QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis

Erschienen: Oktober 2020

Bibliographische Angaben

- HC, 432 Seiten

Couch-Wertung:

80

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

3 x 91-100
2 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
1 x 41-50
1 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:80.428571428571
V:7
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":1,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":1,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":3}
Lisa Reim-Benke
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Nov 2020

Es geht zurück nach Qualityland - dem Land, wo das eigene Leben vom erreichten Level abhängt, wo man seinen Partner über eine App findet und wo einem selbstfahrende Autos, Staubsaugroboter (die sich teilweise in einer Existenzkrise befinden) und digitalisierte Toaster das Dasein erleichtern. Bei den Bewohnern handelt es sich um stinkreiche Firmenbosse, die ihr Heil in der Politik suchen, verpeilte Staatsmänner, die sich ohne ihre Assistentin im Wahlkampf blamieren würden, einen ehemals an der Spitze stehenden Bürger, der sich nun im freien Fall befindet, und natürlich Peter Arbeitsloser. Dieser ist mittlerweile ausgebildeter Maschinentherapeut und behandelt die psychischen Leiden liebeskranker Kühlschränke - wenn er nicht gerade entführt wird, was in letzter Zeit öfter passiert. Und dann ist da noch Kiki, die endlich herausfinden will, wer ihre Eltern sind. Hinzu kommen der dritte Weltkrieg, Klimawandel und stalkende Roboter; kurz: Es ist mal wieder ganz schön viel los in der Welt von morgen ...   

Der Wahnsinn geht in die zweite Runde

Wer zu Beginn die allgemeinen Lesebedingungen akzeptiert hat, startet in einen gewohnt witzigen Schmöker von Marc-Uwe Kling: Jede Menge abgefahrene Ideen treffen auf Satire und Gesellschaftskritik, bei der die Digitalisierung unserer Welt durch den Kakao gezogen wird. Anders als im ersten Band ist der Plot jedoch eher mau, wenn nicht sogar vernachlässigbar. Kling knüpft zwar inhaltlich an diesen an, aber es gelingt ihm mit dem eher episodenhaft angelegten Nachfolger nicht, noch einen draufzusetzen. Das magere Erzählkonzept wird mit skurrilen Dialogen und Situationen kompensiert: Auf beinahe jeder Seite wird man davon schier überrollt, sodass sich die ganzen originellen Einfälle irgendwann gegenseitig die Klinke in die Hand drücken. Das wären wohl K.O.-Kriterien, wenn nicht Marc-Uwe Klings einzigartiger Stil alles retten würde: Gewohnt locker-flockig und mit seiner unverwechselbaren Ironie hält er die Leser trotz inhaltlicher Schwächen bei der Stange.

Witzig oder nicht witzig?

Auch wenn Kling sprachlich wieder ein Feuerwerk loslässt, gefriert einem das Grinsen im Gesicht, je weiter man liest - so lustig ist das alles nämlich irgendwann gar nicht mehr. Was Menschen, Maschinen und der Gesellschaft zugemutet wird, ist ganz schön schockierend; zudem geht es auf allen Ebenen ungewöhnlich brutal zu. Marc-Uwe Kling schleudert seinen Lesern mit einem Grinsen eine Dystopie ins Gesicht, die viel düsterer geraten ist als der Vorgänger. Und dass der schalkhafte Stil und der tragische Inhalt so dermaßen konträr angelegt sind, macht das Ganze nur noch gravierender. Nichtsdestotrotz: Es hinterlässt Eindruck.

Fazit

Recht ernst präsentiert sich Marc-Uwe Kling mit seinem neuen Werk QualityLand 2.0. Der Nachfolger kann zwar nicht mit dem ersten Band mithalten, trotzdem wird man wie gewohnt gut unterhalten. In schallendes Gelächter verfällt aber wohl nur derjenige, dem es gelingt, den Wahnsinn zwischen den Zeilen auszublenden.

QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis

QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis

Deine Meinung zu »QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
01.01.2021 13:54:35
books4ever

Viel Schönes dabei!

Mit „QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis“ hat Marc-Uwe Kling nun endlich eine Fortsetzung seiner satirischen Dystopie rund um das beste aller möglichen Länder veröffentlicht. Ich habe mich sehr gefreut, dass es nun nach drei Jahren ein Wiedersehen mit Peter Arbeitsloser und seinen liebenswerten Maschinen Pink, Mickey, Carrie, Romeo und Kalliope 7.3 gibt.
Peter darf nun endlich offiziell als Maschinentherapeut arbeiten und hat seine Schrottpresse in eine Praxis umgebaut. Ein anderer Handlungsstrang beschäftigt sich diesmal schwerpunktmäßig mit der Vorgeschichte von Kiki Unbekannt, die auf der Suche nach ihren Eltern ist. Verfolgt wird sie dabei vom mysteriösen „Puppenspieler“, der einen Killer-Androiden steuert. Martin Vorstand muss erleben, wie er unaufhaltsam Level für Level absteigt, während Aisha Ärztin herauszufinden versucht, was nach dem Anschlag aus John of Us wurde.

Wie auch der Vorgängerband ist „QualityLand 2.0“ wieder unglaublich unterhaltsam und voller lustiger Dialoge und origineller Details. Insbesondere die Kapitelüberschriften sind wirklich genial. Da das Buch nahtlos an die Handlung vom ersten Band anschließt, würde ich jedem jedoch empfehlen, zunächst den ersten Band zu lesen, um den Geschichten der einzelne Protagonisten besser folgen zu können.
Marc-Uwe Kling hat diesmal viele verschiedene Handlungsstränge eingebaut, zwischen denen die Erzählerin, die E-Poetin Kalliope 7.3, immer wieder wechselt. Leider geht dadurch allerdings der rote Faden der Erzählung etwas verloren und ich habe mich lange Zeit gefragt, worauf dies alles letzten Endes hinauslaufen soll. Eventuell hätte man die Geschichte an der einen oder anderen Stelle etwas straffen können, um die Spannung konstant hoch zu halten.

Insgesamt hat mich Marc-Uwe Kling auch mit dem zweiten Band wieder bestens unterhalten können. Den Vorgängerband hatte ich damals als Hörbuch (gelesen vom Autor selbst) gehört, was ich persönlich noch etwas witziger fand. Daher werde ich wohl auch zu „QualityLand 2.0“ bei Gelegenheit noch einmal das Hörbuch hören. Ich kann die Fortsetzung allen Fans vom ersten Teil (sowie generell allen Fans des Autors) wärmstens empfehlen und vergebe daher 5 von 5 Sternen!

10.11.2020 20:15:19
anna-katharina

Gute Fortsetzung

Die Geschichte rund um Peter Arbeitsloser, Kiki Unbekannt und Martyn Vorstand geht in die zweite Runde! Man sollte das erste Buch über Qualityland kennen, um die Hintergründe und Charaktere zu verstehen. Gleichwohl gibt der Autor einen guten Einstieg in diese Fortsetzung.
Diesmal liegt der Fokus auf Kikis Geheimnis. Die Geschichte rund um das Geheimnis ist spannend aufgebaut und wird wieder von unterhaltsamen und witzigen Einschüben zu weiteren Ereignissen in Qualityland begleitet. Der Autor beschreibt gekonnt eine von Algorithmen gesteuerte Zukunft, in der die Überwachung von Menschen und der umfassende Einsatz von Maschinen und Robotern an der Tagesordnung sind.
Auch bei diesem Buch ist die Printversion wieder etwas Besonderes, wirkt sehr wertig und hat eine tolle Haptik.
Leider kommt Qualityland 2.0 aus meiner Sicht nicht ganz an den sensationellen ersten Teil heran, weshalb ich hier einen Punkt weniger vergebe.

Film & Kino:
The Crown - Staffel 3

Die Queen in ihrer vordergründig repräsentativen Rolle ist eine zeitgeschichtliche Ikone, sodass der Erfolg der seit 2016 bei Netflix laufenden Serie „The Crown“ nicht verwundert. Die dritte Staffel markiert allerdings einen Umbruch: Die Royal Family ist in den 60er-Jahren angekommen und viele Rollen werden neu besetzt, da auch die Blaublüter nicht vor dem Altern gefeit sind. Titel-Motiv: © Des Willie / Netflix

zur Film-Kritik