Kein Wort zu Papa

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Jumbo, 2010, Seiten: 3, Übersetzt: Dora Heldt

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Andreas Kurth
Liebe, Leid und Lügen an der Nordsee-Küste

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2011

Christine Schmidt hat es wirklich nicht leicht.  Kaum sind die Turbulenzen um ihre Tante Inge überstanden, kommt es Monate später wieder richtig dicke. Freund Johann ist längerfristig in Schweden beruflich im Einsatz, da kommt ein Notruf ihrer Freundin Marleen. Die sitzt – ziemlich ominös  - am Urlaubsende mit ihrem heimlichen Freund Björn in Dubai fest. Statt mit ihrer jüngeren  Schwester Ines in den Urlaub zu fahren – eine "glorreiche" Idee von Papa Heinz – düst die 47-jährige Christine mit Ines nach Norderney,  um dort die Pension von Marleen für ein paar Tage zu managen. Glauben sie jedenfalls.  Stillschweigen ist angesagt, die Presse darf keinen Wind bekommen, denn Marleens berühmter Freund würde sonst mächtig durch die Boulevard-Blätter gehetzt. Und das käme dem Verleger höchst ungelegen. Also müssen Christine und Ines lügen, dass sich die Balken biegen. Außerdem stellt sich heraus, dass es nicht so einfach ist, eine Pension zu führen. Alle Mitstreiter wollen wissen, was wirklich los ist. Zu allem Überfluss sorgt Kalli,  ein Busen- Freund von Papa Heinz, doch noch dafür, dass die Eltern von Christine und Ines auftauchen, um den Töchtern zu helfen.  Die Schwestern verstricken sich immer tiefer in Ausreden und Lügen - aber merkwürdige Geheimnisse haben offenbar einige aus dem Team der Pension. Am Ende der unglaublichen Turbulenzen wird dann  so manches Geheimnis doch noch überraschend  gelüftet.

Dora Heldt und ihre Romane um Christine Schmidt und deren turbulente Familie sind bei den Fans mittlerweile Kult.  Nicht zuletzt die Verfilmung von Urlaub mit Papa und Tante Inge haut ab hat die Auflagen ihrer Romane  richtig in die Höhe getrieben. Und auch bei Kein Wort zu Papa ist die auf der Rückseite des Buches aufgedruckte Ankündigung: "Turbulent und unglaublich komisch" wirklich nicht übertrieben. Normalerweise ist man bei solchen Versprechen der Verlage ja eher skeptisch, aber Dora Heldt gelingt es auch in ihrem neuen Roman, die Leser sofort an die Hand zu nehmen und mit der zuweilen skurrilen Geschichte um die Schwestern und deren Umfeld absolut zu fesseln. Dabei ist Protagonistin Christine ein Typ, der sofort Mitleid erregt. Ständig macht sie sich um alles und jeden einen Kopf, tatsächliche und mögliche Probleme werfen sie stets zuverlässig aus der Bahn. Statt nach Lösungen zu suchen, sitzt sie Schwierigkeiten gerne aus – egal, ob es die kriselnde Beziehung mit Johann ist, die Abwesenheit von Marleen oder nur die Zusammensetzung des nächsten Abendessens.

Das Regulativ an ihrer Seite ist ihre zuweilen chaotische, aber stets spontane und im Gegensatz zu Christine unkomplizierte Schwester Ines.  Sie macht sich im Grunde um nichts tiefergehende Gedanken. Allerdings verändert die Episode auf der Nordsee-Insel auch die beiden Schwestern und vor allem ihr Verhältnis zueinander. Neben aller Komik ist der Autorin hier auch etwas Tiefgründiges eingefallen, wie überhaupt die verschiedenen zwischenmenschlichen Dramen der Geschichte so etwas wie einen nachdenklich machenden Hintergrund geben. Denn Dora Heldt lässt kaum etwas aus, es geht um Ehebruch, journalistische Recherchen, Vertrauensbruch, Liebe und Leid. Der eine wird unterschätzt, die andere in eine falsche "Schublade" gesteckt.

Neben den wirklich witzig-spritzigen Dialogen – selten trifft die Phrase "aus dem Leben gegriffen" so gut wie hier – ist das Erfolgsgeheimnis des Buches, wie schon bei den Vorgänger-Bänden, dass jede scheinbare Problemlösung neue Turbulenzen auslöst. Wer glaubt, die beiden Schwestern oder andere Mitglieder des Teams der Pension könnten einmal durchatmen, sieht sich immer wieder auf´s Neue getäuscht. Dora Heldt hat mit diesem Roman einmal mehr alle Register ihres erzählerischen Könnens gezogen. Und neben den beiden Heldinnen gibt es reichlich weitere Figuren,  die das ganze Chaos noch anheizen. Exemplarisch sei der schwule Barkeeper Pierre genannt, der eigentlich Peter heißt und – wie langweilig – aus Winsen an der Luhe kommt. Deshalb hat er sich selbst einen Künstlernamen verpasst,  und ist in der Pension eigentlich die Nachrichtenbörse in Person. Mit seinen Eskapaden sorgt er zuweilen für Verwirrung, aber harmoniesüchtig wie er nun mal ist, versucht er vor allem,  gute Laune im Team zu verbreiten.  Zudem verbindet ihn mit Adelheid, dem resoluten Faktotum der Pension, eine herzliche Abneigung, deren Ursache erst spät ans Licht kommt.

Wer sich gut unterhalten lassen möchte,  liegt bei diesem Roman von Dora Heldt genau richtig.  Das Buch ist die ideale Lektüre, um abzuschalten, viel  zu lachen, aber auch zum Mitleiden und –fiebern.  Das sich geradezu exponentiell  entfaltende Chaos und die immer dicker aufgetragenen Lügen sorgen jedenfalls dafür, dass nun wirklich keine Langeweile aufkommt. Im Grunde kein Wunder, dass der Roman auf der Spiegel-Bestseller-Liste gelandet ist. Und auf die erneute Verfilmung auch dieses Buches kann man sich schon freuen.

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