich abschließend nur eins sagen kann: Wow!

11.12.2020 21:05:02
Ele

Das letzte Licht des Tages, Historischer Roman von Kristin Harmel, 384 Seiten, erschienen im Droemer Knaur Verlag.
Die dramatische Résistance-Geschichte einer französischen Familie in der Champagne zu Zeiten des zweiten Weltkriegs.
Frankreich 1940, als Inés herausfindet, dass ihr Ehemann auf dem Weingut der Familie Flüchtlinge und Waffen für die Résistance versteckt, ist auch sie gezwungen, eine Seite zu wählen. Inés schließt sich dem Widerstand an – und begeht einen schrecklichen Fehler, der das Leben aller auf dem Weingut für immer verändert.
2019 Die junge Amerikanerin Liv, begleitet ihre Großmutter nach Frankreich zum Weingut Chauveau. Zusammen mit dem jungen Rechtsanwalt Julien entdeckt sie ihre eigene Familiengeschichte. Zurück in die dunkelste Zeit des 2. Weltkriegs, zu einer Geschichte von Liebe und Verrat – und der Hoffnung auf Vergebung.
Das Buch besteht aus 34 Kapiteln, spielt in zwei Zeitebenen und auch in verschiedenen Erzählsträngen. Zum einen die spannenden Ereignisse während des zweiten Weltkriegs und zum anderen die Geschichte von Liv, ihrer Großmutter Edith und Julien. Die Autorin hat sich des personalen Erzählstils, jeweils aus der Sicht der Protagonistin der Zeitabschnitte, bedient. Somit ist der Leser ganz nah dran am Geschehen. Die Kapitel sind mit dem Namen der Protagonistin und der Jahreszahl überschrieben, der Überblick ist somit gewährleistet. Gedanken, Briefe und französische Phrasen sind kursiv und dadurch deutlich dargestellt. Besonders schmückend sind die Abbildungen von Weinreben am Kapitelanfang in den Ecken der Buchseiten.
Mir hat dieses Buch ganz besonders gut gefallen, schnell war ich in dieser packenden Geschichte drin, der Großteil der Erzählung schildert die Vorkommnisse in der Vergangenheit. Diese waren an Spannung und Emotionalität kaum zu überbieten. Ich habe mit den Charakteren mitgeliebt und mitgelitten. Der Plot ist nachvollziehbar, durchaus könnte es so gewesen sein. Nur am Ende war es für mich des Guten einfach ein wenig zu viel. Über die Figur Inés mag es verschiedene Meinungen geben, naiv und leichtsinnig ist richtig, auf alle Fälle hat sie ihre Fehler Zeit ihres langen Lebens, wieder gutgemacht. Mich hat nur ihre Unentschlossenheit ihrer Enkelin die ganze Wahrheit zu offenbaren etwas genervt. Das war ein wahrer Eiertanz durchs gesamte Buch. Letztendlich jedoch fand ich diese Figur trotzdem interessant und sie war auch deutlich mein Lieblingscharakter. Die anderen beteiligten Personen waren durchweg sympathisch, ausgenommen natürlich Hauptmann Richter und Antóine Picard. Nebenbei habe ich noch einiges über die Champagnerherstellung und die Stadt Reims gelernt.
Insgesamt ein Buch welches ich gerne empfehlen möchte, geeignet für Leser die etwas über die Résistance in Frankereich, über die Champagne und deren Bewohner erfahren wollen. Natürlich ist auch eine bittersüße Liebesgeschichte dabei, sodass auch die Romantiker auf ihre Kosten kommen. Von mir 4 Sterne.

01.11.2020 17:50:56
Raupe

Verknüpft

Das Buch verknüpft – Gegenwart und Vergangenheit, Wein und Krieg, Liebe und Verrat. Mir gefällt gut zu was für einen Mix die Geschichte so wird. Sie ist unterhaltsam und spannend, gleichzeitig zeigt sie auch die dunklen Abgründe der Vergangenheit auf.
Zum einen wird die Geschichte von Inés erzählt, die mit ihrem Mann auf einem französischen Weingut lebt, als der Zweite Weltkrieg ausbricht und sie zwingt Stellung zu beziehen.
Zum anderen handelt das Buch von Liv und ihrer Großmutter Edith, die 2019 gemeinsam von Amerika nach Frankreich reisen. Unterstützt von dem charismatischen Anwalts Julien Cohn erforscht Liv die Geschichte des Weinguts Chauveau und entdeckt so, was sie und ihre Großmutter tatsächlich über den Ozean geführt hat.
Ich bin fast froh, dass ich mich nicht immer zu einhundert Prozent mit den Personen und Handlungen identifizieren konnte, so dramatisch und intensiv wurde die Geschichte stellenweise. Da waren die Passagen über die Weinherstellung schon fast entspannend, wenn auch etwas zu ausführlich für meinen Geschmack.

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