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Monika Wenger
Ohne Wenn und Aber

Buch-Rezension von Monika Wenger Aug 2020

Horand Roth, Literaturprofessor an der Universität Bonn, erhält eines nachts einen Anruf von seinem seit Jahren verschwundenen Onkel Georg. Drei Wochen später steht Georg vor Horands Tür. Der lebenslustige Onkel ist als Priester zurückgekehrt. Horand ist verwirrt und weiß das Ganze nicht einzuordnen…

«So weit, so brav und bewerbungstauglich. Jetzt bitte die Version für mich. Von mir aus ohne Glauben, aber mit Schreiben, Eltern, Frauen, Leben.»

Horand Roth – auch Hora genannt – ist ein strukturierter, klardenkender und aufgeräumter Mensch. Für Dinge, welche er nicht versteht, sucht er sich seine Antworten in Büchern und nimmt sich Zeit, darüber nachzudenken. Doch mit dem Erscheinen von Onkel Georg gerät seine Welt erst einmal aus den Fugen. Der Onkel, das schwarze Schaf der Familie, kehrt als Priester der Pius-Bruderschaft zurück und will an der Uni Bonn promovieren. Das ist unglaublich, denn Georg ließ früher nichts anbrennen, war für alles zu haben. Und nun das! Hora will der Sache auf den Grund gehen: Wie kann ein Mensch sich so verändern und sich einer derart streng geregelten Gemeinschaft unterordnen?

«Ich leimte für Georg meine Biografie zusammen, wie man es in Vorstellungsgesprächen oder bei Kennenlernrunden auf Tagungen macht.»

Er liest sich in das Thema Religion und Pius-Bruderschaft ein und wird immer verwirrter, denn das Rätsel um Georg lässt sich nicht lösen. Die Beweggründe für seinen Sinneswandel sind nicht erkennbar - vorerst nicht, denn diese liegen ganz woanders als dort, wo Hora sie vermutet.

«Die Frage ist für mich, was wir trotz unseres Wissens glauben können.»

Die Autorin nimmt den Leser mit auf einen theologischen Exkurs und eine Reise in die Vergangenheit der Familie Roth. Sie lässt teilhaben an den Gedankengängen, dem Hinterfragen, dem Erkennen und Umdenken von Horand, seiner distanzierten Analyse, der immer emotionaler werdenden Gegenwart und der absolut überraschenden Realität. Das ist hervorragend beschrieben und lädt zum Nachdenken ein.

«Und so führte mir Georg wieder vor Augen: Er ließ Menschen nie mit halben Sachen davonkommen.»

Jedes Abwägen, Überlegen und Verwerfen zeigt, wie stark die plötzliche Anwesenheit von Georg Horas Leben durcheinanderbringt. Eine angenehme Ordnung, ein strukturierter Alltag muss plötzlich Überraschendem weichen. Ungläubig (im wahrsten Sinne des Wortes) sucht Hora Beweggründe für Georgs Eintritt in die Bruderschaft. Während dreier Tage verbringt er sogar selbst Zeit in einem Kloster in der Hoffnung, Georg besser verstehen zu können. Doch anstatt Antworten zu erhalten, sieht er sich plötzlich mit seiner Familiengeschichte konfrontiert. Ein Geheimnis, dass Hora bis jetzt nicht einmal als solches erkannt hat, bringt ihm unverhofft und in Etappen die gewünschten Erkenntnisse…

Fazit

Schwerelos greift Husch Josten die großen Fragen des Lebens auf. Im Vordergrund des Romans steht das Thema Glauben; aber darin verpackt ist eine tiefgründige und gleichzeitig fesselnde Familiengeschichte, die die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert. Die Lektüre ist sprachlich ein Genuss und inhaltlich extrem spannend und anregend.

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