Washington Black

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

- aus dem Englischen von Anabelle Assaf

- TB, 512 Seiten

Couch-Wertung:

61

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Julian Hübecker
Ein kurzer Blick auf die Zeit des Sklavenhandels

Buch-Rezension von Julian Hübecker Okt 2020

Washington Black ist ein schwarzer Sklavenjunge, der auf Barbados auf der Zuckerrohrplantageeines brutalen Meisters arbeitet. Sein Leben besteht aus der ständigen Angst, vom Master gezüchtigt zu werden - sein damaliges Recht, da jeder Sklave zum Besitz seines Masters gehört. Sein Schicksal soll sich jedoch ändern, als er mit Christopher Wilde von der Plantage flieht und sich ein neues Leben aufbaut ...

„Ein Mann, der einem anderen gehört, lernt schon sehr früh, auf die Augen eines Masters zu achten; was ich im Gesicht dieses Mannes sah, versetzte mich in Angst und Schrecken.“

Washington Black ist noch ein kleiner Junge, als der Bruder des Masters, den er fortan Titch nennt, ihn per Luftschiff mitnimmt und so vor einem schrecklichen Leben rettet. Es ist 1830, eine Zeit des wachsenden Widerstands gegen die Sklaverei, doch noch immer werden Schwarze als niedere Menschen angesehen und auf die Flucht oder den Raub eines Sklaven steht die Todesstrafe. Dennoch wagen die beiden die Flucht und landen schließlich in Alaska.

Hier verliert Black Titch aus den Augen, wähnt ihn sogar tot. Voller Angst, seinem alten Master wieder in die Hände zu fallen, versucht er unterzutauchen und ein neues Leben zu beginnen. Spätestens hier zeigt sich, dass Black sich in drei Phasen präsentiert: Als Sklave geboren und aufgewachsen, als gemiedener Schwarzer auf der Suche nach einem Zuhause und nach sich selbst, und schließlich angekommen in Europa, doch ohne sich völlig von seiner Vergangenheit lösen zu können.

Eine Reise durch ein Leben voller Hindernisse

Es ist schwer, den Inhalt des Buches kurz zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Washington Black macht viel in seinem Leben mit, lernt unterschiedliche Menschen kennen und gewinnt immer mehr an Erfahrungen. Das gesellschaftliche Bild ist geprägt von einer rassistischen Grundstimmung, die sich jedoch merklich zwischen Amerika und Europa unterscheidet – hier hat der Autor eine feine, aber ausschlaggebende Differenz darstellen können.

Weiß man vorher um diese grobe Geschichte, kann man sich vollkommen anders darauf einlassen. Doch auf dem Buchrücken wird von einer abenteuerlichen Flucht um die halbe Welt gesprochen, die eine ganz andere Story impliziert. Unweigerlich drängen sich Bilder einer Verfolgungsjagd per Luftschiff auf, um den verzweifelten Kampf um Freiheit und das literarische Gefühl von In 80 Tagen um die Welt. Das trifft jedoch in keiner Weise zu, und als Leser fühlt man sich um diese Geschichte betrogen. Das ist besonders schade, wenn man dadurch dem eigentlichen Werk nicht gerecht werden kann.

Fazit

Dieses Buch zeigt deutliche Sozialkritik und lässt den Leser in das Schicksal eines schwarzen Jungen zur Zeit der Sklaverei blicken. Präsentiert als Abenteuerroman enttäuscht es jedoch gewaltig. Mögliche Leser seien hiermit gewarnt, dass es eher eine atmosphärische Geschichte beinhaltet und man mit diesen Erwartungen an das Buch herangehen sollte.

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